Maxdata beim Lebensmittelhändler - aber kein strategischer Vertrieb

07.06.2000
Während Fujitsu Siemens aus dem Vertrieb über die Lebensmittelketten aussteigt, steigt Maxdata ein. Ein strategischer Vertriebsweg soll dies aber nicht sein, versichert Maxdata-Vostandschef Holger Lampatz.

Ist das das Ergebnis der vor einigen Wochen verkündeten "totalen" und "radikalen" Neuausrichtung? Und hatte Maxdata-Chef Holger Lampatz den Ausstieg aus dem OEM-Geschäft nicht damit begründet, dass hier die Margen so gering seien? Und jetzt das: Maxdata-PCs und Monxx-Monitore in den Filialen des Lebensmittelhändlers Tengelmann (Tengelmann, Plus). Ist hier mehr Geld zu verdienen?

"Für uns war dies ein prima Geschäft, bei dem auch ein guter Gewinn übrig blieb", versichert Lampatz, "sonst hätten wir es nicht gemacht." Und obwohl auch noch zwei Wochen nach der Lieferung in einigen Tengelmann-Filialen die PCs auf Käufer warteten, soll auch das Tengelmann-Management zufrieden sein. "Zumindest habe ich noch keine Klagen gehört", meint Lampatz.

Um wie viele Rechner und Monitore es sich handelt, wollen die Marler zwar nicht genau sagen. Der frisch gebackene Maxdata-Geschäftsführer Klaus Bergter kann sich aber eine Zahl doch nicht verkneifen: Innerhalb weniger Tage seien bundesweit 15.000 Pentium-III-Rechner mit 700 MHz zum Preis von 1.799 Mark abgesetzt worden, erklärt der ehemalige Fußballprofi.

Nach Angaben von Lampatz handelt es sich um kein strategisches Engagement. "Reines Projektgeschäft", sagt er und deutet an, dass sich dies auch wiederholen kann.. Der Fokus liege aber nach wie vor auf dem Mittelstand und dem indirekten Vertrieb. Die Maxdata-Händler hätten auch keinen Stress mit der Aktion gehabt. Zum einen seien sie vorab informiert worden, zum anderen handele es sich um eine eigene Linie. Nach Angaben von Geschäftsführer Bergter hat sich "kaum einer der Partner über die Aktion beschwert".

Händler fordern saubere Preisgestaltung

Zumindest einen Händler haben die Marler aber vergessen zu informieren, und der sitzt im Raum Mönchengladbach. "Ich habe noch nie im Vorfeld solcher Aktionen etwas von den Herstellern gehört, und von Maxdata eben auch nicht. Aber Hand aufs Herz: Wenn ich gesagt hätte, dass ich mit der Aktion nicht 100-prozentig einverstanden wäre, hätten die die Aktion dann abgebrochen?"

Im Prinzip hat er nichts gegen den Verkauf von PCs und Peripherie über branchenfremde Vertriebskanäle, "weil diejenigen, die dort einen PC kaufen, sowieso nicht zu mir kämen. Aber ich kriege immer einen dicken Hals, wenn ich bei dem Lebensmittelhändler ein Produkt billiger einkaufen kann als bei meinem Disti oder dem Hersteller." Das sei zuletzt beim Apollo-Drucker für 99 Mark - übrigens ebenfalls beim Tengelmann - so gewesen, und der Monxx für 399 Mark "ist auch so ein Fall". "Dann stehe ich immer da wie die Preisapotheke", ärgert er sich.

Obwohl der Mittelstand das Brot-und-Butter-Geschäft von Maxdata darstellt, soll der neue MaxdataGeschäftsführer Bergter das Großkundengeschäft ausbauen. Dabei kommen ihm seine Kontakte aus seinem vorherigen Job als General Manager bei Xerox in Düsseldorf zugute. Diverse Aufträge, beispiels- weise mit der Deutschen Telekom, seien in Reichweite. "Auch in dieser Größenordnung wollen wir das Geschäft jedoch ausschließlich über Partner abwickeln", ver- spricht der ehemalige Direktvertriebsmann Bergter. Dagegen sei der Retail-Kanal für sie "momentan kein Thema" (Bergter). (akl/sic)

www.maxdata.de

www.tengelmann.de

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