Neues Personal, neue Strategie

Lenovo will Motorola wiederbeleben

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Mit Martin Börner an der Spitze der Mobile Business Group und Björn Simski als deren Vertriebschef will Lenovo bei der Smartphone-Marke Motorola eine „Neupositionierung“ vornehmen. Angesichts der starken Konkurrenz wird das nicht einfach.

Nein, tot ist Motorola als Smartphone-Marke nicht, doch blühendes Leben sieht anders aus. Der einstige Mobilfunkpionier, der seit 2014 zu Lenovo gehört, hat in der Vergangenheit viele Federn lassen müssen. So bestimmen längst andere Player den Markt.

Der neue Executive Director und General Manager der Mobile Business Group von Lenovo in Deutschland, Martin Börner, bringt durch seine frühere Tätigkeit bei Motorola den passenden Stallgeruch mit.
Der neue Executive Director und General Manager der Mobile Business Group von Lenovo in Deutschland, Martin Börner, bringt durch seine frühere Tätigkeit bei Motorola den passenden Stallgeruch mit.
Foto: Lenovo

Nach aktuellen Zahlen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Canalys für das dritte Quartal 2020 dümpelt Lenovo weltweit bei den verkauften Stückzahlen auf Platz acht. Neben den etablierten Marken Samsung, Huawei und Apple drängen chinesische Unternehmen wie Xiaomi, Vivo, Oppo und Realmi mit Macht auf den Markt. Xiaomi hat im Q3 mit über 40 Millionen ausgelieferten Smartphones sogar Apple vom dritten Platz verdrängt und reiht sich nun hinter Samsung und Huawei ein. Zum Vergleich: Lenovo kommt laut Canalys gerade einmal auf etwas mehr als 10 Millionen Stück.

Es ist also kein leichtes Marktumfeld, das die Mobile Business Group des Lenovo-Konzerns beackern muss. Die inkonsistente Brand-Strategie der letzten Jahre war dabei auch nicht unbedingt hilfreich. So wollte man eigentlich 2016, zwei Jahre nach der Übernahme, den Markennamen Motorola sterben lassen. Immerhin trugen Lenovo-Smartphones noch den Beinamen "Moto". Nur ein Jahr später revidierte man diese Entscheidung. Nun finden sich sowohl Moto- als auch Motorola-Geräte im Lenovo-Portfolio.

Neue Führung für die Mobile-Sparte

Mit einer neuen Führungsspitze soll nun eine "Neupositionierung von Motorola in Deutschland" vorgenommen werden. Dazu hat Lenovo Martin Börner als Executive Director und General Manager für die Leitung der Mobile Business Group in Deutschland an Bord geholt. Ihm zur Seite steht Björn Simski als Director Sales (ChannelPartner berichtete). Beide Manager sind schon viele Jahre in der TK-Branche unterwegs und bringen mit ihren früheren Tätigkeiten bei Motorola auch einen gewissen Stallgeruch mit.

So ist es Börner klar, was von ihm erwartet wird: "Ich habe auf meinen früheren Stationen in dieser sehr dynamischen Branche immer gerne etwas aufgebaut. Als ich bei Motorola 2002 wegging, habe ich das gemachte Nest eines Marktführers verlassen und mit Sendo etwas ganz Neues gewagt", erzählt er im Gespräch mit ChannelPartner. Er sieht nicht nur im Consumer-Markt, sondern gerade auch im Enterprise-Geschäft viel Potenzial. "Wenn ich das Motorola-Logo sehe, habe ich tatsächlich das Gefühl, wieder zurück zu den Wurzeln zu kommen", beschreibt Börner seine Gefühlslage.

Börner sieht den deutschen Smartphone-Markt im Umbruch: "Wir hatten in Deutschland eine relativ unnatürliche Aufteilung des Marktes mit den drei Platzhirschen, die zeitweise über 90 Prozent des Marktes abgedeckt haben, und den anderen, die sich um den kleinen Rest geschlagen haben. Das ändert sich jetzt und wir wollen dabei eine wichtige Rolle spielen und in drei bis fünf Jahren zu den Top drei Anbietern gehören", gibt er die Marschroute aus. "Jeder in der Branche weiß, dass Relevanz bei einem Marktanteil von zehn Prozent anfängt". Der Mobile-Chef hält sich aber bedeckt, wie das angesichts der vor allem chinesischen Konkurrenzbrands, die mit gehobener Ausstattung zu günstigen Preisen enorme Stückzahlen realisieren, geschehen soll.

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