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Wettbewerbsvorsprung durch innovative Führung

Innovative Produkte allein reichen nicht



Uwe Techt hat eine Dirigentenausbildung absolviert, Betriebswirtschaftslehre studiert und mehrere Unternehmen gegründet und geleitet. Er hat in der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) den „Deutschen Projektmanagement Award“ initiiert, das Model für „Project Excellence“ entwickelt und gehört der Jury für den „Deutschen Project Excellence Award“ an. Uwe Techt ist bekannt als Redner, als Autor von Büchern und Fachartikeln zu Durchbruchsinnovationen, Critical Chain Projektmanagement und zur Theory of Constraints sowie als Top-Management Coach und strategischer Denker für grundlegende Veränderungsinitiativen.
Auch gut aufgestellte IT-Unternehmen kämpfen mit Restriktionen und damit, dass sie zwar mit innovativen Produkten führen, aber in der Führung die Innovation fehlt.

An der Produkt-Range alleine liegt es im IT-Umfeld eher selten. Vielmehr stellen innovative Entwicklungen die Weichen für eine gute Wertschöpfung. Bleibt allerdings die Vermarktung in den alt eingefahrenen Abläufen verhaftet, kann dadurch die erhoffte Marktdurchdringung verhindert und ein eigentlich vorhandener Wettbewerbsvorsprung zunichte gemacht werden.

Wenn Unternehmen anhaltend unter starkem wirtschaftlichen Druck stehen, liegt das häufig auch dan der etablierte Führungs- und Organisationsstruktur.
Wenn Unternehmen anhaltend unter starkem wirtschaftlichen Druck stehen, liegt das häufig auch dan der etablierte Führungs- und Organisationsstruktur.
Foto: Corepics VOF - shutterstock.com

Ohne Wandel und Weiterentwicklung wird auch das stärkste IT-Unternehmen irgendwann von der Konkurrenz abgehängt – trotz fortwährender Optimierungsbestrebungen. Fokus, operative Fähigkeiten, Projekte, Ressourcen, globales Marketing, Kapazitätsgewinn, Umsatzsteigerung, Wettbewerbsvorsprung lauten die Schlagworte der herkömmlichen Verbesserungsstrategien. Doch reicht das tatsächlich für ganzheitliche Innovation?

Statt sich in unzähligen Verbesserungsprojekten zu verzetteln, sollte die Aufmerksamkeit auf einen Punkt fokussiert werden. Und zwar auf den der größtmöglichen Einflussnahme, den Engpass! Gerade IT-Unternehmen, die wachsen wollen, müssen heute mehr denn je einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil aufbauen. Gelingen kann das nur in der Kombination von Innovationsbewusstsein und Innovationsfähigkeit.

Gefahren eliminieren

IT-Innovationen sind in ihrem Ergebnis immer etwas "Neuartiges" und unterscheiden sich merklich vom Vorangegangenen. Damit innovative Produkte Wachstum und letztlich mehr Gewinn erzeugen, müssen jedoch fünf Gefahrenquellen ausgeschaltet werden:

  1. knappe Ressourcen

  2. hohe Kosten für Forschung und Entwicklung

  3. schlechte Planbarkeit

  4. zu lange Zeitspanne von der Idee bis zur Markteinführung

  5. generell hohes Risiko

Dafür müssen alle Prozesse im IT-Unternehmen hinsichtlich Geschwindigkeit, Erfolgswirksamkeit und Zuverlässigkeit von Innovationsprojekten verbessert werden. Leistungskennzahlen zeigen an, ob das Ziel erreicht wird: Anzahl von erfolgreichen Innovationen gemessen an Umsatz oder Durchsatz innerhalb eines Zeitraums. Auch das Verhältnis zwischen Erfolgen/Misserfolgen am Markt ist eine Kenngröße. Eine zügige Markteinführung ist in der IT-Branche von besonderer Bedeutung.

