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Rechenzentrum zum Ausprobieren

Lenovos Executive Briefing Center als Business-Turbo für Partner

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Das erste EBC hat Lenovo nach dem Übergang der x86-Serversparte von IBM auf Anfrage von Kunden in Stuttgart eingerichtet. Anfang 2018 wurde ein zweites in London eröffnet. Wer sie besucht, muss keine Verkaufsshow befürchten: Sachinformationen, PoCs und echtes „Be“-greifen stehen im Vordergrund.

Virtualisierung, Software-defined Networking und Software-defined Datacenter, Container, VLANs und LUNs. Cloud und Hyperkonvergenz sollen in Rechenzentren für eine bessere Organisation und mehr Effizienz und Automatisierung sorgen. Hardware kommt in den Diskussionen darüber erst einmal nicht vor. Dennoch ist sie die unverzichtbare Grundlage all dessen. Irgendwo müssen die Daten ja physisch gespeichert, verarbeitet und übertragen werden.

Heute geschieht das meist in gut gesicherten, klimatisierten Räumen mit langen Reihen übermannsgroßer Schränke, die mit modernster Technik vollgepackt sind. Ab und zu leuchtet an der Vorderseite eine LED auf, während im Inneren Bilanzen berechnet, Crash-Simulationen durchgeführt, 3D-Objekte gerendert oder riesige Datenbanken befüllt, durchsucht und unmittelbar überprüft wird, ob Ereignisse in der Welt draußen - etwa zwei kurz aufeinanderfolgende Kreditkartentransaktionen - mit rechten Dingen zugegangen sind.

Wie das alles im Detail funktioniert, verstehen nur wenig. Ansehen will man es sich trotzdem einmal. Das ist so ähnlich wie der Blick unter die Motorhaube des Neuwagens. Zwar ist dem Käufer die Funktion jedes einzelnen Teil nur selten klar, gesehen haben will er sie aber schon einmal - und sei es nur, um sich beeindrucken zu lassen und das gute Gefühl zu haben, dass die Neuanschaffung angesichts all der hochmodernen Technik ihr Geld wert ist.

"Wir haben hier den Showroom, wo man die Produkte im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann", erklärt Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo.
"Wir haben hier den Showroom, wo man die Produkte im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann", erklärt Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo.

Bei Rechenzentren müssen im Betrieb im Idealfall aufgrund nutzungsbasierender Abrechnung alle Komponenten immer wieder ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen. Dennoch ist das Rechenzentrum an sich für viele Entscheider nur schwer zu fassen. Und selbst diejenigen, die sich tagtäglich damit befassen, wollen vor einer Entscheidung für einen Anbieter oder die Investition großer Beträge in die Erweiterung ihrer Infrastruktur gerne sehen, was sie da tatsächlich bekommen und im Idealfall auch ausprobieren, auf was sie da setzen. Denn eine einmal getroffene Entscheidung hat lang anhaltende Auswirkungen und ist kaum noch zu revidieren.

30 Monate Lenovo Executive Briefing Center

Alle diese Aspekte haben nach der Übernahme der x86-Serversparte von IBM Kunden immer wieder mit Lenovo besprochen. Das Unternehmen hat diese Wünsche ernst genommen und damals damit begonnen, am Standort in Stuttgart das erste Executive Briefing Center einzurichten.

Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo, kann Kunden und Partnern in Stuttgart derzeit 80 Racks mit rund 700 Servern, 90 Storage-Einheiten und 150 Switches zeigen und zur Verfügung stellen.
Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo, kann Kunden und Partnern in Stuttgart derzeit 80 Racks mit rund 700 Servern, 90 Storage-Einheiten und 150 Switches zeigen und zur Verfügung stellen.

Das Konzept war so erfolgreich, dass Anfang des Jahres in London die zweite, derartige Einrichtung von Lenovo in Europa eröffnet wurde. Und es wird derzeit darüber nachgedacht, weitere, kleinere Demo-Center in einigen anderen europäischen Ländern einzurichten, um Aufwand und Reiseumstände für Kunden zu zu reduzieren.

In Stuttgart stehen derzeit 40 Racks mit rund 700 Servern, 90 Storage-Einheiten und 150 Switches. Sie sind mit etwa 10 Kilometer Kabel verbunden und haben einen Strombedarf von 80.000 kWh im Monat. Der kommt auch dadurch zustande, dass die Komponenten dort nicht nur angeschaut werden können, sondern immer mindestens 10 Benchmarks, Proof-of-Concepts von Kunden, Tests oder andere Aufgaben laufen. "Weltweit jeder HPC-Benchmark, der für Lenovo gemacht wird, läuft in Stuttgart. Das ist auch ein Commitment zum Standort", erklärt Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo.

