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Corona-Nachrichten für die ITK-Welt

06.05.2020
Tableau bietet Dashboards an, mit denen Unternehmen Daten zur Corona-Krise zusammenführen und beobachten können. Lesen Sie unsere aktuellen Informationen zur Corona-Pandemie und ihren Folgen für die ITK-Industrie.

Freitag, 8. Mai

Tableau Software, Spezialist für Visual Analytics, will Unternehmen mit seinem COVID-19 Data Hub einen Echtzeit-Überblick über die weltweite Corona-Situation verschaffen. Über ein Dashboard können Interessierte auf aufbereitete Datensätze zugreifen, beispielsweise von der Johns Hopkins University. Die Daten wurden bereinigt, formatiert und in ein Starter Dashboard vorgeladen. User können die angebotenen Daten mit denen aus ihrer eigenen Organisation verbinden. So sollen sie in die Lage versetzt werden, die Auswirkungen des Virus zu monitoren und schnell zu reagieren, indem sie Hotspots und Standorte vergleichen.

Das Tableau-Dashboard zeigt die Entwicklung der Corona-Infektionen in Deutschland.
Das Tableau-Dashboard zeigt die Entwicklung der Corona-Infektionen in Deutschland.
Foto: Tableau

Im einzelnen bietet Tableau folgende Ressourcen an:

Verschwörungstheoretiker zündeln in England wieder an 5G-Masten

In Großbritannien werden seit einigen Wochen immer wieder Mobilfunk-Sendemasten in Brand gesetzt. Dahinter stecken Täter, die einen Zusammenhang zwischen der neuen 5G-Mobilfunktechnik und der Verbreitung des Coronavirus zu erkennen glauben. Verbreitet wird die Verschwörungstheorie über Youtube und soziale Medien. Deutsche Mobilfunkunternehmen berichten (noch) nicht über derartige Gewaltakte. In Großbritannien wurden indes bereits 77 Masten in Brand gesetzt, wie unter anderem Business Insider meldet. Auch soll es Angriffe auf Mitarbeiter der Netzbetreiber gegeben haben. Unsere Kollegen von der PC-Welt sind der Frage nachgegangen, ob und welche Gefahren vom Mobilfunk der 5. Generation ausgehen.

Starke Infektionswelle in Coesfelder Fleischfabrik

Ein Rückschlag in Zeiten der Lockerungen: In einer Fabrik von Westfleisch in Coesfeld wurden laut WDR zunächst 129 COVID-19-Infektionen festgestellt. Alle rund 1200 Beschäftigten am Standort sollen nun auf das Virus getestet werden. Am gestrigen Donnerstag seien 200 Mitarbeiter des Unternehmens getestet worden, teilte der Kreis Coesfeld mit. Davon seien 129 Infizierte erkannt worden, 13 würden im Krankenhaus behandelt, keiner auf der Intensivstation. Die Arbeit am westfälischen Standort wurde zurückgefahren, aber noch nicht eingestellt, erst einmal wird am Werkstor kontaktlos Fieber gemessen, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Das Unternehmen steht in engem Kontakt mit den Behörden.

Die Fleischproduktion scheint auch in anderen Ländern anfällig für Corona-Infektionen zu sein. Wie die Financial Times mit Bezug auf die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) berichtet, wurden in 115 amerikanischen Betrieben der Fleischverarbeitung in 19 Bundesstaaten insgesamt 5.000 COVID-19-Fälle bestätigt. Mindestens 18 Fabriken seien stillgelegt worden, andere hätten ihre Produktion heruntergefahren, weil zu viele Mitarbeiter krank sind oder Angst davor haben, zur Arbeit zu gehen. In den USA fürchten nun Politiker um die Lebensmittelversorgung. Präsident Donald Trump setzt alles daran, die geschlossenen Fabriken wieder zu öffnen, während sein Rivale um das höchste Amt im Staate, Joe Biden, mehr Schutz für die Arbeiter fordert.

Donnerstag, 7. Mai

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben eine Regel aufgestellt, nach der die Bundesländer ihre verfügten Lockerungsmaßnahmen in Landkreisen und kreisfreien Städten wieder rückgängig machen müssen, sobald bestimmte Grenzwerte überschritten wurden. Gibt es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern im Zeitraum der zurückliegenden sieben Tage, soll das jeweilige Bundesland die "Notbremse" ziehen, wie es der bayerische Ministerpräsident Markus Söder formulierte - also erneut strengere Maßnahmen zur Einschränkung der Ansteckungen ergreifen.

Festgelegt wurde ferner, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zunächst einmal bis zum 5. Juni weiter einzuhalten ist. Eine Einschränkung gilt insoweit, als sich künftig die Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen - wobei einmal mehr Sonderregelungen der Länder gelten. Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Senioren- und Behinderteneinrichtungen können jetzt regelmäßig von einer festen Person besucht werden. Auch soll es Breiten- und Freizeitsportlern wieder - unter Auflagen - erlaubt sein, unter freiem Himmel zu trainieren. Die 1. und 2. Fußball-Bundesliga kann ihren Spielbetrieb ab der zweiten Maihälfte wieder aufnehmen, allerdings ohne Zuschauer. Auf Spiegel.de finden Leser die Regelungen der einzelnen Bundesländer in einem tabellarischen Überblick.

Ifo-Index zeigt Wirtschaft in freiem Fall

Die deutsche Wirtschaft erwartet einen historischen Einbruch ihrer Produktion. Der ifo-Index, der die Erwartungen der Industrie für die jeweils drei folgenden Monate wiedergibt, war schon im März auf -21 Punkte gefallen, die aktuellen April-Zahlen zeigen ihn nun bei -51,4 Punkten. Das ist der tiefste Wert seit der Wiedervereinigung.

Laut aktuellem ifo Index wehen in der Produzierenden Industrie Deutschlands alle Flaggen auf Halbmast.
Laut aktuellem ifo Index wehen in der Produzierenden Industrie Deutschlands alle Flaggen auf Halbmast.
Foto: ifo

Nur die Pharmabranche profitiert von der Corona-Pandemie, alle anderen Märkte leiden. In der Autoindustrie fiel der Index auf -44 Punkte (-36 im März). In der Chemiebranche sackte er auf -42 Punkte (-11). Auch in der Nahrungsmittelbranche ist die Stimmung im Keller, der Index fiel von +3 auf -17 Punkte. Besonders pessimistisch sind die Unternehmen in der Mineralölverarbeitung und der Kokerei: Hier ging es von Null auf -92 Punkte herunter.

Statistisches Bundesamt: Produktion bricht ein

Aktuelle Zahlen für die Industrieproduktion im März hat heute auch das Statistische Bundesamt vorgelegt. Demnach war die reale, preisbereinigte Produktion im Produzierenden Gewerbe nach vorläufigen Angaben saison- und kalenderbereinigt um 9,2 Prozent niedriger als im Vormonat. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991.

Diesen Zahlen zufolge ist die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) im März 2020 um 11,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Dabei nahm die Produktion von Vorleistungsgütern um 7,4 Prozent und die von Konsumgütern um 7,5 Prozent ab. Schlimmer sieht es bei den Investitionsgütern aus, wo ein Produktionsrückgang von 16,5 Prozent verzeichnet wird. Besonders hart traf es demnach die Autoindustrie, die einen Produktionsrückgang um fast ein Drittel verzeichnete (-31,1 Prozent).

Mittwoch, 6. Mai

Die Marktforscher von IDC erwarten für dieses Jahr weltweite IT-Ausgaben von 2,25 Billionen Dollar. Das entspricht einem Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In einem Update der "IDC Worldwide Black Book Live Edition" heißt es außerdem, der gesamte Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Services werde um 3,4 Prozent auf etwas mehr als vier Billionen Dollar zurückgehen. Dabei sollen die Ausgaben im Telekommunikationsbereich um 0,8 Prozent sinken. Positiv entwickelt sich laut IDC das Geschäft mit IT-Infrastruktur: Es werde um vier Prozent auf 237 Milliarden Dollar zulegen.

IDC-Marktentwicklung 2020: Bei Devices wie PCs und Smartphones ist der Rückschlag besonders heftig.
IDC-Marktentwicklung 2020: Bei Devices wie PCs und Smartphones ist der Rückschlag besonders heftig.
Foto: IDC

IDC-Analyst Stephen Minton erwartet ein COVID-19-bedingt schwaches zweites Geschäftsquartal, in dem einige Branchen und Unternehmen unter besonders großen Druck gerieten. Manche dieser Unternehmen würden ihre IT-Ausgaben nun radikal zusammenstreichen. "Andere werden ihre neuen Projekte hinauszögern oder ihre Ausgaben sonst wie senken." Es gäbe aber auch Anzeichen dafür, dass der IT-Markt besser mit der Rezession zurechtkomme als in früheren Krisen. IT sei tief in die betrieblichen Prozesse integriert und damit kein Streichposten mehr.

Smartphone-Geschäfte am Tiefpunkt

IDC erwartet die stärksten Rückgänge im PC- und Smartphone-Business. Hier liege die eigentliche Ursache für den Markteinbruch: Vor allem bei den Phones würden ganze Upgrade-Zyklen ausgelassen, obwohl mit dem Wechsel auf den 5G-Mobilfunkstandard eigentlich ein Aufschwung erwartet worden sei. Im PC-Markt komme der Rückgang weniger überraschend, da 2019 bereits eine Austauschwelle stattgefunden habe.

