Studie von Palo Alto Networks

Kriminelle Hacker bieten Erpressungssoftware zum Mieten an

26.08.2021
Cyber-Kriminelle legen öffentliche Einrichtungen und Unternehmen lahm, erpressen Lösegeld, stehlen Daten. Das Geschäft boomt. Inzwischen kann man die dafür notwendige Schadsoftware auch als Service aus dem Netz buchen.
Mittlerweile biten Cyberkriminelle Schadsoftware auch zur Miete an.
Mittlerweile biten Cyberkriminelle Schadsoftware auch zur Miete an.
Foto: ozrimoz - shutterstock.com

Cyberkriminelle setzen bei ihren Erpressungsangriffen mit Verschlüsselungssoftware immer häufiger eine Art Mietsoftware ein, die von neuen Banden im Netz als Service bereit gestellt wird. Das geht aus einem Bericht der IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks hervor, der am Mittwoch, den 25. August 2021, in Santa Clara veröffentlicht wurde. Die Sicherheitsforscher beobachteten einen Generationswechsel in der Ransomware-Szene. Große Gruppen wie REvil und Darkside ziehen sich demnach zurück oder benennen sich um, um der Aufmerksamkeit der Strafverfolgungsbehörden und der Medien zu entgehen. Dafür würden neue Gruppen aktiv.

Ransomware-Attacken gelten derzeit als die größte Bedrohung im Cyberspace. Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlüsseln. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer ein Lösegeld (engl. "ransom").

Zu den neuen Gruppen, die Palo Alto Networks entdeckt hat, gehört "Avos Locker", die das kriminelle Geschäft als Mietservice betreiben ("Ransomware as a Service"). Zu der Dienstleistung der Gruppe, die im Netz mit einem blauen Käferlogo auftritt, gehört auch ein vermeintliches Servicecenter. "Wie viele seiner Konkurrenten bietet Avos Locker technischen Support an, um den Opfern bei der Sanierung zu helfen, nachdem sie mit einer Verschlüsselungssoftware angegriffen wurde", heißt es in dem Bericht.

Die neue Gruppe "Hive Ransomware" setze nicht nur auf die Verschlüsselung von wichtigen Daten der Opfer, sondern hat auch Erpressungstools entwickelt, um mit einer Veröffentlichung von sensiblen Daten Druck auf das Opfer auszuüben. Das Tool biete sogar die Option, die gestohlenen Daten in sozialen Medien zu teilen.

In den USA hatten zuletzt Ransomware-Angriffe auf die Energieinfrastruktur Schlagzeilen gemacht, darunter eine der wichtigsten Benzinpipelines in den USA. Hinter diesen Angriffen werden vor allem in Russland ansässige Cyber-Hacking-Gruppen vermutet. (dpa/rw)

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