Wie Partner das Executive Briefing Center nutzen können

Das Lenovo Executive Briefing Center, kurz EBC, in Stuttgart, wird vom Hersteller komplett Kunden und Partnern zur Nutzung überlassen. Er selbst betreibt es lediglich und sorgt für die jeweils aktuelle Ausstattung, lässt da aber nichts rechnen. Ihr Leiter, Florian Indriksons, sieht einen besonderen Mehrwert darin, dass dort auch die Themen der Lenovo-Technologiepartner erlebbar werden, also etwa die Intel-Roadmap oder das Microsoft-Portfolio. Aber auch wie die Lenovo-Produkte mit denen von Red Hat, Suse, Nutanix, DataCore, Cloudian und Nexenta zusammenspielen, lasse sich hier überprüfen und ausprobieren. Daher gibt es auch keine große Werbung von irgendwelchen Firmen, hier sollen sich alle Mitglieder der Lenovo-Community zuhause fühlen.

"Alle wollen den Deckel aufmachen, reinfassen und sehen, wie man den Lüfter austauscht", hat Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo, festgestellt.
"Alle wollen den Deckel aufmachen, reinfassen und sehen, wie man den Lüfter austauscht", hat Florian Indriksons, Manager EMEA Executive Briefing & Innovation Center bei Lenovo, festgestellt.

Die Einrichtung bietet Räumlichkeiten für 1 bis 50 Personen. Damit eignet sie sich für Einzelbesuche ebenso wie für größere Veranstaltungen. Willkommen ist Indriksons jeder Interessent. Allerdings hat sich das Angebot allmählich herumgesprochen und wird es schwieriger, Termine zu bekommen. Montag und Freitag ist derzeit noch kurzfristiger möglich als an den anderen Wochentagen. Die Workshops finden übrigens nicht direkt im Rechenzentrum statt. Für sie hat Lenovo in einem Gebäude direktüber der Straße, dass per Glasfaser mit dem Rechenzentrum verbunden ist, angenehmer zu nutzende Räume eingerichtet.

Der Zugang ist für Kunden und Business-Partner von Lenovo kostenlos. Über 4000 Kunden haben die Möglichkeit in den vergangenen 30 Monaten genutzt. Projekte, die aus einem Besuch im EBC entstehen und in deren Vorbereitungsphase das EBC besucht wurde, sind laut Indriksons "zu über 80 Prozent" erfolgreich.

Einige Lenovo-Partner nutzten das EBC daher derzeit schon als Teil ihrer Angebotsstrategie. Einer davon ist Cancom. "Ich nutze das EBC, weil ich das Konzept sehr liebe. Hier habe ich den Kunden für mich alleine. Ich bin raus aus dem täglichen Business, ohne Handy, ohne E-Mails, und dasselbe gilt für den Kunden. Wenn er kommt, weiß ich, dass es ihm ernst ist und er nicht nur einen Preisvergleich haben will", berichtet Marc Leimenstoll, Solution Sales Specialist bei Cancom.

"Kommt der Kunden mit Cancom ins EBC, kann er sich Bestätigung vom Hersteller holen, dass es so funktioniert, wie er sich das vorstellt", berichtetMarc Leimenstoll, Solution Sales Specialist bei Cancom, aus seiner Erfahrung.
"Kommt der Kunden mit Cancom ins EBC, kann er sich Bestätigung vom Hersteller holen, dass es so funktioniert, wie er sich das vorstellt", berichtetMarc Leimenstoll, Solution Sales Specialist bei Cancom, aus seiner Erfahrung.

Im Normalfall lade er die IT-Ansprechpartner - CIO, IT-Leiter, Systemadministrator - ein. Im Client-Bereich, dessen Produkte in den Veranstaltungsräumen repräsentiert sind, komme gelegentlich auch einmal der Einkaufsleiter, falls der technisch interessiert sei. Und bei mittelständischen Unternehmen sei auch mal der Geschäftsführer dabei.

"Kommt der Kunden mit Cancom ins EBC, kann er sich Bestätigung vom Hersteller holen, dass es so funktioniert, wie er sich das vorstellt, oder auch neue Aspekte kennenlernen", so Leimenstoll. "Anfassen und ausprobieren ist den Kunden wichtig. Immer wieder gibt es genau einen Punkt, der sie bei ihrem bisherigen Lieferanten stört." Und um zu überprüfen, ob das besser geht, sei eben anfassen und anschauen unverzichtbar.

In seinem Executive Briefing Center zeigt Lenovo alle Facetten seines Portfolios für Rechenzentren.
In seinem Executive Briefing Center zeigt Lenovo alle Facetten seines Portfolios für Rechenzentren.

Cancom-Mitarbeiter Leimenstoll war 2017 mit 12 Kunden im EBC. Nur einer davon hat sich nicht für Lenovo entschieden. Der sei zwar auch überzeugt gewesen, habe sich bei den Preisverhandlungen letztlich jedoch in eine Position manövriert, die es ihm dann nicht mehr ermöglichte, sich für Lenovo zu entscheiden. Aber generell gelte: "Wenn der Kunde den Mehraufwand der Anreise auf sich nimmt, habe ich eigentlich schon gewonnen", so Leimenstoll. Und daher war er auch dieses Jahr schon wieder mit Kunden im EBC.

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