Die Infrastrukturausgaben indes sollen sogar ein wenig ansteigen, weil die Unternehmen derzeit in die Cloud umzögen - manche sogar in beschleunigtem Tempo. Sie hofften so, ihre Kosten besser zu kontrollieren und mittelfristig Geld, das ansonsten in klassische Rechenzentren und On-Premises-Anwendungen gesteckt werden müsste, einsparen zu können. "Wo es Wachstum gibt, hat das meistens mit der Cloud zu tun", sagt Minton. Dabei gehe es nicht nur um Software-, sondern auch um Infrastruktur- und Plattformdienste.

Die Software-Gesamtausgaben sollen sogar leicht zurückgehen, weil große Projekte und die aufwändige Einführung von Anwendungspaketen eher hinausgezögert würden. Was bleibe, sei aber die gewaltige Datenmenge, die Unternehmen speichern, verwalten und zunehmend auch analysieren müssten - und zwar in einer Cloud-Umgebung.

Was der ITK-Markt 2020 krisenbedingt verliert, wird er 2021 wieder aufholen.
Was der ITK-Markt 2020 krisenbedingt verliert, wird er 2021 wieder aufholen.
Foto: IDC

Aufgrund der Verschiebung von Großprojekten wird der IT-Dienstleistungsmarkt laut IDC ein paar Kratzer abbekommen, insgesamt soll er aber stabil bleiben, da Unternehmen starker den je von digitalisierten betrieblichen Abläufen abhängig seien. Auch würden viele Unternehmen nicht von ihrem einmal eingeschlagenen Kurs in Richtung digitale Transformation abweichen, er sei Teil der Geschäftsstrategie.

Dienstag, 5. Mai

Um ihre Kosten während der Corona-Krise zu senken, setzen viele Unternehmen bei ihren Geschäftsprozesse an und beschäftigen sich mit Robotic Process Automation (RPA). Es handele sich um "eine Brückentechnologie", die Unternehmen mit Schwierigkeiten bei der Prozessautomatisierung oder der Integration von Systemen helfen könne, sagt Bitkom-Experte Patrick Hansen. Unternehmen dürften allerdings die Möglichkeiten nicht überschätzen und sollten sich genau überlegen, welche Prozesse sich für eine solche Automatisierung eigneten. Der ITK-Branchenverband hat nun den Leitfaden "ERP und Robotic Process Automation (RPA) - Eine Einordnung" veröffentlicht.

Wie können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse mit einfachen Mitteln automatisieren? Der neue RPA-Leitfaden vom Bitkom will weiterhelfen.
Wie können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse mit einfachen Mitteln automatisieren? Der neue RPA-Leitfaden vom Bitkom will weiterhelfen.
Foto: Bitkom

"Im Kern geht es darum, dass RPA die durch einen Menschen ausgeführte Bedienung von Software-Anwendungen übernimmt und zuvor aufgezeichnete und gelernte Schritte abarbeitet", heißt es in einer Mitteilung. RPA eigne sich für einfache Aufgaben, bei denen sich die Schritte immer wiederholen. Der Leitfaden beantwortet die Fragen, ob RPA von der Fachabteilung ohne Unterstützung der IT-Abteilung eingeführt werden kann und welche Prozesse sich für RPA eignen. Auch werden die Schritte zur Einführung eines RPA-Prototypen sowie eine Checkliste für die Softwareauswahl vorgestellt.

US-Dokument warnt vor großer Infektionswelle

die "New York Times" entnimmt einem internen Dokument der US-Regierung, dass die Trump-Administration in den nächsten Wochen mit einer ungewöhnlich stark ansteigenden Zahl von Corona-Infizierten und Toten rechnet. Schon am 1. Juni soll die tägliche Sterberate bei über 3000 liegen, das wäre eine 70-prozentige Steigerung gegenüber den derzeit gezählten 1750 Toten pro Tag. Die "nur für den Dienstgebrauch" vorgesehene Projektion beruht auf Daten der Katastrophenschutzbehörde Federal Emergency Management Agency (FEMA), der zufolge es Ende Mai jeden Tag zu rund 200.000 Neuinfektionen in den USA kommen soll. Derzeit werden knapp 30.000 neue Fälle pro Tag gezählt.

In dem NYT-Beitrag heißt es ferner, das Institute for Health Metrics and Evaluation an der Universität Washington rechne bis Anfang August mit ungefähr 135.000 Todesfällen in den Staaten. Am 17. April hatte das Institut noch gut 60.000 Opfer vorhergesagt, schon jetzt sind allerdings 69.000 Menschen in den USA an einer COVID-19-Infektion gestorben. US-Präsident Donald Trump empfiehlt dennoch eine weitere Lockerung der Ausgangsbeschränkungen und Social-Distance-Regeln. Vom 11. Mai an wollen denn auch 31 US-Bundesstaaten ihre Regelungen lockern - trotz vielfältiger Warnungen.

Trump hatte am Sonntag eingestanden, die Todesrate in den USA werde sich wohl auf 100.000 Menschen summieren. Das wären doppelt so vielen, wie noch vor zwei Wochen von ihm prophezeit. Judd Deere, Sprecher des Weißen Hauses, sagte, dass die von der NYT veröffentlichten Zahlen nicht dem entsprächen, was die Task Force von Trump an Daten erhoben und an Modellen erarbeitet habe.

Deutschland macht sich locker

Auch in Deutschland schreiten die Lockerungen voran, nachdem sich die Kurve der Neuinfektionen und Todesfälle weiter abflacht (166.000 Infizierte, knapp 7000 Tote). Hunderttausende Kinder und Jugendliche sind gestern unter großen Sicherheitsvorkehrungen in die Schulen zurückgekehrt, in der Regel die Abschlussklassen sowie der Jahrgang davor und die letzten Klassen der Grundschulen. Dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass alle Schüler noch vor den Sommerferien in die Schulgebäude zurückkehren. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sagte der Süddeutschen Zeitung, dass es ihrer Einschätzung nach auch im neuen Schuljahr zunächst keinen normalen Unterricht geben werde. "Wie lange das so bleibt, hängt womöglich davon ab, wann ein Impfstoff kommt", so Esken.

Derweil öffnet Mecklenburg-Vorpommern öffnet wieder stufenweise seine Gaststätten und will auch das Einreiseverbot für auswärtige Touristen zum 25. Mai wieder beenden. Trotz Ladenöffnungen und der teilweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebs sei die Anzahl der Neuinfektionen im nördlichen Bundesland gering. Hotels sollen maximal 60 Prozent ihrer Bettenkapazitäten vermieten dürfen. Hamburg und Niedersachsen wollen ihre Gastronomiebetriebe ebenfalls unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Montag, 4. Mai

Kann künstliche Intelligenz helfen, aufkommende COVID-19-Hotspots frühzeitig aufzuspüren? Einem Bericht von Tech Republic zufolge arbeitet das auf Healthcare-Analytics spezialisierte Softwarehaus Cotiviti recht erfolgreich an einer solchen Lösung. Dabei geht es um ein KI-System, das mithilfe einer Vielzahl von Datenquellen darauf trainiert wird, neue Ausbrüche regional vorherzusagen. Cotiviti verarbeitet in seiner "Caspian-Insights-Plattform" Hunderte von Datenquellen, darunter Informationen über Patienten-Screening, neuer ärztliche Erkenntnisse und Geodaten, um Trends zu identifizieren.

Cotiviti Outbreak Tracker
Cotiviti Outbreak Tracker
Foto: cotiviti

CEO Emad Rizk glaubt, dass KI und maschinelles Lernen in mehrfacher Hinsicht bei der Bewältigung der Pandemie helfen können: bei der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung ebenso wie bei der Steuerung der Vorsorge- und Behandlungsmaßnahmen. Risiken sieht er in der einseitigen oder unzureichenden Auswahl der Trainingsdaten: "Man muss aufpassen, dass die Algorithmen kein zu kleines Datenfenster nutzen. Es ist ein riesiger Unterschied, ob man mit nur zwei oder drei Datenelementen Rückschlüsse ziehen will oder mit 100."

Auf der Basis seiner Caspian-Plattform hat Cotiviti kürzlich seinen "COVID-19 Outbreak Tracker" präsentiert. Auf einer interaktiven Karte werden wöchentlich Vorhersagen über versteckte Hotspots beziehungsweise zu erwartende Ausbruchsregionen veröffentlicht. Die Daten, mit denen das System gefüttert wird, reichen von medizinischen Informationen wie etwa Röntgenbildern, Zulauf auf Intensivstationen, CPT-Codes, ICD-9-Codes und vielem mehr. "Wir schauen nicht nur auf bestätigte Fälle, sondern auch alle Verdachtsmomente. So können wir die Fahne heben und sagen: Dieser Bezirk sieht merkwürdig aus", sagt Rizk.

