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Mobilfunkmarkt im Umbruch

Kostenloses EU-Roaming und dann?

27.03.2017
Der Mobilfunkmarkt gilt längst als gesättigt. Wurde der Kampf um Marktanteile lange Zeit über aggressive Preisattacken geführt, kommt die Talfahrt allmählich ans Ende. Ob der Wegfall der Gebühren fürs Surfen durch fremde EU-Netze Kunden entlastet, ist fraglich.
Im europäischen Vergleich gelten die Mobilfunkpreise in Deutschland, vor allem bei den angebotenen Datenvolumen, immer noch als sehr hoch.
Im europäischen Vergleich gelten die Mobilfunkpreise in Deutschland, vor allem bei den angebotenen Datenvolumen, immer noch als sehr hoch.
Foto: olegtoka - shutterstock.com

Wer auf dem deutschen Mobilfunkmarkt nach attraktiven und vergleichbaren Preisangeboten Ausschau hält, muss angesichts des Tarif-Wirrwarrs verzweifeln. Es gibt praktisch kein Massengut auf dem deutschen Markt, das annäherend solche Leistungs- und Preisunterschiede enthält wie ein Handyvertrag.

Volumentarife oder Flatrates, mit oder ohne SMS, Datenautomatik oder Drosseltarif, mobiles TV, Kurz- oder Langzeitverträge, Prepaid oder Postpaid - die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Intransparenz und Tarifvielfalt nutzt die Branche offenbar als Hebel, um auf gesättigten Märkten Erlösquellen zu sichern. Dabei wäre in Deutschland noch gewaltig Luft nach unten.

Am 15. Juni kommt eine weitere Ungewissheit hinzu. Es ist eine Zäsur in der Entwicklung des Mobilfunks: Das umstrittene EU-Roaming wird an dem Tag kostenfrei. Es geht um jene Gebühren, die anfallen, wenn Mobilfunkkunden im EU-Ausland zum Handy greifen. Zum Ärger von Verbraucherschützern und Regulierern hielten die Roaming-Kosten die Tarife lange Zeit hoch und sorgten dafür, dass die Anbieter sich eine goldene Nase verdienten.

Nun soll EU-Reisenden kein Eurocent extra mehr fürs Herumwandern durch fremde Netze aus der Tasche gezogen werden. Zwar müssen auch künftig Roaming-Kosten bezahlt werden, aber es sind nicht mehr die Endkunden, die zur Kasse gebeten werden - im Prinzip jedenfalls. Doch die Frage ist, welche Auswirkungen hat der Wegfall der Gebühren?

"Es ist völlig unklar, was nach dem 15. Juni passiert", analysiert Susanne Blohm, Referentin für Digitales und Medien bei der Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Andere wie das Vergleichsportal Verivox sehen bereits eine Preiswende am Mobilfunk-Himmel heraufziehen. Verbraucher würden für eine Leistung bezahlen, die eigentlich kostenfrei sei, unterstreicht Christian Schiele, Produktchef Telekommunikation bei Verivox.

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