Neuer CEO, neue Ausrichtung

Komsas schwieriger Weg zur neuen Struktur

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Der neue Komsa-Chef Pierre-Pascal Urbon hat dem sächsischen TK-Distributor eine schlankere Struktur verpasst. Nicht allen gefällt das, doch Urbon sieht sich auf dem richtigen Weg.

Vor gut einem halben Jahr wurde Pierre-Pascal Urbon als CEO und CFO der Komsa AG berufen (ChannelPartner berichtete). Der bisherige CEO, Uwe Bauer, verließ das Unternehmen. Als Grund wurde eine "strategische und strukturelle Neuausrichtung" des TK-Distributors aus Hartmannsdorf bei Chemnitz genannt.

Seit 1. Mai 2020 ist Pierre-Pascal Urbon CEO und CFO beim Hartmannsdorfer TK-Distributor Komsa. Mit umfangreichen Umstrukturierungen will der neue Chef den Weg für den Ausbau der IoT-Dienstleistungen und eine weitere Internationalisierung ebnen.
Seit 1. Mai 2020 ist Pierre-Pascal Urbon CEO und CFO beim Hartmannsdorfer TK-Distributor Komsa. Mit umfangreichen Umstrukturierungen will der neue Chef den Weg für den Ausbau der IoT-Dienstleistungen und eine weitere Internationalisierung ebnen.
Foto: Komsa

Urbon machte sich ans Werk und stellte im Juli 2020 seinen Weg zur "kompakten Neuausrichtung" vor. Die bisher 20 Gesellschaften hat der neue Komsa-Chef auf fünf Organisationseinheiten reduziert. Dies führte aber auch dazu, dass manche Funktionen nun doppelt besetzt waren. Laut Informationen aus Herstellerkreisen sollen den Betroffenen andere Positionen im Unternehmen angeboten worden sein. Letztendlich seien aber rund 70 Mitarbeiter den Weg nicht mitgegangen.

Lesen Sie auch: Uwe Bauer verlässt Komsa

Komsa-CEO Urbon will auf Anfrage von ChannelPartner keine Stellung zu dieser Zahl nehmen. Er bekräftigt aber, dass man "nicht auf die Mitarbeiter verzichten wollte", sie sollten nur andere Rollen wahrnehmen. "Es fallen tatsächlich einige Führungsstellen weg", bestätigt er. Es habe Anpassungen gegeben, doch das sei nicht ungewöhnlich. Die Anzahl der Mitarbeiter, die Komsa verlassen haben, bewege sich aber "im Rahmen der üblichen Fluktuation". Es gebe keinen groß angelegten Mitarbeiterabbau.

Internes Entscheidungsgremium

Urbon bekräftigt, dass die Entscheidungen in einem Gremium von "mehr als 30 Komsianern" intern getroffen wurden. So seien keine externen Berater involviert gewesen. "Es gibt ein positives Momentum innerhalb von Komsa mit einer sagenhaften Identifikation mit dem Unternehmen", stellt er fest.

Gewisse Vorbehalte auf Herstellerseite, dass die Betreuung durch die Umstrukturierung und den Verlust gewohnter Ansprechpartner leiden könnte, will der Komsa-Chef zerstreuen. "Wir haben mit allen Herstellern gesprochen. Sowohl für die Hersteller als auch die Kunden hat sich die Situation verbessert, denn wir sind jetzt effizienter, schneller und anpassungsfähiger", meint Urbon. Er sieht sich mit den Maßnahmen auf dem richtigen Weg: "Wir wären dumm, wenn wir unsere gute Stellung aufs Spiel setzen würden", betont er.

Lesetipp: Die kuriosesten Handy-Reparaturfälle bei Komsa

Die Umstrukturierung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Das gesamte ITK-Handelsgeschäft wird in einer Gesellschaft gebündelt. Diese umsatzstarke und strategische Geschäftsfeld wird weiterhin Vertriebsvorstand Steffen Ebner verantworten. Mit dem strategischen Geschäftsfeld Dienstleistungen will der Grossist den wachsenden Markt für IoT-Services erschließen, indem er die Leistungen aus Logistik und Reparatur mit den Fähigkeiten der Hardwarebeschaffung und KI-gestützter Datenanalyse kombiniert. Der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts verantwortet Pierre-Pascal Urbon selbst. Die Komsa angeschlossene Fachhandelskooperation Aetka mit über 2.000 Händlern soll ihr Business wie bisher unverändert weiter führen.

Zur Startseite