Anfang März hatte Cotiviti auf diese Weise ungefähr zwei Dutzend US-Bundesstaaten erfasst und datentechnisch bearbeitet. Binnen zwei Wochen entwickelten sich 80 Prozent der vorhergesagten Hotspots zu tatsächlichen Ausbruchsgebieten, behauptet das Unternehmen. Seitdem habe man den Algorithmus und die Datenbasis in hohem Tempo weiterentwickelt und komme bereits auf eine Genauigkeit von 91 Prozent. Das liege unter anderem daran, dass immer neues klinisches Datenmaterial zur Verfügung stehe und so das Modell immer besser werde. Zukünftig könnten die Daten auch dazu herangezogen werden, normale Grippeepidemien von neuen Ausbrüchen des Coronavirus zu unterscheiden. Außerdem könne das System in der Phase der Lockerung eine wichtige Rolle spielen, wenn es gelte, ganze Regionen zu überwachen und kleinste Veränderungen sofort zu entdecken, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Donnerstag, 30. April

Tesla-Gründer Elon Musk macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Die Ausgangsbeschränkungen in den USA seien eine "faschistische" Aktion.
Tesla-Gründer Elon Musk macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Die Ausgangsbeschränkungen in den USA seien eine "faschistische" Aktion.
Foto: Phil Stafford - shutterstock.com

Elon Musk macht wieder einmal mit markigen Sprüchen von sich reden. Anlässlich der Bekanntgabe - guter - Quartalszahlen bezeichnete der Gründer und CEO von Tesla die gegenwärtigen Ausgangsbeschränkungen in der Bay Area von San Francisco und den USA als "faschistische" Aktionen, die die Freiheitsrechte der Menschen beeinträchtigten. Zuvor hatte sich Musk schon am Dienstag auf Twitter einen Shitstorm eingehandelt, als er sich hinter President Donald Trumps Worte "Free America Now" stellte.

Musk war verärgert, weil sechs Bezirke in der Bay Area die bestehenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 31. Mai verlängert und dabei nur marginale Lockerungen zugelassen hatten. Tesla kann damit seine Produktion in der Region nicht wiederaufnehmen. Musk sprach von einem "ernsthaften Risiko", wenngleich es nicht große Unternehmen wie Tesla seien, deren Existenz bedroht sei. Ihm gehe es vielmehr um die ungezählten kleinen Betriebe, die nun um ihr Überleben kämpften.

Derzeit würden Freiheitsrechte extrem eingeschränkt, dafür hätten die Amerikaner ihr Land nicht aufgebaut. Musk schloss mit einem kräftigen: "What the fuck!" Den Menschen zu verbieten, ihr Haus zu verlassen und ihnen bei Zuwiderhandlung mit Gefängnis zu drohen, sei faschistisch. "Das ist nicht demokratisch, das hat mit Freiheit nichts zu tun. Gebt den Menschen ihre verdammte Freiheit zurück."

Der Smartphone-Markt leidet

Qualcomm, größter Hersteller von Chips für mobile Endgeräte, erwartet ein fortgesetzt schwaches Smartphone-Geschäft. Schon in den ersten drei Monaten des Jahres (zweites Finanzquartal) sei die Nachfrage um 21 Prozent eingebrochen. Im laufenden Quartal werde es nochmal um 30 Prozent nach unten gehen. Qualcomm konnte seinen Umsatz im abgelaufenen Jahresviertel noch leicht steigern (von 5,01 auf 5,2 Milliarden Dollar), doch der Nettoprofit brach um 29 Prozent ein. Das Unternehmen warnte vor einem weiterhin schwachen Geschäftsverlauf.

Die mäßigen iPhone-Verkaufszahlen von Apple im abgelaufenen zweiten Finanzquartal scheinen die düsteren Prognosen von Qualcomm zu bestätigen. Ursprünglich hoffte das Unternehmen Erlöse zwischen 63 und 67 Milliarden Dollar zu erzielen, tatsächlich kamen aber "nur" 58,3 Milliarden Dollar in die Kassen. Apple hatte allerdings schon im Februar vor einem heftigen Umsatzeinbruch aufgrund der Corona-Krise gewarnt. Das Unternehmen schloss vor allem in China Läden und kämpfte mit Problemen in den weltweiten Lieferketten. Vor diesem Hintergrund galt der erreichte Umsatz als positive Überraschung, die Anleger zeigten sich zufrieden.

Während die iPhone-Verkäufe zurückgingen, wuchs das Geschäft mit Wearables und Services kräftig. Außerdem meldet Apple für den April eine leichte Belebung im Geschäft mit Mac-Rechnern und iPads. Das Unternehmen führt das auf den anhaltenden Home-Office-Trend zurück: Die Mitarbeiter müssten ausgestattet werden.

Bund sucht Hilfte für Corona-App bei SAP und T-Systems

Einem Bericht des Spiegel zufolge sollen nun SAP und T-Systems das Projekt zur Entwicklung einer Corona-Tracing-App leiten. Gesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzleramtsminister Helge Braun haben dazu am Wochenende mit den Unternehmensspitzen telefoniert. Fraunhofer und Helmholtz Institut sollen beratend zur Seite stehen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seien ebenfalls eingebunden. Zuvor hatte der Bund nach massiver Kritik von Wissenschaftlern und zivilgesellschaftlichen Gruppen seinen Kurs korrigiert und war von einem zentralen auf ein dezentrales Architekturmodell umgeschwenkt, bei dem die Daten auf den Endgeräten der Nutzer liegen sollen.

KI-Modell: Ist die Pandemie im Dezember zu Ende?

Data Scientists aus Singapur verlassen sich bei ihren Vorhersagen nicht auf den Blick in die Glaskugel, sondern auf Daten und Modelle.
Data Scientists aus Singapur verlassen sich bei ihren Vorhersagen nicht auf den Blick in die Glaskugel, sondern auf Daten und Modelle.
Foto: Shutter_M - shutterstock.com

Data Scientists haben einem Bericht von The Next Web zufolge versucht, die Frage zu beantworten, wann die Corona-Pandemie zu Ende gehen wird. Ihre Vorhersagen nutzen ein mathematische Modell namens SIR (Susceptible, Infected, Recovered), das herangezogen wird, um die Ausbreitung und Eindämmung von Seuchen zu berechnen. Forscher der Singapore University of Technology and Design (SUTD) haben das Modell mit Daten zu bestätigten Infektionen, vorgenommenen Tests und gemeldeten Todeszahlen gefüttert, um den Lebenszyklus von COVID-19 einschätzen zu können (PDF). Ergebnis: Das System sagt das Ende der Pandemie für Dezember 2020 vorher, wobei die Schwankungen zwischen den Ländern hoch sein sollen. Australien könnte schon im Juni über dem Berg sein, Italien erst im Oktober. In Deutschland wäre die Pandemie demnach schon im August überstanden.

Die Forscher warnen allerdings, dass weder die Daten noch das Modell die Komplexität und Dynamik der Pandemie vollständig und akkurat erfassen könnten. Immerhin lehnen sie sich aber so weit aus dem Fenster, dass sie empfehlen, die Daten in die Planungen zur Aufhebung von Ausgangssperren und Restriktionen einfließen zu lassen. Die Geschichte zeige, dass alle Pandemien einem bestimmten Lebenszyklus folgten: Ausbruch, Höhepunkt, Abflauen, Verschwinden. Jedes Stadium werde aber durch Gegenmaßnahmen in den Ländern sowie durch die dortige Vorabsituation stark beeinflusst.

Entscheidend sind Datenmengen und -qualität

Dennoch ist das SUTD-Team davon überzeugt, dass Datenwissenschaftler den Corona-Lebenszyklus mit einiger Genauigkeit berechnen können. Allerdings brauchen sie dafür Daten. Fündig wurden sie in einem COVID-19-Datensatz, den Our World in Data gesammelt hat: eine Forschungsorganisation, die sich die Untersuchung der größten Probleme unserer Erde zur Aufgabe gemacht hat. Dort fanden die Wissenschaftler beispielsweise Daten zu bestätigten Infektionen und Todesfällen, die vom European Centre for Disease Prevention and Control gesammelt worden waren, und viele weitere öffentlich zugängliche Statistiken. Das Team ließ die Daten durch sein mathematisches Modell laufen, um die Zahl künftiger Infektionen hochzurechnen. So entstand eine Grafik in Form einer Glocke, die Beschleunigung, Umkehrpunkt und das geschätzte Ende der Pandemie zeigt.

Nicht unerwartet mahnen die Forscher, die Daten mit Vorsicht zu behandeln. Zu viel Optimismus könne dazu führen, dass die Präventionsmaßnahmen in den Ländern zu früh gelockert würden, was die Pandemie wiederaufleben lassen könne. Außerdem hänge ihr Modell von der Datenqualität ab, die oft unzuverlässig sei und von den Ländern mit unterschiedlicher Sorgfalt geliefert würden. Nicht vorherzusagen sei ferner, ob sich Politiker dem Druck von Wirtschaft und Öffentlichkeit beugten und zu früh die Zügel lockerten. "Die Schätzungen erklären eher die Geschichte als dass sie die Zukunft vorhersagen", schreibt denn auch SUTD-Professor Jianxi Luo. Dennoch könnten sie helfen, uns auf die nächste Phase der Pandemie vorzubereiten.

