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Kaufangebot von DDN

Insolvente Tintri darf auf Rettung hoffen

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Data Direct Networks (DDN) und das Tintri-Management haben eine nicht bindende Absichtserklärung unterzeichnet. Für Kunden und Partner ist das ein erster, positiver Schritt.

Die Führungsteams von Data Direct Networks und Tintri haben über weit fortgeschrittene Gespräche zur Übernahme von Tintri durch DDN informiert. Damit ist direkt nach dem Antrag auf Gläubigerschutz nach "Chapter 11" die Rettung für den US-amerikanischen Spezialisten für Flash-Storage für virtualisierte Speicherumgebungen in greifbare Nähe gerückt. Die nun getroffene, noch nicht bindende Abmachung sieht die Übernahme "eigentlich aller" Assets von Tintri durch DDN vor. Kunden von Tintri wird durch DDN auch weiterhin Unterstützung zugesichert und eine langfristige Roadmap zugesagt. Das zuständige Konkursgericht muss den Deal nun noch genehmigen.

Die Appliances für virtualiserte Speicherumgebungen von Tintri finden voraussichtlich bei DDN (Data Direct Networks) eine neue Heimat.
Die Appliances für virtualiserte Speicherumgebungen von Tintri finden voraussichtlich bei DDN (Data Direct Networks) eine neue Heimat.
Foto: Tintri

Tintri war im Sommer 2017 an die Börse gegangen. Der vielfach kritisch gesehene IPO brachte jedoch weniger Geld ein als erhofft. Zudem rutschte der Kurs der Aktie bereits in den ersten Monaten von gut sieben auf knapp 3 Dollar ab. Im Juni musste das Unternehmen dann mitteilen, dass es voraussichtlich ab Anfang Juli nicht mehr liquide sein wird und flüchtete sich in Gläubigerschutz.

DDN ist bisher in großen Rechenzentren, bei Big-Data-Projekten und im HPC-Umfeld etabliert. Mit dem geplanten Kauf von Tintri will das Unternehmen sein Angebot in den Enterprise-Bereich ausdehnen. Entsprechende Bemühungen gibt es bereits seit einiger Zeit, sie wurden aber bislang kaum durch die erforderlichen Investitionen in Personal und Partnerlandschaft unterstützt. Möglicherweise ist der Kauf von Tintri nun die Initialzündung für einen nachhaltigeren Vorstoß.

Zur ISC 18 in Frankfurt hatte DDN im Juni mit dem Modell SFA7990 auch eine Storage-Appliance zur Storage-Konsolidierung im Midrange-Bereich angekündigt. In dieser Produktreihe könnten die Tintri-Technologien künftig fortbestehen.
Zur ISC 18 in Frankfurt hatte DDN im Juni mit dem Modell SFA7990 auch eine Storage-Appliance zur Storage-Konsolidierung im Midrange-Bereich angekündigt. In dieser Produktreihe könnten die Tintri-Technologien künftig fortbestehen.
Foto: DDN

Dass DDN im Storage-Markt ehrgeizige Wachstumspläne verfolgt, unterstreicht auch die Ende Juni erfolgte Übernahme des Lustre File Systems durch DDNvon Intel. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt. Sie unterstrich jedoch die Ansprüche von DDN, aus der bislang erfolgreich bearbeiteten Nische High-Performance-Computing herauszutreten und sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Dazu versprach es Lustre-Kunden eine solide Roadmap und besseren Support durch seine Mitarbeiter. Außerdem ließ der Käufer durchblicken, dass er das Dateisystem verstärkt in Projekten für Analytics, künstliche Intelligenz und Hybrid Cloud positionieren will.

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Dazu passt dann auch die nun geplante Übernahme von Tintri. Das Unternehmen wurde immer wieder für seine vielversprechenden technischen Ansätze gelobt, schaffte es aber offenbar nicht in erforderlichem Umfang, dafür auch Kunden zu finden. Zur Jahreswende 2017/18 verließ zunächst CEO Ken Klein das Unternehmen. Sein Abgang erfolgte im Zuge der Entlassung von 20 Prozent der Mitarbeiter weltweit. Ende Juni 2017 reduzierte Tintri die Zahl seiner Angestellten auf knapp 50 weltweit. Dafür wurden noch einmal rund 200 Mitarbeiter entlassen.