Vodafone-Partner

Kunden zehn Handyverträge untergeschoben

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Erneut sind Unregelmäßigkeiten bei einem Vodafone-Partner-Shop aufgetreten. Um über 16.000 Euro soll ein Kunde geprellt worden sein, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

Wer einen Mobilfunkvertrag mit Vodafone über einen Vertriebspartner abgeschlossen hat, sollte seine Rechnungen genau prüfen. In letzter Zeit sind immer wieder Vertragsabschlüsse und Buchungen von Angeboten ohne Zustimmung der Kunden vorgenommen worden (ChannelPartner berichtete).

Vodafone kommt nicht aus den Schlagzeilen, da immer wieder Kunden von Vertragshändlern durch untergeschobene Verträge geprellt werden.
Vodafone kommt nicht aus den Schlagzeilen, da immer wieder Kunden von Vertragshändlern durch untergeschobene Verträge geprellt werden.
Foto: viewimage - shutterstock.com

Vodafone reagierte nach eigenen Angaben mit "ersten Sofortmaßnahmen". So seien verschiedene Provisionsmaßnahmen überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft worden. Nun wurde ein besonders drastischer Fall bekannt, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

Zehn Verträge mit gefälschten Unterschriften

Demnach hatte ein Geschäftsmann aus Frankfurt bereits 2003 in einem Shop in Bockenheim einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen, ursprünglich für etwa 76 Euro. Die Buchhaltung übernimmt für den Kunden immer ein Steuerberater. Ende 2020 habe dieser dann Alarm geschlagen, weil monatliche Telefonkosten von 1.500 Euro aufliefen.

Der von dem Kunden beauftragte Anwalt überprüfte die Rechnungen, die noch nicht verjährt waren. Ab 2016 betrugen die monatlichen Kosten bereist über 300 Euro, die sich dann über die Jahre kontinuierlich steigerten. Nach Berechnungen des Juristen wurden 16.000 Euro zu viel bezahlt. Vodafone legte nach einer entsprechenden Beschwerde zehn Verträge auf den Namen des Kunden vor. Die Unterschriften für die Vertragsabschlüsse waren offenbar gefälscht.

Der Kunde wird wohl auf dem Großteil des Schadens sitzenbleiben. Bisher wurden lediglich noch ausstehende 1.700 Euro vom TK-Konzern übernommen. Auch wenn der Betrug von einem Vodafone-Vertragspartner ausging, muss sich der Konzern Frage gefallen lassen, ob die Kontrollmechanismen des Partnernetzwerks funktionieren. Offensichtlich war es bisher für die schwarzen Schafe unter den Vodafone-Händlern recht einfach, Kunden mit ungewollten Verträgen und Zusatzleistungen zu prellen, und sich so an Provisionen zu bereichern.

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