Mittwoch, 29. April

Unter dem Eindruck der Corona-Krise beginnt auch in der Digitalbranche die Stimmung zu kippen. Der vom ITK-Branchenverband Bitkom veröffentlichte Index für die Geschäftslage fiel im April um 20,1 Zähler auf 0,9 Punkte. Die IT- und Telekommunikationsunternehmen bewerten ihre aktuelle Lage im Durchschnitt nur noch als befriedigend, vor einem Monat war die Situation noch überwiegend als gut bezeichnet worden.

Im April geht es auch für die Digitalbranche steil bergab, wenngleich die Situation immer noch besser ist als in anderen Märkten.
Im April geht es auch für die Digitalbranche steil bergab, wenngleich die Situation immer noch besser ist als in anderen Märkten.
Foto: Bitkom

Auch die Aussichten sind nun schlechter geworden. Der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate ging um 10,6 auf -36,3 Punkte zurück. Der Digitalindex, der die gegenwärtige Geschäftslage und die Geschäftserwartung zusammen berechnet, rutschte damit deutlich ins Minus. Nach -3,8 Punkten im Vormonat sank er auf -18,7 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Erhebung 2006.

Bitkom-Präsident Achim Berg stellt dennoch fest, dass die Stimmung in den Unternehmen der Digitalbranche besser sei als in der Gesamtwirtschaft. Allerdings hätten sich nun auch hier die Perspektiven für die kommenden Monate verschlechtert. "Auch wenn die aktuellen Aussichten nicht wirklich rosig sind: Wir befinden uns durch Corona an einem Digital Turning Point. Die Welt dreht ins Digitale, dafür wird die Bitkom-Branche gebraucht und das wird sich demnächst auch in den Auftragsbüchern niederschlagen."

Sogar der Fachräftemangel wird zum Nebenschauplatz

Auf dem Arbeitsmarkt gehen die Digitalunternehmen nun auch mehrheitlich von einer negativen Entwicklung aus. Die Beschäftigungserwartungen für die kommenden drei Monate sind zum ersten Mal seit Juli 2009 leicht negativ. Der Index fiel um 14,6 auf -2,3 Punkte. Die knappe Mehrheit der Unternehmen erwartet demnach einen Beschäftigungsabbau. Seit 2015 ist erstmals nicht mehr der Fachkräftemangel, sondern die fehlende Nachfrage das größte Geschäftshemmnis. Berg stellt dennoch fest: "Jedes zehnte Digitalunternehmen sucht selbst in der Corona-Krise neue Mitarbeiter."

Auch in der Gesamtwirtschaft erreichte die Stimmung im April einen historischen Tiefstand. Der ifo-Geschäftsklimaindex stürzte um 25,4 Zähler auf -37,6 Punkte ab, den schlechtesten jemals gemessenen Wert. Auch die weiteren Erwartungen sind mau, sie gingen von 21,1 auf -54,4 Indexpunkte zurück. Die Geschäftslage brach um 30,6 Zähler auf -18,8 Punkte ein. Das ifo-Institut warnt zudem vor einer Pleitewelle in Deutschland. In seiner April-Umfrage hat das Wirtschaftsinstitut ermittelt, dass rund 29 Prozent der befragten Firmen nicht länger als drei Monate überleben könnten, wenn die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie für längere Zeit aufrechterhalten blieben. Gut die Hälfte (53 Prozent) glaubt, ein halbes Jahr durchhalten zu können. "Das sind beunruhigende Zahlen, die auf eine kommende Pleitewelle hindeuten", erläutert Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Dienstag, 28. April

Der indische IT-Dienstleistungsriese Tata Consultancy Services (TCS) hat in einem Interview mit dem Pay-TV-Kanal "India Live" angekündigt, er werde auch nach der Covid-19-Pandemie weitgehend an seinen neuen Home-Office-Regelungen festhalten. Chief Operating Officer (COO) N Ganapathy Subramaniam sagte: "Unsere Kunden sind glücklich und unsere Mitarbeiter ebenfalls". Bislang hätten alle Services problemlos erbracht werden können.

"Wir beobachten einen höheren Durchsatz und eine bessere Produktivität", so der COO. Die Mitarbeiter arbeiteten enger und effizienter zusammen als bisher. Menschen, die aus einem abgesicherten Home Office heraus arbeiteten, würden "zu einem integralen Bestandteil des Betriebsmodells". TCS hatte 415.000 Mitarbeiter ins Homeoffice beordert und zuvor rund 1000 Kunden weltweit darüber und über die begleitenden Sicherheitsmaßnahmen informiert. "Nachdem wir unseren Kunden das abgesicherte, grenzüberschreitende Workspace-Konzept erklärt hatten, kam die Zustimmung sehr schnell und wir konnten Remote Working einführen, sagte Subramaniam.

Die TCS-Mitarbeiter nähmen Sicherheit und Datenschutz überaus ernst, weshalb das Vertrauen der Geschäftsleitung groß sei. "Sie verstehen, was für die Kunden und für TCS wichtig ist und dass es um unseren guten Ruf geht." TCS will nun erstmal drei Viertel seiner Mitarbeiter bis zunächst 2025 remote arbeiten lassen. Ob sie ganz oder nur teilweise im Home Office bleiben sollen, ist allerdings noch unklar. Auch wird sich das Unternehmen noch mit dem Arbeitsschutz beschäftigen müssen: In der TV-Übertragung waren viele Mitarbeiter zu sehen, die mit einem Laptop auf dem Bett lagen und ihrer Arbeit nachgingen.

Verband fordert Home-Office-Gesetz

Sollte es ein Recht auf Home Office geben, so wie es Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorschlägt? Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat sich dafür ausgesprochen. "Die aktuelle Krise hat bewiesen, dass die Unternehmen, die bereits Vorkehrungen für Home-Office-Arbeitsplätze getroffen hatten, wesentlich schneller umschalten konnten als unvorbereitete Unternehmen", sagt BVDW-Vizepräsident Alexander Kiock in einer Pressemitteilung. Home Office helfe nicht nur, im Notfall Arbeitsplätze zu sichern, sondern auch die Flexibilität zu steigern und die Handlungsfähigkeit von Unternehmen zu gewährleisten. Ein grundsätzliches Recht auf Home Office auch außerhalb von Krisenzeiten sei erforderlich. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bräuchten gegenseitige Rechtssicherheit per Gesetz und entsprechende Zusätze in den Arbeitsverträgen.

Kiock ergänzt: "Ein Recht auf Home-Office kann den Arbeitsalltag zahlreicher Menschen in Deutschland erleichtern, beispielsweise von Pendlern oder körperlich eingeschränkten Menschen, und dadurch die Produktivität von Unternehmen erhöhen." Am Ende könnten alle gewinnen: die Unternehmen, die Umwelt und die Arbeitnehmer. Die digitale Transformation habe dazu geführt, dass der Präsenzzwang in den Jobprofilen, in denen ortsunabhängiges Arbeiten möglich wäre, antiquiert wirke. Viele Tätigkeiten könnten mit entsprechenden digitalen Lösungen problemlos auch von zu Hause aus erledigt werden. "Entsprechende Regelungen gehören natürlich in die Arbeitsverträge, damit sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber Planungs- und Rechtssicherheit erhalten", so Kiock.

Montag, 27. April

Im Ringen um den geeigneten Ansatz für eine Tracing-App, mit deren Hilfe sich Corona-Infektionsketten nachvollziehen lassen, hat die Bundesregierung nach heftiger Kritik den Kurs geändert. Nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtsminister Helge Braun zunächst den vom Pepp-PT-Konsortium vorgeschlagenen Server-basierten Ansatz der Datenspeicherung favorisiert hatten (siehe Freitag, 24. April), soll nun doch einem dezentralen Speicherverfahren der Vorzug gegeben werden, wie ihn beispielsweise das Konzept (Decentralized Privacy Preserving Proximity Tracing) vorsieht (hier die Erklärung der Minister). Der Entscheidung war ein Streit um Datenschutzfragen vorausgegangen, 300 Experten hatten in einem offenen Brief den Pepp-PT-Ansatz kritisiert und vor den Risiken einer "beispiellosen Überwachung" gewarnt.

Um mittels einer App Infektionen nachvollziehen und Menschen warnen zu können, braucht es die Beteiligung möglichst vieler Menschen und damit auch deren Vertrauen. Das dürfte auch die Bundesminister erkannt haben: Wenn die Daten nicht zentral, sondern nur auf den Smartphones der Menschen gespeichert werden, wird die Menge der Teilnehmer deutlich steigen. Wichtiger noch: Mit dem Kurswechsel sind nun auch Google und Apple vorbehaltlos dabei, die mit Android und iOS die mit Abstand wichtigsten Betriebssystem-Plattformen kontrollieren. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hatte Apple die für das zentrale Modell nötige Öffnung von Schnittstellen in seinem Betriebssystem nicht befürwortet. Apple und Google hatten vor wenigen Wochen angekündigt, gemeinsam an APIs und an einer Plattform zu arbeiten, auf deren Basis Gesundheitsbehörden in aller Welt schnell Bluetooth-basierte Tracing-Apps entwickeln können sollen.

