c.m.c-Kongress 2022

Managed Services 2.0

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Nach über zwei Jahren nahmen fast 200 Vertreter der IT-Branche wieder an einer physischen Ausgabe des „Channel-meets-Cloud“-Kongresses (c.m.c.) in München teil.

Die Stimmung auf dem 15. "Channel-meets-Cloud"-Kongress (c.m.c.) war von Beginn an hervorragend. Und die fulminante Keynote von Tom Simon brachte erst richtig Drive in die Veranstaltung. Seine pünktlich zum Tag des Events gestartete Public Cloud Group überzeugt in der Tat mit dem konsequenten Einsatz von Cloud-only-Technologien. Davon konnte Tom in seiner Keynote nun in Anrissen berichten.

Wie die Public Cloud Group derzeit die eigenen Managed Services automatisiert und standardisiert, wurde dennoch deutlich. Denn Tom stellte sehr anschaulich dar, wie sein Unternehmen mithilfe von DevOps, Kubernetes, Containern und Co. derzeit sein Geschäftsmodell weiterentwickelt, Stichwort: "Infrastructure as Code". In der Transformation zum Next-Gen-MSP braucht es neue Skills und neue Experten. Die Public Cloud Group ist gerade dabei, die Tätigkeitsfelder der eigenen Mitarbeiter neu zu definieren und hat auf dem c.m.c.-Kongress bereits die Pläne für "übermorgen" präsentiert. Als Next-Gen-MSP 2.0 werde man in der Lage sein, nicht nur als Multicloud-Provider aufzutreten, sondern Kunden "Everything as a Service" anzubieten.

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ChannelPartner Kongress 2022

Auf dem ChannelPartner Kongress am 7. und 8. September 2022 in Düsseldorf werden Systemhäuser, Service Provider und Technologieanbieter ihre Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungswege skizzieren. Der Ausblick auf die künftige Marktentwicklung über 2022 hinaus mag ambitioniert sein – dennoch wollen wir ihn wagen und dafür Ideen und Impulse geben.
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Was man unter diesem ominösen "Everything" zu verstehen hat, war das Thema der anschließenden Diskussion mit vier Vertretern von Managed-Service-Providern. In einem Punkt waren sich Lisa-Marie Ihnen (ahd), Mario Büchling (Skaylink), Olaf Niemeitz (Axians) und Andreas Knols (Netgo) einig: Managed Service Provider müssen künftig noch stärker als Geschäftsprozess-Berater ("Trusted Advisors") bei ihren Kundenauftreten.

Eine weitere Erkenntnis teilen sie ebenfalls, wenn auch nicht zu 100 Prozent. Kunden wollen ihre Daten gar nicht von einer Wolke zur anderen transferieren, etwa von AWS zu Microsoft Azure: "Dieses Bedürfnis besteht nur bei den ganz großen Konzernen in den USA", meinte Andreas Knols von Netgo. Olaf Niemeitz meint, dass bestimmte Hyperscaler in speziellen Bereichen die Nase etwas vorn haben, etwa in gewissen Industrie-Verticals: "Dann gibt es bei Kunden auch keine Wechselbereitschaft". Und eben mit derartigen "Multicloud"-Fähigkeiten sollten die Next-Gen-MSPs auftrumpfen.

Lukrative Managed Services

Welche Managed Services sind derzeit am lukrativsten? Auch auf diese Fragen wussten die vier Panelisten klug zu antworten. Laut Knols verdient man mit den klassischen Backup-Services nach wie vor ganz ordentlich. Mario Büchling hält große Stücke auf Datenanalyse als Managed Service, und Lisa-Marie Ihnen brach eine Lanze für alle Dienstleistungen rund um Office 365, für sie ist dieses Feld noch größtenteils unbestellt.

Einige der Backup-as-a-Service-Anbieter waren vor Ort in München, sodass sich die c.m.c.-Besucher aus erster Hand über gute Margen in diesem Segment unterrichten lassen konnten. Das geschah relativ genau unter anderem in den Sessions von Acronis und Opentext. Exzellent besucht war auch der Workshop von HPE: Offenbar kommt das "Pay-per-Use"-Prinzip bei Kunden derzeit wohl besonders gut an. Christoph Kühnapfel vom HPE-Partner Team-IT Group stellte in einem kurzweiligen Vortrag sein Greenlake-Projekt bei dem Tierfutterhersteller Mera vor. Dieser hatte nämlich zu Beginn der Pandemie, als der Bedarf an Haustieren sprunghaft anstieg, auch mit einer deutlich höheren Nachfrage nach Tierfutter zu "kämpfen".

Die Fertigung musste verdoppelt werden, und da sollten auch die IT-Systeme zur Überwachung und Steuerung der Produktionsanlagen mitwachsen. Mera benötigte vor allem mehr Server- und Storage-Power, wollte aber nicht in eigene IT-Systeme investieren. Da kam das HPE Greenlake-Angebot der Team-IT-Group wie gerufen. Mit diesem Pay-per-Use-Modell ist der Kunde bisher bestens gefahren. „HPE Greenlake ist damit auch für den Mittelstand sehr gut geeignet“, betonte Kühnapfel zum Schluss seines Vortrags.

