Japan: digitaler Ladendiebstahl via Foto-Handy wird zum Problem

01.07.2003
Japan kämpft mit einer neuen Form von Copyright-Verletzungen: dem digitalen Ladendiebstahl. Wie die Buchhändler im Land der aufgehenden Sonne beklagen, kaufen die Kunden neuerdings keine Fachliteratur oder Modemagazine mehr, sondern fotografieren die für sie interessanten Seiten mit Kamera-Handys.

Japan kämpft "digitalem Ladendiebstahl". Die Buchhändler im Land der aufgehenden Sonne beklagen, dass Kunden neuerdings keine Fachliteratur oder Modemagazine mehr kaufen, sondern die für sie interessanten Seiten mit Kamera-Handys fotografieren. Das Problem ist inzwischen so groß, dass der japanische Magazinverlagsverband eine Kampagne gegen die Mobil-Kopierer angekündigt hat, berichten die Nachrichtenagenturen.

Künftig soll deshalb auf 30.000 Plakaten in japanischen Geschäften dazu aufgerufen werden, "Informationsaufnahme per Kamera-Handy oder anderem technischen Gerät zu unterlassen". In Japan sind etwa 77 Millionen Handys abgesetzt worden. Jedes zweite der seit Anfang des Jahres ausgelieferten Mobiltelefone ist Schätzungen zufolge mit einer Kamera ausgestattet.

"Das Problem ist, dass wir nicht unterscheiden können, ob der Kunde telefoniert oder fotografiert", sagt eine Mitarbeiterin einer großen japanischen Buchhandelskette. (mf)

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