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Logitech zieht Digitalkamera aus dem Vertrieb: Zweiter Fehlschuß in Folge

05.03.1996
MÜNCHEN: Bereits 1991 versuchte Maus-Produzent Logitech mit einer Digitalkamera den Consumer-Markt zu erobern und erlitt Schiffbruch. Das Anfang dieses Jahres vorgestellte Produkt PhotoMan Pixtura war bereits nach wenigen Wochen wieder in der Versenkung verschwunden. Die internen Vertriebsabsprachen einiger Hersteller forderten ihren Tribut.Zu einem Verwirrspiel in Sachen digitale Kameras gibt die deutsche Logitech-Niederlassung Logi GmbH mit Sitz in München Anlaß. Erst warf der auf Consumerartikel spezialisierte Hersteller eine semiprofessionelle elektronische Kamera unter dem Namen PhotoMan Pixtura auf den Markt, doch plötzlich verschwand diese genauso schnell wieder von der Bildfläche wie sie aufgetaucht war.

MÜNCHEN: Bereits 1991 versuchte Maus-Produzent Logitech mit einer Digitalkamera den Consumer-Markt zu erobern und erlitt Schiffbruch. Das Anfang dieses Jahres vorgestellte Produkt PhotoMan Pixtura war bereits nach wenigen Wochen wieder in der Versenkung verschwunden. Die internen Vertriebsabsprachen einiger Hersteller forderten ihren Tribut.Zu einem Verwirrspiel in Sachen digitale Kameras gibt die deutsche Logitech-Niederlassung Logi GmbH mit Sitz in München Anlaß. Erst warf der auf Consumerartikel spezialisierte Hersteller eine semiprofessionelle elektronische Kamera unter dem Namen PhotoMan Pixtura auf den Markt, doch plötzlich verschwand diese genauso schnell wieder von der Bildfläche wie sie aufgetaucht war.

"Aus diesem Markt sind wir rausgegangen", bestätigt Peter Hatz, Marketingleiter bei Logi und liefert auch gleich die passende Erklärung mit.

"Als wir vor fünf Jahren unsere erste Digitalkamera, damals noch auf Schwarz-Weiß-Bilder beschränkt, auf den Markt brachten, haben wir einen Riesenflop gelandet. Unser Fehler war, daß wir versuchten, die Dinger bei den Retailern unterzubringen. Eine Digitalkamera muß jedoch ganz klar als Lösung verkauft werden, was uns damals allerdings nicht klar war.

Absatzkanäle erwiesen sich als ungeeignet

Da unser Unternehmen aber kaum in der Lage ist, Systemhäuser und VARs anzugehen, da sie einfach nicht unserem Absatzkanal entsprechen, haben wir die Vermarktung zwischenzeitlich Kodak überlassen", erklärt Hatz. Die, so der Logi-Manager weiter, hätten bis dato kaum Erfahrung in den Bereich, wollen aber in diesen Markt rein. "Die Kamera ist völlig baugleich, wobei die Technik von uns ist. Wir haben ganz einfach lizenziert und verdienen jetzt an jeder Kamera mit, die Kodak verkauft", fügt Hatz erklärend hinzu. Eine Nachfrage seitens ComputerPartner bei der Stuttgarter Kodak AG bringt jedoch erstaunliches zu Tage. Dem dortigen für die digitalen Knipser verantwortlichen Verkaufsleiter Thomas Hansal bleibt die Spucke weg, als er von Logis Lizenzierungspolitik hört. Diese Vereinbarungen seien ihm vollkommen neu und er wisse nicht, wie Logi dazu kommt, eine derartige Aussage zu treffen.

Ein Blick auf die Ahnentafel der Digitalkameras läßt die Aussagen von Hatz dann auch in einem anderen Licht erscheinen. Der Urahn dieser Produkte stammt zweifellos aus dem Hause Apple, welches die beiden Modelle QuickTake 100 und 150 auf den Markt brachte. Diese sind ein angebliches Gemeinschaftswerk des Macintosh-Herstellers und Kodak. In der zweiten Generation folgte Kodaks Erstlingswerk, die DC 40. Unverkennbar ist die Verwandtschaft mit der PhotoMan Pixtura von Logitech und der ES-3000 von Chinon

(auch die QuickTake könnte hier eingereiht werden). Sowohl die technischen Daten als auch Form und Ausstattung sind sich sehr ähnlich.

Mit falschen Federn geschmückt

Zwar heften sich sowohl Kodak als auch Logitech die Errungenschaft über das technische Know-how der Digitalkameras an die Brust, doch letztendlich schmücken sich beide mit fremden Federn. Ein Branchenkenner berichtet, daß sich hinter der ganzen Technologie genau ein Unternehmen verbirgt: Chinon. Bekanntlich ist Kodak zu immerhin 40 Prozent an Chinon beteiligt, muß also keine hohen Anstrengungen unternehmen, um eine Produktlizenz zu erwerben. Dröselt man den "gordischen Digitalkameraknoten" auf, ergibt sich folgendes Bild: Chinon als geistiger Urvater und Technologieträger der digitalen Fotografie hat erkannt, daß es alleine den Markt nicht bedienen kann, zusätzliche Vertriebspartner mußten also auf den Plan gerufen werden. Diese heißen Apple und Kodak.

Absprachen regeln den Vertrieb

So wurden ausgehend von einem Basismodell allerlei Derivate konzipiert, die mit mehr oder weniger Technik (Auflösung) ausgestattet sind. Damit trug Chinon dem Umstand Rechnung, daß sich die anvisierten Vertriebskanäle und potentiellen Zielgruppen nicht überschneiden - von einer Vertriebsabsprache ist die Rede. Der dritte "Lizenznehmer" Logitech hat sich bei dem Gerangel um den neu entstehenden Markt erneut kräftig verspekuliert. Um einiges teurer als die "Mitbewerberprodukte" von Chinon und Kodak, versuchte Logi die PhotoMan Pixtura bei Systemhäusern und VARs zu plazieren. Doch die Rechnung, dessen Vertriebsschiene auf den Retailkanal ausgerichtet ist, ging nicht auf. Ob der auf Halde liegende Logi-Flop unter anderer Bezeichnung und Flagge auf den Markt retourniert, bleibt nicht ausgeschlossen.