Ebenfalls sehr gut besucht war auch die Session von OneIO. Der finnische Softwarehersteller ist bereits seit zweieinhalb Jahren in Deutschland tätig, nun sucht er nach tatkräftigen Vertriebspartnern. Hierzu hat OneiO pünktlich zum c.m.c.-Kongress ein neues Partnerprogramm gestartet. Und die Offerten der Finnen stießen auf großes Interesse seitens der in München anwesenden Managed Service Provider. Denn die OneiO- Lösungen versprechen, die beim Kunden vorhandene IT-Landschaft relativ einfach und rasch mit den Systemen des MSPs zu verknüpfen. Der Onboarding-Prozess soll sich damit von Monaten auf Wochen oder sogar Tage verkürzen. Bechtle und Cancom zählen zu ersten Referenzpartnern des finnischen Softwareherstellers.

Apropos Cancom: Das Münchner Systemhaus war auch als Vorzeigepartner von Trend Micro beim c.m.c.- Kongress vertreten. Mit den Lösungen des japanischen Anbieters sichert Cancom komplette IT-Landschaften bei Kunden ab – von den Endpunkten bis zur Cloud-Infrastruktur. Cancom-Manager Thomas Schmidt unterstützte in der Session den Strategic Partner Business Manager von Trend Micro Stefan von der Marwitz. In diesem Doppelauftritt ging es um höchstflexible Security-Services für die steigenden Kundenansprüche.

Managed Security Services allgegenwärtig

IT-Security war in München ohnehin allgegenwärtig. Sophos sandte dorthin René Claus, der vom BVB-Sponssor Eset abgeworben wurde. Ob Renés Wohnort Gelsenkirchen dabei eine Rolle spielte? Auf jeden brachte er einen tatkräftigen Supporter mit - den Geschäftsführer von Niteflite Networxx, Max Pfister. Und die beiden zündeten ein wahres Feuerwerk ab: Neben zahlreichen Tipps für MSP-Neueinsteiger gab das Duo viele wertvolle Insider-Informationen an erfahrene Managed Service Provider. Dabei umrissen sie alle aktuellen Wachstumsfelder im Security-Business.

Das Duo bei der Watchguard-Session konnte sich ebenfalls über großes Interesse der in München anwesenden Vertreter der Managed Service Provider freuen. Wie man bei Kunden für mehr Sicherheit mithilfe der Watchguard-Cloud sorgen kann, das erklärte Thomas Engl, Geschäftsbereichsleiter XTRO von der deutschen Niederlassung des österreichischen IT-Dienstleisters S&T. Für tiefergehende technische Fragen aus dem Publikum war der Watchguard Sales Engineer Thorsten Steding vor Ort.

Einen namhaften Partner brachte auch der Schweizer Softwarehersteller Yokoy nach München mit: PwC. Für die Beratung in Finanzangelegenheiten ist dort Marc Zisgen verantwortlich, und deshalb konnte er dem interessierten Auditorium sehr gut erklären, wie man mithilfe der Lösung von Yokoy das Spend-Management weitgehend automatisieren kann.

Lisa Täsch (Creativity) und Thomas Muschalla (Nfon) schilderten in ihrer Session, wie MSPs über die Telefonie-Vermarktung strategisches Beratungs- und Service Business generieren können. Es ging um den Lösungsvertrieb, in dem sich Managed Service Provider mit ganz anderen Fragen beschäftigen müssen: Was ist der gewünschte Zielzustand beim Kunden? Welche Mehrwerte können MSPs für ihre Kunden generieren und was ist das "große Ganze", die Vision?

Gleich ein Trio war bei der Ionos-Session auf der Bühne präsent: Neben Matthias Nefzger (Ionos) auch noch Selim Dincer vom Software-Partner Crayon und Thomas Kleine vom Distributor Brainworks. Parallel dazu durfte Max Pfister seine zweite Session „bespielen“. Zusammen mit Géraldine Fricke von Pax8 erläuterte er, wie sich Cloud & Managed Services automatisiert bereitstellen, managen und abrechnen lassen.

Diversity und Customer Centricity im Fokus

Nach dieser Vielzahl von technischen Meetings konnten sich die Teilnehmer des c.m.c.-Kongresses dem Thema „Unternehmenskultur“ widmen. Hier begeisterte Diana Bilogrevic, Marketingleiterin bei der Netgo Group das Auditorium mit ihrer mitreißenden Keynote. Es ging natürlich um ESG (Environmental, Social, Governance), also um nachhaltiges, verantwortliches Handeln in den Unternehmen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse unterschiedlicher Typen von Mitarbeitern (jung, alt, männlich, weiblich, etc.) Stichwort: Diversity. Darüber ist ja bereits viel gesprochen und geschrieben worden, aber Kim brachte diese Thematik auf ihre unnachahmliche Art rüber – das Publikum war begeistert – auch vom Netgo-Ansatz der „Customer Centricity“.

Danach konnte Rudolf Aunkofer, Gründer des iSCM-Institutes, mit seinem Thema – dem Design und der Auswertung der „Best-MSP“-Studie – bei den Zuschauern punkten. 1.305 Unternehmenskunden hatten sich an dieser Umfrage beteiligt und sich zu ihren Pläne und Herausforderungen rund um Managed Services geäußert. Außerdem bewerteten sie im Rahmen der Studie die Leistungen ihrer MSP-Partner. Deshalb bildet diese Studie auch die Grundlage für die Verleihung der "Beste MSPs Deutschlands 2022"-Awards. Aunkofer veranschaulichte und erklärte in hervorragender Weise all die Zahlen und Trends aus dem MSP-Markt. Nach dieser Abschluss-Keynote wurden die Best-MSP-Awards verliehen.

Der nächste c.m.c-Kongress wird voraussichtlich Ende März 2023 stattfinden.

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