Ein neues Iphone?

Kann HP mit Palm erfolgreich sein?

30.04.2010

Was HP einen Strich durch den Palm/WebOS-Erfolg machen könnte

Man muss nicht der unverhohlen ablehnenden Meinung des amerikanischen Analysten John Strand sein, der zur Übernahme von Palm sagte, "wenn HP weltweit eine Rolle in der mobilen Welt spielen will, ist ein 1,2 Milliarden Dollar schwerer Kauf von Palm nicht der richtige Weg. Palm hat außerhalb der USA keine Marke und keinen Vertrieb", um einige Zweifel an der Übernahme zu haben.

HPs ipaq - ein Megaflop.
HPs ipaq - ein Megaflop.

Wenn man beispielsweise auf die hauseigene "iPaq"-Geschichte verweist, fällt auf, dass HP nach der Compaq-Übernahme mit dem Organizer-Erbe rein gar nichts anfangen konnte. Heute hat dieses Windows Mobile-basierende Gerät vernachlässigbare 0,1 Prozent Marktanteil.

Auch das Marktpotential der Netzwerktochter Procurve wurde spät erkannt. Intern jahrelang als Verkaufskandidat gehandelt, musste Procurve bis zur Übernahme des einstigen Netzwerkprimus 3Com warten, um als relevante Geschäftseinheit anerkannt zu werden.

Aber auch der Smartphone-Markt selbst zeigt, dass Erfolge sich nur dann einstellen, wenn man in diesem mit einer klaren Roadmap und entschlossen mit großem Tempo agiert. So ist es Microsoft trotz Milliardenaufwand bis heute nicht gelungen, sein mobiles Betriebssystem erfolgreich zu platzieren. Von Palms trostloser Geschichte und Nokias verzweifelten Bemühungen, sich als Marktführer zu halten, ganz zu schweigen.

Zudem sind im Geschäft mit diesen attraktiven Geräten offensichtlich einige Regeln zu beachten, die wenig mit dem Unternehmensumfeld zu tun haben, dafür viel mit der Akzeptanz durch Endverbraucher. Apples erstaunlich erfolgreiches iphone spricht hier eine so deutliche Sprache, das sich alle Konkurrenten, gleich ob RIM, HTC, Samsung oder Nokia, ausschließlich an ihm orientieren. Es ist also die Mischung aus geschäftstauglichem Werkzeug und ansprechendem Freizeitgerät, die über den Erfolg entscheiden wird.

Und, um zu schließen, entscheidend ist auch die deutliche Positionierung des WebOS in HPs Strategie. Nur wenn die Vertriebsmannschaften und Partner des IT-Riesens den Eindruck haben, dass HP entschlossen ist, die Neuerwerbung so weiterzuentwickeln dass sie bei Kunden, wozu eben Geschäftskunden ebenso Service Provider zählen werden, unübersehbar ankommt, wird sich die Übernahme als Erfolg herausstellen.

Man sieht, HP hat viel zu tun. (wl)

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