Satirevideo von Brad Pitt lässt Amerika in der Krise lachen

In den USA scheint President Donald Trump auf seine tägliche Pressekonferenz zur Corona-Lage der Nation verzichten zu wollen. Angesichts der harschen öffentlichen Kritik an seinen - angeblich "sarkastisch" gemeinten - Aussagen zur Behandlung von Patienten mit UV-Licht und Desinfektionsmitteln, hat der President einmal mehr die Medien kritisiert und selbst vor seinem Haussender Fox News nicht halt gemacht. Unterdessen verbreitet sich im Netz ein Satire-Clip, in dem Hollywood-Star Brad Pitt den Virologen und Trump-Berater Anthony Fauci spielt.

Freitag, 24. April

Wie das Handelsblatt berichtet, die Schulen nach den Osterferien schrittweise wieder zu öffnen - vor allem, um Prüfungen zu ermöglichen.Pepp-PT-Technik entschieden. Das Projekt, an dem 130 europäische Wissenschaftler mitgearbeitet hatten, war wegen seines Datenschutzansatzes stark kritisiert worden. Rund 300 Experten hatten in einem offenen Brief vor einer zentralen Speicherung der erhobenen Daten gewarnt, da sie Sicherheitsprobleme aufwerfe und einen Datenmissbrauch begünstige. Viele unterstützen den rivalisierenden Ansatz (Decentralized Privacy Preserving Proximity Tracing), der vorsieht, die Daten dezentral auf den Smartphones der Nutzer abzulegen.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn entscheidet sich für die umstrittene Pepp-PT-Technologie.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn entscheidet sich für die umstrittene Pepp-PT-Technologie.
Foto: photocosmos1 - shutterstock.com

Der digitalpolitischen Sprecher der Unions-Bundestagfraktion, Tankred Schipanski, verriet dem Handelsblatt, dass nun die Fraunhofer Gesellschaft im Austausch mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten, dem BSI und dem Robert Koch-Institut (RKI) eine App auf Grundlage der Pepp-PT-Technologie entwickeln werde. Die geplante zentrale Speicherung der Nutzerdaten ermögliche es, die Entwicklung der Pandemie besser zu verfolgen. Dass Daten zentral gespeichert würden, sei weder rechtlich noch politisch ein Hinderungsgrund.

Outbreak im Amazon-Lagerhaus

Amazon kämpft laut "Business Insider" mit einem größeren COVID-19-Ausbruch in einem Auslieferungszentrum außerhalb von New York City. Mehr als 30 Beschäftigte seien dort positiv getestet worden. Amazon-Sprecher Timothy Carter bestätigte, dass man sich um die Betroffenen kümmere. Wie viele es genau sind, wollte er nicht sagen. Business Insider zitiert einen Mitarbeiter, demzufolge es in den Lagerräumen nicht möglich sei, die Abstandsregeln einzuhalten. Amazon stattet seine Mitarbeiter mit Masken und Handschuhen aus, außerdem misst das Unternehmen zu jedem Schichtbeginn Fieber bei den Mitarbeitern.

Boston Dynamics will in der Telemedizin helfen

Aus vielen Youtube-Videos sind die Roboter von Boston Dynamics bekannt: Sie gehen, rennen, tanzen, fallen und stehen wieder auf. Diese Eigenschaften sollen nun auch in der Telemedizin genutzt werden können: Ausgerüstet mit einem Tablet sollen die Robtoter an die Krankenbetten COVID-19-infizierter Patienten herantreten und via Videokonferenz den Dialog mit Ärzten und Pflegepersonal eröffnen. Um hier voranzukommen, hat das Unternehmen angekündigt, seine Hardware- und Softwaredesign Open Source verfügbar zu machen, damit Entwickler und Ingenieure Lösungen für den Kampf gegen das Virus entwerfen können. Eine erste Lösung ist bereits im Bringham and Women's Hospital in Massachusetts im Einsatz.

Boston Dynamics geht es vor allem darum, mit einer besseren telemedizinischen Versorgung das Pflegepersonal zu schützen. Derzeit untersucht das Unternehmen, wir seine Roboter mithilfe von Spezialkameras auch Fieber, Puls, Atmung und Sauerstoffversorgung prüfen können. Später sollen die Roboter auch für die Desinfektion von Krankenzimmern via UV-C-Licht herangezogen werden. Designdokumente und Softwarecode können bei Github eingesehen werden.

Virologe Drosten warnt: Deutschland droht Vorsprung zu verspielen

Prof. Dr. med. Christian Drosten von der Charité warnt vor Ungeduld. Deustchland drohe, seinen Vorsprung zu verspielen.
Prof. Dr. med. Christian Drosten von der Charité warnt vor Ungeduld. Deustchland drohe, seinen Vorsprung zu verspielen.
Foto: Prof. Dr. med. Christian Drosten

Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charité, hat die starken Lockerungen in einigen Bundesländern kritisiert. In seinem NDR-Podcast sagte der ansonsten mit politischen Aussagen zurückhaltende Wissenschaftler, dass Deutschland möglicherweise dabei sei, seinen Vorsprung zu verspielen. "Jetzt sehen wir diese Geschichten von Einkaufs-Malls, die wieder voller Leute sind", sagte Drosten. Laut Helmholtz-Gemeinschaft hätte in Deutschland die Möglichkeit bestanden, das Virus nahezu komplett auszulöschen, doch die Politik habe sich dagegen entschieden. Laut Drosten hätte eine Fortsetzung des hierzulande erfolgreichen milden Lockdowns die Reproduktionsziffer R, die die Ansteckungsrate beschreibt, innerhalb von wenigen Wochen in einen Bereich von 0,2 herunterdrücken können. Jetzt müsse das Ziel sein, R bei unter eins zu halten, so dass eine infizierte Person weniger als eine weitere Person anstecke.

Laut Drosten ist Deutschland in "einem fragilen Bereich". Die Reproduktionsziffer liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) wieder bei 0,9, einige Tage zuvor lag R noch bei 0,7. Auch mit Masken und Abstandsregelung dürfe es weiter keine großen Menschenansammlungen geben, warnte der Virologe. Angesichts der vielen Einzelauslegungen in den Ländern würde er sich nicht wundern, wenn im Mai oder Juni eine Situation entstünde, "die wir nicht mehr kontrollieren können". Drosten erklärte, das Virus breite sich auch unter dem Deckel der Maßnahmen weiter im ganzen Land aus, zu starke Lockerungen könnten an vielen Orten gleichzeitig neue Infektionsketten auslösen.

Donnerstag, 23.April

Videokonferenz-Anbieter Zoom hofft mit seiner für den 30. Mai geplanten Version 5 die viel kritisierten Sicherheitsprobleme des Dienstes in den Griff zu bekommen. Wichtigste Nachricht: Das Unternehmen rüstet von einer AES-128- auf eine AES-264-bit-GCM-Verschlüsselung auf. Zuvor hatten Kritiker, allen voran "The Intercept", sowohl die unzureichende Verschlüsselung als auch das Routing von Daten über chinesische Server kritisiert. Zoom-Account-Manager sollen künftig auch die volle Kontrolle darüber erhalten, welche Datenregionen erlaubt bezihungsweise verboten werden sollen. Beobachter blicken nun darauf, ob es Zoom gelingen wird, alle Features sowie Bild- und Tonqualität mit dem neuen Verschlüsselungsstandard in der bisherigen Qualität aufrechtzuerhalten (siehe auch Videodienst Zoom im Kreufeuer der Kritik).

Mehr Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hebt das Kurzarbeitergeld für von der Corona-Krise betroffene Arbeitnehmer an. Bislang betrug die stattliche Hilfe für kinderlose Beschäftigte 60 Prozent und für Arbeitnehmer mit Kindern 67 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts. Nun soll sie für Menschen, die derzeit um mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, vom vierten Monat des Bezugs an auf 70 Prozent (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) erhöht werden. Vom siebten Bezugsmonat an klettert der Betrag auf 80 Prozent (87 Prozent) - längstens bis Ende 2020.

Montgomery kritisiert Maskenpflicht

Über den Nutzen der ab Montag gültigen bundesweiten Maskenpflicht für Bundesbürger, die einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen, gibt es keinen Konsens. Ausgerechnet Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des Weltärztebundes, hat heftige Kritik daran geübt. Masken gäben ein trügerisches Sicherheitsgefühl und verleiteten Menschen dazu, den viel wichtigeren Mindestabstand zu vergessen, sagte Montgomery der "Rheinischen Post". Zudem konzentriere sich das Virus im Stoff. Beim Abnehmen der Maske berührten Träger ihre Gesichtshaut, wodurch sich das Ansteckungsrisiko erhöhe. Eine Pflicht zum Tragen von Schals oder Tüchern vor dem Gesicht bezeichnete Montgomery gar als "lächerlich". Wichtiger sei es, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und Krankenhaus- sowie Pflegepersonal ausreichend mit hochwirksamen Masken zu versorgen.

