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Dreidimensionale Produktdarstellungen im E-Commerce

Lohnen sich 3D-Inhalte für Onlineshops?

Alexander Denninghaus ist PR Representative bei der shopware AG. Durch seine Erfahrungen im Print-Journalismus, seine mehrjährige Tätigkeit im Vertrieb und seiner aktuellen Position in der PR-Abteilung, verfügt er über ein fundiertes Wissen im Bereich Onlinehandel. Denninghaus setzt seinen Fokus auf die Themen Innovation und Trends der Zukunft im Bereich des eCommerce und Online-Marketing.
Der Hype um Produktdarstellungen in 3D ist groß. Einige Shopbetreiber haben sich schon vor Jahren die Mühe gemacht und ihr Sortiment aufwendig auf die 360-Grad-Ansicht vorbereitet. Aber lohnt sich dieser Aufwand für alle Händler und kann überhaupt jedes Produkt abgebildet werden?

Wer auf dem heutigen Markt bestehen möchte, der muss innovativ und stets up to date sein. Regelmäßig kommt die Thematik mit dreidimensionalem Content in Onlineshops auf. Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem die Shopbetreiber reagieren müssen? Sich mit dem Thema zu beschäftigen ist ratsam, aber eine Investition lohnt sich aktuell nur in den seltensten Fällen.

Technologie ist bereits ausgereift

Während die Technologie bereits auf dem Stand ist, dass sie für die Erstellung von virtuellen Produkten genutzt werden kann, ist der dazugehörige Aufwand, die Kosten und die Infrastruktur noch ein ganzes Stück davon entfernt.

Noch ist der Aufwand, Produkte in 3D darzustellen, für die meisten Onlineshops zu hoch.
Noch ist der Aufwand, Produkte in 3D darzustellen, für die meisten Onlineshops zu hoch.
Foto: Maxx-Studio - shutterstock.com

Artikel so abzubilden, dass sie am Ende originalgetreu sind und auch von der Struktur nicht abweichen, erfordert das nötige Equipment und Erfahrung für die Nachbearbeitung. Besonders bei der Gestaltung von Schuhen wird heute zum Teil noch aus der Hand gezeichnet, da nur ein Design in 2D existiert. Nur langsam wandelt sich auch hier die Entwicklung hin zu einer direkten dreidimensionalen Gestaltung und Produktion in einem 3D-Drucker.

Andere Händler können zumindest auf das Prinzip der Photogrammetrie zurückgreifen. Dabei wird das Produkt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven fotografiert und so am Ende zu einem 360°-Bild zusammengefügt. Eine Nachbearbeitung bleibt auch in diesem Fall nicht aus. Selbst bei geringer Artikelanzahl muss ein Shopbetreiber also gut abwägen, denn die Kosten für Aufwand und Kameras sind nicht zu unterschätzen.

3D-Scanner ermöglichen schnelle Visualisierung

Eine Alternative gibt es mit dem modernen Handscanner, der das Visualisieren von Produkten vereinfacht und schneller durchführen lässt. Aber auch bei dieser Methode kann nicht auf die Nachbearbeitung verzichtet werden. Ein gewisses Know-how wird dem Nutzer zusätzlich abverlangt.

Wer im Internet fündig wird, der stellt schnell fest, dass ein solcher Scanner noch keine günstige Anschaffung ist. Je besser die Qualität, umso höher sind auch hier die Kosten. Will man ein sehenswertes Ergebnis erzielen, ist für einen 3D-Scanner auch eine Investition von mehreren tausend Euro fällig.

Sowohl die Methode der Photogrammetrie, als auch der Scanner haben jedoch aktuell noch einige Schwachstellen, die es zu lösen gilt: Zum Beispiel Kontraste und schwierige Strukturen. Schwarz und Weiß können von beiden Methoden kaum bis überhaupt nicht wahrgenommen werden, was ein hohes Maß an Nachbearbeitung erfordert. Gleiches gilt, wenn man sehr filigrane Produkte oder solche mit einer oder besonders feinen Struktur abbilden möchte.

Erste Großprojekte laufen schon

Aber wer profitiert nun schon von dieser Technologie? Ganz sicher die großen Marktplatzbetreiber, die bereits eifrig an virtuellen Marktplätzen basteln und auch erste spannende Ergebnisse präsentiert haben. So wird in China zum Beispiel auf eine Kombination aus Augmented Reality und Virtual Reality gesetzt, in der die Produkte in einer echten Kaufhausatmosphäre in 3D-Ansicht präsentiert werden.

Ein anderes Beispiel kommt aus Australien, dort bildet lediglich eine virtuelle Umgebung die Präsentationsplattform für die Produkte, die dann via VR-Brille räumlich dargestellt werden. Potenzielle Kunden müssen in beiden Fällen mit der entsprechenden Peripherie ausgestattet sein, damit die notwendigen Apps von Zuhause bedient werden können.

Alternativ zu den großen Marktplätzen sind es die Hersteller von uniquen Produkten, die mit Hilfe von solchen Abbildungen ein außergewöhnliches Shoppingerlebnis ermöglichen können. Ist ein Händler in der Stellung, dass er Kunden mit exklusiven Produkten versorgt, kann sich an dieser Stelle eine Investition wirklich lohnen. Wer als Verkäufer von Massenprodukten nicht vollkommen auf eine 3D-Ansicht seines Sortiments verzichten möchte, der sollte sich auf das Produkt oder die Produkte aus seinem Bestand fokussieren, die bei den Kunden am beliebtesten sind. Topseller-Artikel und Eyecatcher bieten sich hier am ehesten an.

Massentauglichkeit in ein paar Jahren gegeben

Aber wann wird die Technologie massentauglich? Diese Frage hängt wie so oft auch an den Patenten der Technologien. Während die Programme zur Nachbearbeitung oft kostenfrei oder sehr kostengünstig zu beschaffen sind, bleiben Scanner, Kameras und Zubehör weniger erschwinglich.

Weil gerade bei den Scannern die Patente eine große Rolle spielen, ist wahrscheinlich erst in etwa zehn Jahren mit einem bemerkbaren Preissturz zu rechnen. Für große Firmen lohnt sich die Investition in dreidimensionalen Content definitiv. Was Kunden so im Onlineshop geboten bekommen, bringt das Einkaufserlebnis auf ein neues Level. Kleinere Unternehmen kommen jedoch noch gut mit der einfachen Produktfotografie aus. Mit der Zeit wird auch hier die Technik wesentlich rentabler sein. (haf)

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