Wettbewerbsvorsprünge absichern

Nur wenn der Durchsatz schneller wächst als die Betriebskosten, kann ein IT-Unternehmen Innovationen auch finanziell verkraften. Dafür ist ein entscheidender Wettbewerbsvorsprung vonnöten sowie die Fähigkeit, operational die versprochene Leistung tatsächlich zu erbringen, ohne seine Ressourcen übermäßig zu beanspruchen oder existentielle Risiken einzugehen.

Gleichzeitig ist der Wettbewerbsvorsprung auch bei stark schwankendem Geschäft aufrechtzuerhalten. Nur wenn aus dem jeweiligen Wettbewerbsvorsprung ein lukratives Geschäft generiert wird, kann der Gewinn schnell und deutlich steigen. Da hier kein Automatismus eintritt, sind gekoppelte Maßnahmen in Marketing und Vertrieb unabdingbar.

Der Ausbau von Vertriebsfähigkeiten und -prozessen geht damit einher. Erst wenn sich der Gewinn deutlich erhöht, kann das Unternehmen bei steigendem Geschäft die Kapazität so erweitern, dass es auch bei schwankendem Auftragseingang robust/antifragil agieren kann. Sind Kapazität, Geld und Management-Attention vorhanden, können diese fokussiert für Durchbruchs-Innovationen eingesetzt werden.

Innovative Führungskultur etablieren

Meist sind Kapazität/Geld/Management-Attention noch nicht hinreichend, wenn Unternehmen anhaltend unter starkem wirtschaftlichen Druck stehen. Bremsend wirkt häufig auch die etablierte Führungs- und Organisationsstruktur. Menschen mit ausgeprägten Innovationsfähigkeiten werden davon kaum angezogen. Gleichzeitig zögern die Mitarbeiter, ihre innovativen Fähigkeiten zielorientiert einzusetzen. Innovative Ansätze für die Unternehmensführung könnten sein:

  • die Ziel- und Kennzahlenwelt des Unternehmens konsequent "global" auszurichten

  • Hierarchien abzubauen und selbstführende Teams zu etablieren

  • Führungskräfte zu Unterstützern zu entwickeln

  • statt Strategie zu verordnen, die Suche nach Sinn zu initiieren

  • generell das Innovationsbewusstsein zu stärken

Einschränkungen erkennen und auflösen

Dr. Eliyahu Goldratt stellt sechs Technologiefragen, um herauszufinden, wie Unternehmen bestehende Begrenzungen und Einschränkungen erkennen und auflösen, um Misserfolge durch vorschnelle Aktionen am Markt zu reduzieren:

  1. Was ist die Power einer neuen Technologie?

  2. Welche heute bestehenden Ein-/Beschränkungen oder Hindernisse werden durch die neue Technologie beseitigt oder erheblich reduziert?

  3. Welche Verhaltensmuster, Gewohnheiten und Strategien werden heute angewandt, um die Begrenzung zu umgehen?

  4. Welche Strategien, Normen und Verhaltensmuster müssen verändert werden, um die Vorteile der neuen Technologie zu nutzen?

  5. Welche Veränderungen/Ergänzungen sollen bei der Technologie aufgrund der obigen Analyse eingeführt werden?

  6. Wie kann die Technologie/Neuerung nachhaltig eingeführt werden?

Innovation als Leitlinie

IT-Unternehmen, die mehr Innovationsprojekte – auch außerhalb der Produktwelt – umsetzen wollen, um in kürzerer Zeit mehr gesundes Wachstum zu erreichen, müssen innovativ denken, kommunizieren und entwickeln. Und zwar ganzheitlich und gemeinsam mit allen Beteiligten. Ausgehen sollten sie dabei von der aktuellen Situation des Unternehmens, über die ersten notwendigen Schritte, um dann Kapazität, Geld und Freiraum erzeugen bis sie zur strategischen Vision komplett neuer Geschäftsmodelle gelangen.