Solarwinds-Umfrage unter eigenen Partnern

Managed Services bleiben profitabel

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Managed Services haben sich 2019 zum Standardangebot entwickelt – das hat Solarwinds in einer Umfrage unter den eigenen Partnern herausgefunden.

Insgesamt haben 633 Solarwinds-Partner den vom Hersteller vorgegebenen Fragebogen vollständig ausgefüllt, davon 122 aus Europa. Die Umfrage fand von 24. Juli bis zum 30. Oktober 2019 statt.

Demnach verwalten europäische Managed Service Provider (MSP) vor allem die Endgeräte ihrer Kunden (91 Prozent) oder deren Server (86 Prozent). Sie bieten E-Mail als Service an (80 Prozent) und überwachen die Netzwerke ihrer Kunden (77 Prozent).

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Aus den Ergebnissen der Solarwinds-Umfrage geht ferner hervor, dass europäische MSPs im Umgang mit grundlegenden IT-Sicherheitslösungen vertraut sind. 93 Prozent der Befragten bieten ihren Kunden Virenschutz an, 82 Prozent sind für das Backup und Recovery zuständig; ebenso viele sorgen dafür, dass Kundennetze durch Firewalls geschützt sind.

Security als Managed Service - dafür bringt nur etwas mehr als die Hälfte MSPs das nötige Rüstzeug mit. Schwachstellen-Scans (41 Prozent) oder Risiko- und Schwachstellen-Management (39 Prozent) bietet nur eine Minderheit der von Solarwinds befragten Managed Service Provider an.

Hier sieht der Hersteller auch Handlungsbedarf, er empfiehlt seinen MSPs ihr Basisangebot um komplexere Managed Services aufzustocken. Und welche könnten das denn sein? Zum Beispiel Biometrie, die Rolle des Security Brokers für den Cloud-Zugriff oder die Verwaltung digitaler Rechte. Am wenigsten waren die europäischen Managed Service Provider mit Penetrationstests (52 Prozent), Audits und Compliance-Management (39 Prozent) oder mit Risikobewertungen (36 Prozent) vertraut.

Automatisierung im Fokus

Die Ergebnisse der Solarwinds-Umfragen belegen ferner, dass MSPs zunehmend die Automatisierung für alltägliche Aufgaben wie Patch-Verwaltung oder das Backup einsetzen, aber sich noch nicht sicher dabei fühlen, kompliziertere Aufgaben, wie Identitäts- und Zugriffsmanagement, Speicheroptimierung oder SQL-Abfrage-Workflows zu automatisieren. Immerhin: Die Automatisierung erspart europäischen MSPs durchschnittlich 23 Arbeitsstunden von Vollzeitbeschäftigten wöchentlich, also mehr als eine halbe Vollzeitkraft.

Kundenbindung gestärkt

Der Solarwinds-Bericht belegt, dass europäische Managed Service Provider ihre Kunden enger an sich binden können als 2018. Das lag weniger an der etwaigen besseren Performance der MSPs denn eher bei den Kunden selbst, die etwa ihr Geschäft aufgaben (16 Prozent). Genauso häufig hat aber auch der MSPs selbst die Reißleine gezogen.

In Europa gewinnt ein typischer Managed Service Provider (natürlich nur rein rechnerisch) etwa 1,5 Neukunden monatlich hinzu. Im gleichen Zeitraum verliert der MSP hier zu Lande rein rechnerisch etwas mehr als einen halben Kunden.

In einer Hinsicht geht es den Managed Service Providern genauso wie den klassischen Systemhäusern: Sie könnten schneller wachsen, wenn sie über mehr qualifiziertes Personal verfügen würden (41 Prozent).

Viele MSPs benennen die fehlende Vertriebs- und Marketingexpertise als den zentralen Faktor, der ihr Wachstum bremst. Die Einstellung von qualifiziertem Personal oder Schulungen vom Bestandspersonal helfen, fehlende Manpower zu kompensieren, und natürlich wirkt auch ein höherer Automatisierungsgrad dem Fachkräftemangel entgegen.