Tiger King hat Husten

Im Zoo ist es nicht so schlimm, wenn sich die hustengeplagte Großkatze nicht anschleichen kann. Vier Tiger im New Yorker Tierpark sind mit COVID-19 infiziert.
Im Zoo ist es nicht so schlimm, wenn sich die hustengeplagte Großkatze nicht anschleichen kann. Vier Tiger im New Yorker Tierpark sind mit COVID-19 infiziert.
Foto: dangdumrong - shutterstock.com

"Hi, Ihr coolen Katzen und Kätzchen", es gibt schlechte Nachrichten für Euch! Nicht nur Fans der beliebten Netflix-Serie "Tiger King" dürfte interessieren, was sich gerade im New Yorker Bronx Zoo abspielt. Vier Tiger und drei Löwen wurden dort positiv auf COVID-19 getestet, berichtet der Betreiber die Wildlife Conservation Society. Ein erster Fall war bereits am 5. April bekannt geworden: der Malaysia-Tiger Nadia hatte sich angesteckt - vermutlich bei einem Zoomitarbeiter, der ohne Symptome infiziert war und seiner Arbeit nachging. Den Tieren geht es dem Bericht zufolge gut. Sie verhalten sich normal, fressen ordentlich und husten bereits weniger als in den ersten Tagen der Infektion. In New York hatten Tierärzte außerdem bei zwei Hauskatzen eine milde verlaufene Corona-Infektion festgestellt. Eine Gefährdung durch den Kontakt mit Haustieren soll es für Menschen nicht geben.

Mittwoch, 22. April

In Deutschland hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona zugelassen. Nach einer Mitteilung des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, darf das Mainzer Unternehmen Biontech seinen Wirkstoff an gesunden freiwilligen Personen testen.

IBM-Umsatz rückläufig

Wie stark trifft die Corona-Krise die ITK-Anbieter? Einen Hinweis geben die am Montagabend veröffentlichten Geschäftszahlen von IBM zum ersten Quartal 2020. Das Unternehmen meldete einen um 3,4 Prozent rückläufigen Umsatz von 17,6 Milliarden Dollar. Der Nettoprofit ging um 26 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (GAAP) zurück. IBM, das von einem soliden Cloud-Business (plus 19 Prozent Umsatz) und ebenso ordentlichen Zahlen bei der zugekauften Softwaretochter Red Hat (plus 18 Prozent) profitierte, musste dennoch seine Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr aufgrund der Corona-Krise zurücknehmen. Ende des laufenden zweiten Quartals will das Unternehmen die Situation neu bewerten.

IBM-Zahlen in den Geschäftsbereichen
IBM-Zahlen in den Geschäftsbereichen
Foto: IBM

"Bis Februar liefen die Geschäfte weitgehend so wie erwartet", blickt Finanzchef Jim Kavanaugh zurück. Im März habe dann die Pandemie durchgeschlagen, Social Distancing und Homeoffice breiteten sich aus. "Nicht unerwartet haben sich die Prioritäten unserer Kunden dann stark verändert", sagte Kavanaugh. Die Investitionsbereitschaft sei zurückgegangen, die Kunden hätten sich "verständlicherweise" erst einmal mit sich selbst und ihren dringlicheren Geschäftsabläufen beschäftigt. Das habe sich vor allem auf IBMs Softwaregeschäft niedergeschlagen, wo das Unternehmen üblicherweise in den beiden letzten Wochen eines Quartals die meisten Abschlüsse tätige.

Netflix wächst rasant, doch auch die Sorgen um die Serienproduktion wachsen

Starke Quartalszahlen präsentierte am gestrigen Dienstagabend erwartungsgemäß der Streaming-Dienst Netflix, der von den Ausgangsbeschränkungen in den meisten Ländern profitiert. 15,8 Millionen neue Abonnenten in den ersten drei Monaten (im Vorjahr waren es weniger als zehn Millionen Neukunden) sorgten für einen kräftigen Umsatzschub, wenngleich Währungsschwankungen die Dynamik beeinträchtigten. Netflix nahm 5,8 Milliarden Dollar ein (Vorjahr: 4,5 Milliarden), der Nettoprofit stieg auf 709 Millionen Dollar an (Vorjahr: 344 Millionen).

Das Unternehmen fragt sich nun, ob all die Neukunden an Bord bleiben werden und ob die meist zum Stillstand gekommenen Produktionen neuer Serien bald wieder anlaufen können. Netflix zählt weltweit 183 Millionen Abonnenten, die Verfolger Amazon Prime und Disney+ bringen es auf 150 Millionen beziehungsweise 50 Millionen Subscriber.

Viele Deutsche genießen das Home Office

In der Corona-Krise sitzen mehr Menschen denn je zuvor in ihren Home-Offices. Der Videokonferenz- und Collaboration-Spezialist LogMeIn wollte herausfinden, ob dieser Trend nachhaltig ist und hat zusammen mit One Poll eine Markterhebung vorgenommen. Demnach wünscht sich gut die Hälfte der befragten Deutschen (55 Prozent), permanent im Home-Office zu arbeiten. Ähnlich hoch sind die Zahlen in Großbritannien und den USA, wo allerdings das Home-Office ohnehin weiterverbreitet ist als bei uns.

Fast 80 Prozent der Deutschen nennen die Zeitersparnis als wichtigsten Vorteil, fallen doch lange Pendelzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto weg. Eine bessere Produktivität und allgemeine Zufriedenheit im Home-Office bestätigen ein Drittel der befragten Deutschen - diese Vorteile rangieren auf den hinteren Plätzen. Viel positiver werden der positive Umweltbeitrag sowie die Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung und der Einteilung der Arbeitszeit gesehen: Zwei von drei Arbeitskräfte sehen in letzterem einen großen Vorteil. Tatsächlich spielt auch die Freiheit, sich daheim nach Gusto kleiden zu können, eine Rolle: 58 Prozent genießen es, die Business-Kleidung im Schrank lassen zu können.

Remote-Arbeiter sehen aber auch neue Herausforderungen, darunter die Bewältigung der Hausarbeit, die ständige Erreichbarkeit für die Kinder oder den fehlenden direkten Kontakt zu den Arbeitskollegen. Smalltalk, der Plausch in der Kaffeeküche oder das gemeinsame Feierabendbier sind durch eine Videokonferenz nicht zu ersetzen. Fast jeder zweite Deutsche empfindet es als schwierig, sich regelmäßig mit dem Team auszutauschen (47 Prozent). Interne Firmenchats und regelmäßige Videokonferenzen schaffen hier allerdings Abhilfe.

Tesla-Fahrer würden im Auto gerne Zoom-Videokonferenzen nutzen

Tesla-Fahrzeuge gelten als Computer auf Rädern. Viele Fahrer würden sie auch gerne als Offices auf Rädern nutzen. Unternehmensgründer Elon Musk wird derzeit auf Twitter mit Anfragen überschüttet, wann auf den großen Bildschirmen der Mittelkonsole endlich Zoom-Videokonferenzen laufen. Wie die Website Mashable berichtet, seien mit dem bereits installierten Webbrowser und den Kameras im Fahrerraum die wichtigsten Voraussetzungen schon geschaffen.

Mashable zitiert allerdings auch einen Zoom-Sprecher, demzufolge die Verfügbarkeit des Systems im Infotainment-System eines Autos wohl eher nicht der sicherste Use Case sei. Wahrscheinlich würden die Fahrer irgendwann damit beginnen, das System auch während der Fahrt zu nutzen. Wenn aber der Tesla parke, könne Zoom im Auto irgendwann genauso genutzt werden wie heute Youtube oder Games. Angesichts der gravierenden Sicherheitsprobleme in Zoom darf allerdings bezweifelt werden, dass es demnächst soweit kommt. Elon Musk selbst hatte den Einsatz der Videokonferenz-Software in seinem anderen Unternehmen SpaceX aufgrund der Security-Mängel untersagt.

Dienstag, 21. April

Die Management-Beratung McKinsey fürchtet, dass sich die Arbeitslosenquote in der EU (EU27) und Großbritannien in den kommenden Monaten verdoppeln könnte. Bis zu 59 Millionen Arbeitsplätze könnten demnach verlorengehen, 26 Prozent der Menschen könnten von Lohn- und Arbeitsstundenkürzungen oder Arbeitslosigkeit betroffen sein. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Analyse "Safeguarding Europe's Livelihoods - Mitigating the Employment Impact of COVID-19".

McKinsey zufolge sind verschiedene Ausbildungsniveaus und Industriesektoren unterschiedlich betroffen. 80 Prozent der bedrohten Arbeitsplätze betreffen demnach Jobs, die keinen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss voraussetzen. Überdurchschnittlich bedroht sollen Tätigkeiten im Kundenservice und der Gastronomie sein. Den Groß- und Einzelhandel treffe die Pandemie besonders hart: Hier seien 14,6 Millionen Jobs bedroht (44 Prozent aller Arbeitsplätze in dieser Branche). Im Hotelgewerbe und der Gastronomie stünden 8,4 Millionen Arbeitsplätze auf der Kippe, heißt es, also fast drei von vier Jobs (74 Prozent). Für Künstler und die Unterhaltungsbranche sieht es ebenfalls nicht gut aus: 1,7 Millionen Arbeitsplätze sind bedroht, jeder zweite.

Deutlich besser dürfte es professionellen Dienstleistern und dem IT-Sektor ergehen. Dort drohten zwölf beziehungsweise acht Prozent der Arbeitsplätze wegzufallen. Die Untersuchung zeigt weiter, dass Beschäftigungsverhältnisse in kleinen Betrieben besonders stark gefährdet sind. Auf Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten entfallen zwei Drittel der bedrohten Arbeitsplätze. Zudem sind jüngere Angestellte statistisch stärker betroffen als ältere - schon weil sie in der Minderzahl sind, so dass Entlassungen in dieser Gruppe prozentual stärker ins Gewicht fallen.

