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Nach Turbulenzen bei Media-Saturn

Kreditversicherer kürzen Limite für Retailer



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Im Zuge der Turbulenzen um Media-Saturn haben die Kreditversicherer den gesamten Elektronik-Retail unter die Lupe genommen – mit schwerwiegenden Folgen: Auch den Verbundgruppen wurden in den letzten Wochen die Limite gekürzt.
Die Krise bei Media-Saturn zieht nun den gesamten Elektronik-Retail in Mitleidenschaft
Die Krise bei Media-Saturn zieht nun den gesamten Elektronik-Retail in Mitleidenschaft
Foto: Media-Saturn

Was in den letzten Wochen gerüchteweise durch die Branche ging, wurde nun durch eine Recherche der Lebensmittelzeitung bestätigt: Die Limits der Lieferanten wurden für viele Elektronik-Retailer reduziert - nicht nur für Media-Saturn, das in den letzten Monaten durch wiederholte Gewinnwarnungen und eine Auswechslung der Geschäftsführung von sich reden machte, sondern auch für die CE-Verbundgruppen Electronic Partner, Euronics und Expert.

Laut der Lebensmittelzeitung habe mindestens Euler Hermes, der führende Kreditversicherer, die Branche in den vergangenen Monaten genauer untersucht, die Zahlen verschiedener Händler unter die Lupe genommen und sei dabei zu einer negativen Einschätzung gekommen. Über die Absenkungen der Limits seien die Lieferanten als Vertragspartner der Warenkreditversicherer schriftlich informiert worden. Am stärksten soll Media-Saturn betroffen sein: So soll dort die Höchstgrenze der versicherbaren Summe um bis zu 50 Prozent reduziert worden sein. Bei den Verbundgruppen sollen die Limits für Warenkredite um bis zu 30 Prozent eingeschränkt worden sein.

Was sind die Auswirkungen aufs Geschäft?

Wie die Lebensmittelzeitung weiter berichtet, seien die Elektronik-Retailer nun damit beschäftigt, die Folgen der Limiten-Kürzung für das operative Geschäft möglichst gering zu halten. Denn sinke die Summe, die ein Hersteller über Warenkredite absichern können, sei er unter Umständen gezwungen, seine Lieferungen an den Händler einzuschränken - ein Szenario, das insbesondere im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft drohen könne. Engpässen bei der Warenversorgung seien dann nicht ausgeschlossen.

Laut der Lebensmittelzeitung zeige sich Media-Saturn offen dafür, mit Lieferanten kürzere Zahlungsziele für gewisse Zeiträume zu vereinbaren - gepaart mit entsprechenden Konditionenforderungen. Bei Wettbewerbern führe das zu Befürchtungen, der Retail-Marktführer könne in den kommenden Monaten deutlich preisaggressiver agieren, um den Absatz der eingekauften Ware zu beschleunigen.