Erfahrungsbericht

iPad Pro – ein erster Test

28.10.2015
Von Ole Leitloff und Davide Price

Apple Pencil

Apple Pencil
Apple Pencil
Foto: Apple

Ja, Apple hat endlich nachgegeben und einen Stift eingeführt, der für druckempfindliches Zeichnen und Malen gedacht ist, statt der üblichen Steuerungseingabe. Man benötigt den Stylus aber nicht zum Benutzen des iPad Pro. (Vor langer Zeit hat Steve Jobs gesagt: „wenn man einen Stylus sieht, haben sie versagt“.)

In gewisser Weise ist ein Stift für das iPad Pro sinnvoller als für andere iOS-Geräte. Zum einen sind Designer, Künstler und andere Kreative wichtige potenzielle Kunden für ein iPad mit großem Bildschirm. Und offensichtlich unterscheiden sich der heutige Markt und die technische Entwicklung deutlich von der Zeit, als Steve Jobs seinen Kommentar abgegeben hat. Trotzdem hat uns diese Richtungsänderung von Apple überrascht.

Das iPad Pro oben auf dem Bild ist direkt mit einem Apple Pencil über den Lightning-Anschluss verbunden – so lädt dieser und das wirklich schnell. Laut Apple reichen 15 Sekunden Ladezeit für 30 Minuten Benutzung.

Unsere US-Kollegin war bei ihrem ersten Ausprobieren begeistert: „Der Pencil fühlte sich vom ersten Moment sehr gut an...wie ein Bleistift (wobei man über andere Bluetooth-Stifte auf dem Markt Ähnliches sagen kann), und die Benutzung wirkt ebenfalls sehr natürlich. Sensoren erkennen Druck und Winkel, so dass man mühelos Linien von unterschiedlicher Dicke zeichnen kann. Die Notizen-App bietet sogar ein Lineal. Über die Seite der Pencil-Spitze lassen sich realistische Schattierungen malen, wie mit der Seite eines Bleistifts.

Smart Keyboard

Smart Keyboard
Smart Keyboard
Foto: Apple

Ähnlich zu Microsofts großformatigen Surface-Tablets stellte Apple für das iPad Pro eine Kombination aus Hülle, Abdeckung und Tastatur vor.

Das neue Smart Keyboard ähnelt den bisherigen Smart-Hüllen und -Abdeckungen dass es sich klappen und zu einem dreieckigen Ständer zusammenfalten lässt. Aber zu ersten Mal ist eine großformatige Tastatur integriert.

Bei Abdeckungen mit integrierter Tastatur von Drittherstellern, war bisher immer die Frage, ob die Tasten nach außen zeigen, was sie anfällig für Beschädigungen macht, oder nach innen, wo sie am Display reiben und den Poliereffekt durch die Innenseite der Abdeckung verhindern. Das Smart Keyboard umgeht diese Probleme, indem es Tasten hat, die nach innen ausgerichtet sind und eine zusätzliche Schicht zum Display hin. Allerdings wirkt die Abdeckung dadurch recht dick.

Im Endeffekt ist es ein Smart Cover, das statt drei vier klappbare Teile besitzt und der vierte Teil ist eine vollwertige Tastatur. Je nachdem wie man es umklappt, kann man das Smart Keyboard als Ständer ohne Tastatur nutzen, als Ständer mit Tastatur oder zusammengelegt wie ein dickeres Smart Cover. Die Tastatur ist mit Stoff überzogen und da die Spannung des Stoffes für die Federung der Tasten sorgt, gehen einige Tester davon aus, dass das Smart Cover den Schmetterlings-Mechanismus des 12-Zoll-Macbook nutzt, wenn auch mit einem gänzlich anderen Design.

Ein weiterer US-Kollege von uns hat das Smart Cover ausführlich getestet und kommt zu dem Schluss: „Die Tastatur selbst fühlt sich ziemlich gut an, wenn man bedenkt, wie dünn sie ist und wie wenig Bewegungsspielraum es gibt, wenn man eine Taste drückt. Es war möglich ohne große Probleme einige Test-Absätze zu tippen. Die Tastatur hat fünf Reihen, inklusive Pfeil-Tasten und Sonder-Tasten, wie man es von einer richtigen Tastatur erwartet. iOS 9 bringt einige Funktionen mit, die den Einsatz von Tastaturbefehlen erleichtern – und nun wissen wir auch weshalb.

„Es ist in jedem Fall ein Wunder, dass so dünne Tastaturen existieren. Und es gibt wenig an einer Tastatur zu kritisieren, die so dünn ist, dass sie gleichzeitig als Bildschirmschutz dient. Natürlich bewegen sich die Tasten nicht wie bei einer richtigen physischen Tastatur. Aber wenn ich mit meinem iPad unterwegs bin, muss ich immer daran denken eine separate Bluetoot-Tastatur einzupacken; das Smart Keyboard wird immer mit dabei sein.“

Damit kommt Apple offensichtlich Geschäftskunden entgegen, allerdings ist die Tastatur nicht im Kaufpreis enthalten. Das Smart Keyboard kostet zusätzlich 169 US-Dollar (in den USA). Die Preise in Deutschland stehen noch nicht fest.

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