Trump stoppt Einwanderung

US-President Donald Trump hat gestern Abend auf Twitter einen Erlass angekündigt, mit dem die Vereinigten Staaten jegliche Einwanderung für einen nicht genannten Zeitraum unterbinden wollen. Er nannte allerdings weder einen Startpunkt oder Zeitraum noch irgendwelche Details zu Ländern, Bevölkerungsgruppen oder betroffene Visa-Arten. Als Gründe führte Trump den Kampf gegen den "unsichtbaren Feind" und den Schutz der Arbeitsplätze seiner "Great American Citizens" an.

Streit um Corona-App PEPP-PT eskaliert

Mit "PEPP-PT" arbeiten verschiedene Forscher an der technischen Grundlage für Corona-Tracing-Apps. Aufgrund von Datenschutzbedenken ist es unter den Beteiligten nun aber zu einem heftigen Streit gekommen. Marcel Salathé, Epidemiloge an der EPFL Lausanne, distanzierte sich von dem Vorhaben, ebenso seine Universitätskollegen und die von der ETH Zürich. Auch das deutsche Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA und die belgische KU Leuven legten ihre Mitarbeit auf Eis.

ZEIT ONLINE berichtet gar von einem offenen Protestbrief von mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (mehr als 50 davon aus Deutschland), der der Redaktion vorab vorliege. Darin distanzieren sich die Experten von dem mit PEPP-PT eingeschlagenen Weg und warnen vor einer "beispiellosen Überwachung". Apps, mit denen das Coronavirus eingedämmt werden soll, könnten demnach zu Spionen auf den Smartphones der Nutzer werden.

Offenbar sind sich die Betreiber der App uneins über die Architektur der App-Infrastruktur beziehungsweise darüber, wie die anonymen Daten zur Identifizierung einzelner App-Nutzer (IDs) gespeichert werden sollen: zentral auf einem Server, den der Staat oder das Robert-Koch Institut (RKI) betreibt oder dezentral, so dass die Daten vollständig dezentral auf dem jeweiligen Mobilgerät bleiben? Im zweiten Falle würde die Berechnung, ob das via Bluetooth offene Smartphone eines Users in der Nähe eines Infizierten war, auf dem mobilen Endgerät stattfinden. Von dort aus würde auch die Warnung verschickt.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, favorisieren die Hauptinitiatoren von PEPP-PT, Chris Boos, Gründer des KI-Unternehmens arago GmbH, und Thomas Wiegand vom Heinrich-Hertz-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft die zentrale Variante, ebenso das französische KI-Forschungsinstitut INRIA. Andere Vorschläge, darunter das Tracing-Konzept der TU München (contacTUM) und die Initiative DP3T, hinter der sich Marcel Salathé und seine Schweizer Kollegen, sowie CISPA versammeln, sprechen sich für eine dezentrale Lösung aus. Salathé kritisierte im Gespräch mit dem Tagesspiegel die nicht transparente Kommunikation, Ideen würden hinter verschlossenen Türen diskutiert und nicht veröffentlicht.

Hintergrundartikel zum Thema bieten unter anderem Heise, Der Tagesspiegel, Die Zeit und andere.

Montag, 20. April

Vom heutigen Montag an werden die mit der Corona-Krise beschlossenen Einschränkungen teilweise gelockert. Autohäuser, Buchhandlungen und Fahrradhändler öffnen wieder, allerdings unter Einhaltung strenger Hygienepflichten. Verwirrend ist indes die Regelung, wonach Geschäfte mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Für die die Umsetzung sind die Bundesländer zuständig, und die haben hier und in vielen anderen Fragen unterschiedliche Ansichten.

Wer Einkaufen gehen will, sollte einen Mundschutz tragen. Noch handelt es sich allerdings nur um eine dringende Empfehlung, keine Anordnung.
Wer Einkaufen gehen will, sollte einen Mundschutz tragen. Noch handelt es sich allerdings nur um eine dringende Empfehlung, keine Anordnung.
Foto: FamVeld - shutterstock.com

Landesweite Unterschiede gibt es auch bei den Startterminen der Öffnungsmaßnahmen: In Thüringen etwa öffnen die Geschäfte erst am Freitag (24. April), in Berlin und Brandenburg am kommenden Mittwoch. Auch Bayern geht seine eigenen Wege: Bau- und Gartenmärkte öffnen heute ihre Pforten, kleinere Geschäfte und Buchhandlungen sowie Auto- und Fahrradhändler folgen eine Woche später. Nordrhein-Westfalen, von der Corona-Krise hart getroffen, geht dennoch weiter als die anderen Länder und öffnet schon heute auch die großen Möbelhäuser und Babyfachmärkte.

Wer Einkaufen gehen möchte, muss sich an diverse Vorschriften halten. Schutzmasken, Abstandsmarkierungen und Einlasskontrollen werden das Bild in den Geschäften prägen. Oft werden geschultes Personal oder ein privater Sicherheitsdienst dafür sorgen, dass nicht zu viele Personen in einem Geschäft sind und die Abstandsregelungen (mindestens 1,50 Meter) eingehalten werden.

Hilfen ab nächster Woche

Abschlussklassen besuchen die Schulen

Was die Schulen angeht, war die Kultusministerkonferenz von Bund und Ländern damit beauftragt worden, bis zum 29. April Szenarien zu erarbeiten, wie die Schulen vom 4. Mai an wieder schrittweise ihren Betrieb aufnehmen können. Die Bundesländer haben aber teilweise schon damit begonnen, die Abschlussklassen für Prüfungsvorbereitungen und Prüfungen wieder in die Schulen zu lassen. Der Bundeselternrat kritisierte das unkoordinierte Vorgehen der Länder, die Bildungsgewerkschaft GEW warnte vor unzureichenden Hygienebedingungen, zumal kaum Masken zur Verfügung stünden - vor allem nicht für Risikogruppen, darunter viele ältere Lehrer.

Die Entscheidungen, kleine Geschäfte wieder zu öffnen und den Schulbetrieb langsam wieder aufzunehmen, wurden in der Bevölkerung skeptisch aufgenommen. Zur Grafik: Positive Aussagen zur Pandemie waren in der vergangenen Woche um 29 % häufiger als negative, wobei das IMWF 1,7 Millionen Aussagen aus Online-Quellen für sein Stimmungsbarometer herangezogen und mithilfe von KI ausgewertet hat.
Die Entscheidungen, kleine Geschäfte wieder zu öffnen und den Schulbetrieb langsam wieder aufzunehmen, wurden in der Bevölkerung skeptisch aufgenommen. Zur Grafik: Positive Aussagen zur Pandemie waren in der vergangenen Woche um 29 % häufiger als negative, wobei das IMWF 1,7 Millionen Aussagen aus Online-Quellen für sein Stimmungsbarometer herangezogen und mithilfe von KI ausgewertet hat.
Foto: IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung

An Hochschulen sollen ebenfalls Prüfungen stattfinden dürfen. Bibliotheken und Archive öffnen unter strengen Auflagen wieder ihre Pforten. Bei den Kitas gehen die Bundesländer ebenfalls nicht einheitlich vor: Von heute an soll eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Experten Vorschläge für eine schrittweise Wiederöffnung machen. Viele Eltern, aber vor allem Alleinerziehende seien derzeit äußerst stark belastet, sagte Familienministerin Franziska Giffey.

Freitag, 17. April

Einen Impfstoff gegen das COVID-19 wird es sobald nicht geben, vielleicht aber ein wirksames Medikament für die Behandlung schwerster Erkrankungen. Der amerikanische Pharmakonzern Gilead Science hat ermutigende Ergebnisse bei ersten Tests seines noch nicht zugelassenen Wirkstoffs "Remdesivir" erzielt. Wie die medizinische Website Statnews berichtet, zeigte sich bei einer Gruppe von Patienten, die mit Remdisivir behandelt worden waren, eine schnelle Wirkung: Fieber und Atemnot gingen zurück. Der Test mit 125 schwer erkrankten Personen wurde in einem Krankenhaus in Chicago durchgeführt. Zwei Menschen starben, alle anderen konnten nach durchschnittlich sechs Tagen geheilt entlassen werden. Momentan laufen weitere Tests in US-Krankenhäusern, ein Bericht von Gilead wird für die nächsten Tage erwartet.

KI beweist: Quarantäne und Social Distancing funktionieren!

Ein Team des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat ein Machine-Learning-Modell für eine präzise Vorhersage der Verbreitung von COVID-19 trainiert. Es zeigt, dass eine zu frühe Aufhebung der Social-Distance-Maßnahmen und Ausgehbeschränkungen fatale Folgen haben würde. Das Team trainierte die KI mit öffentlich zugänglichen Daten über die Ausbreitung des Virus in Wuhan, Italien, den USA und Südkorea. Es berücksichtigte dabei auch, wie die Regierungen mit Quarantäneanordnungen sowie anderen epidemiologischen Maßnahmen umgingen. Zunächst wurde das System mit Daten von Januar bis März 2020 trainiert, dann wurden daraus Vorhersagen für April abgeleitet, die anschließend mit den real verfügbaren Zahlen abgeglichen wurden. Es stellte sich heraus, dass die Maschine in der Lage war, die Kurve in allen Ländern, für die sie Daten hatte, exakt vorherzusagen.

