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Deutsche Konsumenten sind skeptisch

Lieber keine Technologie unterm Tannenbaum



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Roboter oder IoT-Gadgets unter dem Weihnachtsbaum? Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, ist die Mehrheit der Deutschen noch skeptisch, wenn es darum geht, ob sich Technologie als Geschenk für den Nachwuchs eignet.
Bei Technik als Weihnachtsgeschenk bleiben die Deutschen skeptisch
Bei Technik als Weihnachtsgeschenk bleiben die Deutschen skeptisch
Foto: Molesko Studio - shutterstock.com

Roboter, sprechende Puppen oder App-gesteuerte Spiele: Rund die Hälfte der Deutschen hat zwar schon einmal technologisches Kinderspielzeug oder solches mit technologischen Features gekauft - doch eine gewisse Skepsis gegenüber Technologie im Kinderzimmer ist immer noch vorhanden. Das zeigen die Ergebnisse des neuen Consumer Barometers von IFH Köln und KPMG, für das über 500 Konsumenten und ausgewählte Branchenexperten befragt wurden.

So sehen 77 Prozent der Befragten Kinder lieber toben als sich mit technologischem Spielzeug beschäftigen. Über die Hälfte der Konsumenten ist zudem der Meinung, Kinder sollten mit einfachem Spielzeug ohne überflüssige technologische Elemente spielen. Ein Grund für die Skepsis, den auch die befragten Experten bestätigen: Jeder zweite Konsument befürchtet Manipulationsmöglichkeiten und Überwachung durch zu viel Hightech im Kinderzimmer. So erwarten auch 78 Prozent der befragten Konsumenten, dass Datenschutz und Sicherheit bei der Nutzung von Hightech-Spielzeug gewährleistet sind.

"Dass die Spielzeugpuppe möglicherweise mithört, ist für die meisten Käufer von Spielwaren keine angenehme Vorstellung von der Technologisierung des Kinderzimmers. Dennoch gestehen sie technischen Funktionen mehr und mehr Bedeutung zu. Nach wie vor steht aber auch klassisches Spielzeug oben auf dem Einkaufszettel. Entscheidend für die Produktauswahl sind Qualität und die spielerische Förderung des Kindes", so Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG.

Technologie muss Mehrwert bieten

Trotz der vorhandenen Bedenken: Nur etwa jeder sechste Konsument lehnt technologisches Spielzeug oder Spielwaren mit technologischen Elementen komplett ab. Knapp vier von zehn Konsumenten legen zudem Wert darauf, dass Kinder schon früh an die digitale Welt herangeführt werden. Der Einsatz von technologischen Elementen im Spiel sollte aber einen echten Mehrwert für Kind und Spielverlauf bieten, wie die für das Consumer Barometer befragten Experten bekunden.

"Kurz vor Weihnachten, stellt sich natürlich die Frage, wie viel Technologie in diesem Jahr für die Kinder unter dem Baum liegen wird. Auf klassisches Spielzeug werden Eltern wohl vorerst nicht verzichten. Dennoch bieten technologische Elemente bei Spielwaren ein großes Potenzial für Spielwarenanbieter, zum Beispiel um neue Kunden zu erreichen - sofern sie die Wünsche und Ansprüche von Eltern und Kindern im Blick haben", so Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln. (rw)

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