AV-Test Institut

Internet-Security-Lösungen für Windows 10 im Test



Andreas Th. Fischer ist freier Journalist in München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany, com! professional und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen IT-Security, Netzwerke und Virtualisierung.
Verzweifelt versuchen viele Antiviren-Hersteller sich gegen den kostenlosen Windows Defender von Microsoft zu behaupten. Aber der holt auf.

Regelmäßig testet das AV-Test Institut wie gut oder schlecht sich die Antivirenlösungen der wichtigsten Hersteller beim Kampf gegen Malware schlagen. Diesmal standen rund 19 Internet-Security-Suiten für private Nutzer von Windows 10 auf dem Prüfstand. Die Ergebnisse werden dabei immer besser. Sieben der Produkte wurden diesmal von AV-Test mit dem Siegel "Top-Product" ausgezeichnet. Drei von ihnen erreichten mit 18 Punkten sogar die maximal mögliche Punktzahl.

Das AV-Test Institut hat 19 Internet-Security-Suiten für private Nutzer von Windows 10 unter die Lupe genommen.
Das AV-Test Institut hat 19 Internet-Security-Suiten für private Nutzer von Windows 10 unter die Lupe genommen.
Foto: Nicescene - shutterstock.com

Knapp hinter diesen Spitzenreitern befindet sich aber bereits mit 17 Punkten der Windows Defender von Microsoft, der jeder Windows-10-Installation kostenlos beiliegt und der deswegen eine erhebliche Konkurrenz für die kostenpflichtigen Angebote darstellt. AV-Test untersucht alle getesteten Produkte in drei Kategorien. Bei der "Schutzwirkung" erreichte der Windows Defender ebenfalls die volle Punktzahl. Nur bei der "Systembelastung" und der "Benutzbarkeit" schaffte es das Microsoft-Produkt auf jeweils nur 5,5 Punkte.

Die einzelnen Testergebnisse

Die volle Gesamtpunktzahl erreichten die Lösungen F-Secure SAFE, McAfee Internet Security und Norton Security von Symantec. Sie schafften in allen drei Kategorien jeweils 6,0 Punkte. Direkt dahinter liegen mit 17,5 Punkten Free Antivirus von Avast, Antivirus Pro von Avira, Internet Security von Kaspersky Lab und VIPRE Advanced Security von VIPRE Security. Alle diese Produkte haben die Auszeichnung "Top-Product" erhalten. Dazu kommt ein Sicherheitszertifikat von AV-Test, das bei diesem Test aber alle 19 Produkte erhielten. Es bestätigt, dass das jeweilige Produkt "in allen Testbereichen weit über den Mindestanforderungen" lag.

Internet-Security-Suiten im Test: Die Punktzahlen in der Übersicht
Internet-Security-Suiten im Test: Die Punktzahlen in der Übersicht
Foto: AV-Test

Insgesamt 17 Punkte erhielten vier Produkte: Internet Security von AVG, Internet Security von BullGuard, Total Security von K7 Computing und der Windows Defender von Microsoft. Direkt dahinter befinden sich weitere fünf Lösungen mit je 16,5 Punkten: V3 Internet Security von AhnLab, Internet Security von Bitdefender, Internet Security Premium von Comodo, eScan Internet Security Suite von Microworld und Internet Security von Trend Micro. Zu den Nachzüglern gehören Internet Security von G Data und PC Matic von PC Pitstop mit jeweils 15,5 Punkten. Das Schlusslicht ist Malwarebytes Premium mit 14 Punkten. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie in der obigen Tabelle.

Durchgeführte Tests

Wie bereits erwähnt, wurden alle 19 Produkte in drei Kategorien bewertet. Die erste und für die meisten Anwender wichtigste Kategorie ist die Schutzwirkung, also wie gut oder schlecht die getesteten Lösungen Schädlinge erkennen und abwehren können. Die Tests erfolgten in jeweils zwei Schritten. Zuerst wurden beim Real-World-Test 300 nach Angaben von AV-Test "brandneue Schädlinge" verwendet. Dazu kam ein "Referenz-Set" mit jeweils 13.700 bis zu maximal zwei Wochen alten Schädlingen. AV-Test sammelt diese Schadprogramme mit Hilfe von Honey-Pots. Außerdem werden Mails mit verseuchten Attachments ausgewertet. Beide Testschritte wurden laut AV-Test im Abstand von einem Monat ein zweites Mal durchgeführt.

Internet-Security-Suiten im Test: Die Erkennungsraten der einzelnen Produkte.
Internet-Security-Suiten im Test: Die Erkennungsraten der einzelnen Produkte.
Foto: AV-Test

100 Prozent der Schädlinge wurden von den Produkten der Hersteller Avast, AVG, Avira, Comodo, F-Secure, Kaspersky Lab, McAfee und Symantec erkannt. Sie erhielten in dieser Kategorie deswegen auch 6 Punkte. Der Windows Defender von Microsoft patzte hier einmal. Laut AV-Test hatte er "winzige Erkennungsfehler in einem einzigen Durchgang".

Im nächsten Schritt wurde die Geschwindigkeit der Produkte gemessen. Die Lösungen von F-Secure, McAfee und Symantec schafften in diesem Bereich die volle Punktzahl. Für die Tests wurden verschiedene übliche Aktionen auf zwei Systemen durchgeführt, einmal mit installierter Antiviren-Software und einmal komplett ohne. Die Ergebnisse wurden dann miteinander verglichen.

Um die Benutzbarkeit der Produkte zu bewerten, hat AV-Test alle Lösungen in verschiedenen Bereichen geprüft. So ging es hier einmal um Fehlalarme bei Webseiten und harmloser Software und um das Blockieren von Installationen und Programmstarts. Die meisten Produkte konnten dabei die volle Punktzahl erreichen. Die Lösungen von F-Secure, McAfee, Symantec, Avast, Avira, Kaspersky Lab, VIPRE Security, BullGuard, K7 Computing, AhnLab, Microworld, Trend Micro und G Data schlossen den Test mit 6 Punkten ab.

Fazit

In einem Kommentar zu dem Test ging Andreas Marx, CEO von AV Test, auf die weiter bestehende Gefahr durch Ransomware ein. Zum Schutz vor den Erpresser-Trojanern empfiehlt der Experte nicht nur auf den Einsatz einer Antiviren-Lösung zu setzen. Den besten Schutz würde ein Backup auf eine externe Festplatte oder einen Online-Service bieten. Bei beiden sei jedoch wichtig, dass das externe Medium beziehungsweise der Online-Dienst nicht permanent mit dem Rechner verbunden sind. Sonst würden bei einem Ransomware-Angriff im schlimmsten Fall auch die essentiellen Sicherungskopien verschlüsselt.

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