"Unsere Ergebnisse weisen eindeutig darauf hin, dass die Länder, in denen rasche staatliche Interventionen und strenge gesundheitspolitische Maßnahmen für Quarantäne und Isolierung durchgeführt wurden, erfolgreich darin waren, die Ausbreitung der Infektion zu stoppen und eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern", schreibt das Team. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen zurückgehe, würde demnach eine "Lockerung oder Umkehrung der Quarantänemaßnahmen in den USA zum jetzigen Zeitpunkt zu einer exponentiellen Explosion der Zahl der infizierten Fälle führen und damit alle seit Mitte März 2020 durchgeführten Maßnahmen in Frage stellen." Die Forscher glauben den Beweis erbracht zu haben, dass Social Distance und Quarantäne gut funktionieren. Würden sie aber zu früh aufgehoben, wie es in Singapur der Fall gewesen sei, beginne alles wieder von vorne.

Donnerstag, 16. April

Bundeskanzlerin Angela Merkel lockert die Zügel nur langsam, was vielen Wirtschaftsverbänden nicht gefällt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel lockert die Zügel nur langsam, was vielen Wirtschaftsverbänden nicht gefällt.
Foto: Frederic Legrand - COMEO - shutterstock.com

Bund und Länder haben sich zum Leidwesen mancher Wirtschaftsverbände auf einen eher vorsichtigen Kurs zurück zur Normalität geeinigt. Die Abstandsvorschriften (1,5 Meter) und die Kontaktbeschränkungen (höchstens eine außerhalb des eigenen Haushalts lebende Person) wurden verlängert. Erste Geschäfte dürfen ab Montag wieder öffnen. Umstritten ist die Regelung, wonach Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern ihre Türen - bei Einhaltung strenger Hygieneregeln - wieder öffnen dürfen, während größere Märkte weiter geschlossen bleiben müssen. Auto- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen können ab Montag unabhängig von ihrer Größe öffnen, Friseure dürfen vom 4. Mai an wieder Kunden empfangen.

Im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen sollen die Menschen künftig einen Mundschutz tragen - allerdings ist bislang nur von einer "dringenden Empfehlung" die Rede. Smartphone-Apps zur Nachverfolgung von Kontakten gelten als sinnvoll, sollen aber freiwillig zum Einsatz kommen. Bis Ende August wurden zudem Großveranstaltungen untersagt, wobei die Länder definieren sollen, was darunter zu verstehen ist. Gottesdienste bleiben weiter untersagt. Die Politik will mit den teils verärgerten Religionsvertretern darüber sprechen, wie das das weitere Vorgehen aussehen kann. Restaurants, Bars und Kneipen bleiben erst einmal geschlossen.

Schulen öffnen ab 4. Mai - überwiegend

Die Schulen sollen vom 4. Mai an schrittweise wieder öffnen, Vorrang haben dabei die Abschlussklassen und Schüler, bei denen Prüfungen oder ein Schulwechsel anstehen. Bis zum 29. April will die Kultusministerkonferenz einen Plan vorlegen, unter welchen Hygienebedingungen der Unterricht künftig stattfinden kann. Eine Ausnahmeregelung gönnt sich Bayern,, Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), denen die WHO unterstellt ist, sagte, dies sei nicht die Zeit, Hilfsorganisationen im Kampf gegen das Virus zu schwächen.

Kritik für die neuen Regelungen gab es vor allem vom Einzelhandelsverband HDE. Es gebe kein "Sachargument" für die 800-Quadratmeter-Regel, Abstands- und Hygieneregeln könnten größere Geschäfte ebenso gut einhalten. Der Handelsverband Textil sprach von einer willkürlichen Einteilung, große Geschäfte würden benachteiligt. Vor allem für Boutiquen und die ohnehin angeschlagenen Warenhäuser sei die Entscheidung problematisch.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag äußerte sich ebenfalls kritisch. DIHK-Präsident Eric Schweitzer vermisst einen klaren Fahrplan, noch seien die Konturen, wohin es gehen soll, zu unscharf. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, kritisierte gegenüber t-online.de, dass der notwendige Ausstieg aus den Einschränkungen nicht systematisch genug vorbereitet werde. Vor allem für Gastronomie und Hotels sei kein Ende der Ausnahmesituation in Sicht.

Trump verärgert mit WHO-Sanktionen die Wissenschaft

Mit der Entscheidung, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 60 bis 90 Tage nicht mehr finanziell zu unterstützen, hat US-President Donald Trump Wissenschaftler, Mediziner und Gesundheitsorganisationen in aller Welt gegen sich aufgebracht, darunter auch Bill Gates. Trump hatte das schlechte Management und die Kommunikationspolitik der WHO mehrfach heftig kritisiert - und stand damit keineswegs alleine. Die Vereinigten Staaten haben allein 2019 rund 500 Millionen zum Gesamtbudget von sechs Milliarden Dollar bei der WHO beigetragen und sind damit größter Einzelsponsor.

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), denen die WHO unterstellt ist, sagte, dies sei nicht die Zeit, Hilfsorganisationen im Kampf gegen das Virus zu schwächen. Josep Borrell, in der EU für Außen- und Sicherheitspolitik zuständig, stieß in das gleiche Horn: In Zeiten, in denen die Bekämpfung des Coronavirus weltweit Priorität habe, sei Trumps vorgehen nicht zu rechtfertigen. Andere Kritiker geißelten das "unverantwortliche Vorgehen" des US-Präsidenten und fürchten zudem einen weltweiten Bedeutungsverlust der USA in der Bekämpfung der Krise. Trump war für sein Verharmlosen und spätes Reagieren auf die Coronakrise stark kritisiert worden und hatte in der WHO offenbar einen Sündenbock gefunden.

Wipro traut sich keinen Ausblick zu

Auch in der ITK-Branche beginnt die Pandemie nun erste Spuren zu hinterlassen. Im Laufe der unmittelbar bevorstehenden Ergebnissaison, in der die Unternehmen ihre Quartalsergebnisse präsentieren, dürften sich die Probleme zeigen. So meldete der indische IT-Dienstleister Wipro zwar gute Zahlen für sein Ende März abgelaufenes viertes Finanzquartal, Umsatz und Nettoertrag wuchsen um vier beziehungsweise sechs Prozent. Doch im abgelaufenen Berichtszeitraum seien außerordentliche Erlöseinbußen von 14 bis 16 Millionen Dollar entstanden.

Für das anlaufende erste Quartal im neuen Geschäftsjahr gab das Unternehmen aufgrund der Covid-19-Krise keine Prognose ab. Man könne das Ausmaß der Rückgänge nicht absehen. Die Kunden verlangten nach Cloud- und Sicherheitslösungen sowie nach Virtual-Desktop-Angeboten - alles Bereiche, in denen man gut aufgestellt sei. Dennoch seien Wipros Kunden hart von der Krise getroffen, die IT-Ausgaben würden sinken. Das gelte vor allem für den Handel, das Hotel- und Gastgewerbe, den Luftverkehr, den Energiesektor (Öl und Gas) sowie Maschinenbau- und Automotive-Bereiche.

Google will weniger einstellen und investieren

Vorsicht lässt auch Google walten: Der Internet-Gigant will 2020 "signifikant" weniger neue Mitarbeiter einstellen als ursprünglich beabsichtigt und seine geplanten Investitionen in Rechenzentrumsaufbau und Marketing nach unten korrigieren. 2019 hatte Google 20.000 Mitarbeiter eingestellt, 2020 wollte man eigentlich in einer vergleichbaren Größenordnung anwerben. Auch Microsoft hatte mitgeteilt, vorübergehend das Einstellungsprocedere für "einige Rollen" zu stoppen.

GoPro entlässt jeden fünften Mitarbeiter

arbeiten General Motors (GM)baut 20 Prozent seiner Mitarbeiter ab - über 200 Stellen. In diesem Jahr will man die operativen Ausgaben um 100 Millionen Dollar senken. Gründer und CEO Nicholas Woodman will erstmal auf sein Gehalt verzichten. Das Unternehmen, das mit einem Ausflug in den Drohnenmarkt gescheitert war, arbeitet derzeit daran, den Direktverkauf für seine Kameras anzukurbeln.

Brille aus China misst Körpertemperaturen

Erfolgreicher mit seinen Gadgets ist das chinesische Startup Rokid. Es bietet eine smarte Brille an, die mithilfe von Wärmesensoren in der Lage ist, innerhalb von zwei Minuten die Körpertemperaturen von bis zu 200 Menschen in einem Radius von bis zu drei Metern zu erfassen. Die Brille ist mit einer Qualcomm-CPU, einer 12-Megapixel-Kamera und Augmented-Reality-Features ausgestattet und lässt sich per Sprache steuern, um Live-Bilder und Fotos von Menschen aufzunehmen. Rokid hofft nun im amerikanischen B2B -Markt Fuß zu fassen, wo man Unternehmen, Krankenhäuser und Rechtsorgane unterstützen will, COVID-19-Infizierte aufzuspüren.