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Syrien

Künstliche Intelligenz soll Kriegsverbrechen aufklären helfen

08.05.2018
Menschenrechtler wollen mit Hilfe künstlicher Intelligenz Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverstöße im Syrienkonflikt nachweisen.
Syrische Flüchtlinge: Eine neue Software soll dabei unterstützen, Menschenrechtsverstöße zu erkennen.
Syrische Flüchtlinge: Eine neue Software soll dabei unterstützen, Menschenrechtsverstöße zu erkennen.
Foto: Orlok - shutterstock.com

Die Software namens "VFrame" könne in Videos verdächtige Objekte identifizieren und sogenannte Metadaten auslesen, die bei der Verifikation der Aufnahmen helfen, erklärte Hadi Katib, Gründer des "Syrian Archive". Die Einrichtung sammelt Videos und Bilder des Syrienkonflikts aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Netzwerken sammelt und wertet sie aus. Die Organisation war auch an der Entwicklung des Programms beteiligt. Neben Strafverfolgungsbehörden sei das auch für Investigativjournalisten interessant, betonte der Mitentwickler Adam Harvey.

Täglich landeten Hunderte privater Aufnahmen aus dem Krieg in sozialen Netzwerken, sagte Katib. Alle Aufnahmen einzeln nach Hinweisen auf Menschenrechtsverstöße zu sichten, sei aufgrund der Masse nicht mehr möglich.

Algorithmus erkennt Munition auf Fotos

Der zugrundeliegende Algorithmus werde unter anderem darauf trainiert, systematisch Munition auf Bildern zu erkennen, auch dann, wenn die abgebildete Munition verdreckt oder beschädigt sei. Auch bei der Verifikation von Aufnahmen helfe das Programm, erklärte Mitentwickler Adam Harvey. In Anwendungsbeispielen zeigten Katib und Harvey unter anderem Belege für den Einsatz von Streumunition durch das russische Militär sowie für Hunderte Einsätze chemischer Waffen im Syrienkonflikt.

Katib und Harvey warfen Plattformen wie Google und Youtube vor, bei dem Versuch, extremistische Inhalte zu löschen auch massenhaft Beweise für Menschenrechtsverstöße zu vernichten. Allein Google habe laut dem jüngsten Transparenzbericht zu diesem Zweck mehr als acht Millionen Videos gelöscht. Viele davon enthielten nachweislich keinen Extremismus, dafür aber Hinweise auf Menschenrechtsverstöße. (dpa/rs)