Internet Appliance Server ebnen den Weg ins Web

22.03.2001
Für kleine Firmen stellt der Internet-Zugang eine hohe Hürde dar. Abhilfe versprechen hier sogenannte Internet Appliance Server.

Während Internet-Zugang und Internet-Präsenz für Großunternehmen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit ist, war er für viele Kleinunternehmen bisher eher die Ausnahme, als die Regel. Das Fehlen von kompetenten Internet-Spezialisten einerseits sowie die Angst, über den Internet-Zugang Hackern eine Angriffsfläche auf das eigene Unternehmensnetz zu bieten andererseits wurden als häufigste Gründe für diese Zurückhaltung genannt. Wie aktuelle IDC-Marktanalysen belegen, werden aufgrund der wachsenden E-Business-Ausrichtung allerdings auch für Klein- und Mittelbetriebe schnelle und leistungsfähige Internet-Zugänge zur Steigerung ihrer Effizienz immer wichtiger.

Maßgeschneidert für den MIttelstand

Bereits Mitte letzten Jahres stellte Intel das Modell des "In Business Small Office Networks" für Unternehmen mit weniger als 25 Mitarbeiter vor. Diese "schlüsselfertigen", multifunktionalen Geräte verfügen über DSL- beziehungsweise ISDN-Anbindungsmöglichkeit, sind dank benutzerfreundlicher Software leicht in Betrieb zu nehmen und - laut Intel - nahezu problemfrei in Wartung und Betrieb. Zum Lieferumfang gehören darüber hinaus ein Hub mit acht Ports, eine 15 Gigabyte große Festplatte, ein POP3-E-Mail-Client, zwei Netzwerkadapter, Firewall-Software und ein integriertes Betriebssystem.

"Mit dem In Business Small Office Network reagieren wir auf die raschen Entwicklungen im E-Business. Aber auch die steigende Anzahl von Kleinunternehmen mit Internet-Anschluss und die zunehmende Verwendung von Breitbandnetzen für einen schnellen Internet-Zugang lassen den Einsatz einer derartigen Lösung sinnvoll erscheinen", erklärt Scott Richardson, General Manager der Intel Internet Management und Appliance Division.

Web-gestützte Fernwartungswerkzeuge helfen einem externen Dienstleister, im Bedarfsfall den Anwender im Umgang mit dem Produkt zu unterstützen. Per Internet-Verbindung können diese Spezialisten das System des Kunden warten, auf den neuesten Stand bringen und bei Ausfall wieder hoch fahren. Eine proaktiv arbeitende Software überwacht ständig die Anwendungen und sendet dem Dienstleister E-Mails über deren Funktionszustand.

Überwachungs-Software sichert und kontrolliert

Neben Intel haben inzwischen weitere dedizierte Lösungsentwickler das Potenzial des Internet-Appliance-Marktes erkannt, darunter das Augsburger Unternehmen Linogate. Ihr Appliance Server "Defendo", der in drei Varianten für 20, 50 und 250 Benutzer angeboten wird, ist eine auf Linux basierende Komplettlösung, bestehend aus einer Blackbox mit vorinstallierter Browser-ähnlicher Benutzeroberfläche.

Während die meisten Mitbewerber mit einer speziell entwickelten Hardware arbeiten und darauf standardisierte Software-Pakete implementieren, geht Linogate den umgekehrten Weg. Als Basis für Defendo dient ein handelsüblicher Siemens-Fujitsu-PC. Statt sich auf Hardware zu konzentrieren, haben die Linogate-Entwickler den Großteil ihrer Aufmerksamkeit der Internet-Software gewidmet.

So verfügt der Internet Access Server neben einer integrierten Firewall und einem VPN-fähigen IPSec-Server zusätzlich über einen direkt aufgesetzten Viren-Scanner von McAfee. Das weitverbreitete Anti-Viren-Programm scannt sowohl E-Mail-Anhänge als auch aus dem Internet heruntergeladene Dateien und aktualisiert sich selbst automatisch über das Internet.

Eine gleichfalls integrierte Positiv-Liste von Websites stülpt sich wie eine Schablone über den Internet-Access-Server. Die Grundeinstellung ermöglicht zunächst keinerlei Surfen im Web. Erst wenn bestimmte URLs freigegeben werden, können diese von allen im Netzwerk angemeldeten Usern aufgerufen werden. Somit ist gewährleistet, dass sich die Anwender nur zu beruflichen Zwecken im Internet aufhalten.

Dienstleistungsorientierte Partner gesucht

Auf etwa 800.000 potenzielle Kunden und gut eine Million Systeme schätzt Linogate-Geschäftsführer Thomas Scholz den Bedarf allein in Deutschland ein. "Unsere Intention ist es, kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Internet-Zugangslösung zu bieten, die sowohl bedienbar als auch bezahlbar ist", fasst Scholz die Firmenphilosophie zusammen.

Eine zentrale Rolle im Linogate-Vertriebskonzept spielt neben Internet-Service-Providern (ISPs) der indirekte Kanal. "Internet-Appliance-Lösungen sind sozusagen Dienstleistungserzeuger. Über die Installation, Konfiguration, Software-Pflege und Instandhaltung hinaus können Systemhäuser mit Hilfe der integrierten Remote-Access-Funktionen weitere Dienst-leistungen generieren - sogar komplette Leasing-Konzepte sind denkbar", gibt sich Linogates Geschäftsführer optimistisch.

Nachdem Wettbewerber im Internet-Appliance-Markt mit einem auf Distributoren basierenden Vertriebskonzept kläglich gescheitert sind, setzt Linogate auf den direkten Kontakt zum qualifizierten Fachhandel. Im Rahmen einer vor kurzem gestarteten Vertriebsinitiative soll die Zahl der zertifizierten Vertriebspartner von derzeit zwölf auf 30 noch in diesem Jahr erhöht werden. Angesprochen sind sowohl ausgewiesene Internet-Spezialisten als auch Einsteiger.

Vierteljährliche Produkt- und Vertriebsschulungen sowie von Linogate vordefinierte Dienstleistungspakete sollen diesen den Einstieg in das Internet-Appliance-Geschäft erleichtern. "Wichtiger als ausgeprägte Erfahrung ist für einen potenziellen Partner seine klare Ausrichtung auf die Zielgruppe Mittelstand sowie starkes Interesse an der Umsatzgenerierung durch Dienstleistunge", definiert Scholz sein Partnerprofil detaillierter. (sd)

www.intel.com/deutsch/net work/smallbiz

www.linogate.com

www.be.com

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