Apple reagiert

Mehr iPads aus Vietnam

Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Bevor die Abhängigkeit von China zu einem noch größeren Problem wird, baut Apple andere Standorte aus.
Apple diversifiziert seine Lieferkette.
Apple diversifiziert seine Lieferkette.
Foto: Sabino Parente, Yeti studio / shutterstock.com

Apple verlagert Teile seiner iPad-Produktion aus China nach Vietnam, berichtet Arstechnica. Apple reagiere damit auf die Störungen der Produktion, die durch die jüngsten Lockdowns in Shanghai ausgelöst wurden. Zwar könne man auch in Vietnam nicht vor weiteren Ausbrüchen der Pandemie sicher sein, die Diversifizierung der Lieferkette macht sie aber weniger störungsanfällig.

In Vietnam lässt Apple bereits Airpods und Homepods produzieren, auch hatte Apple schon iPads dort bauen lassen. Außerhalb Chinas entstehen derzeit schon in Indien eine kleine Menge iPhones, den Mac Pro baut Apple in Texas. Die Ausweitung der Produktion in Vietnam hatte Apple bereits für 2020 und 2021 geplant, wegen Covid aber verschieben müssen.

Mitte Mai hatte sich Apple-CEO Tim Cook mit dem vietnamesischen Premierminister Pham Minh Chinh im Apple Park in Cupertino getroffen, um über die Geschäfte Apples im Land zu sprechen. Bisher sind in 31 Zulieferfirmen etwa 160.000 Arbeiter:innen beschäftigt.

Foxconn wiegelt ab

Ein wesentlicher Partner Apples ist das taiwanische Unternehmen Foxconn, das die meisten seiner Manufakturen, in denen iPhones, iPads und Macs entstehen, in der Volksrepublik China betreibt. Vorwiegend im Süden, in den Ballungsräumen Shanghai und dem Perlflussdelta mit Städten wie Shenzen und Ghuangzhou. In Shanghai lockern die Behörden erst langsam wieder die Infektionsschutzmaßnahmen, die Folge des Auftretens der Omikron-Variante waren, vor denen chinesische Impfstoffe nicht schützen.

Auf Apples Lieferfähigkeiten scheinen die jüngsten Probleme aber wenig Auswirkung zu haben, Foxconn widerspricht in seinen aktuellen Prognosen der Befürchtung, die anhaltende Covid-Kreise mit Lockdowns in Shanghai könnte einen wesentlichen Einfluss auf das iPhone 14 (Pro) und dessen Verfügbarkeit haben. Foxconn verlege eben die Produktion in andere Fabriken, wenn Arbeiter wegen der Maßnahmen nicht am Arbeitsplatz erscheinen können. "Die Auswirkungen der Schließung auf Foxconn sind insgesamt eher begrenzt. Das kann man an unseren Umsätzen im April ablesen, und auch die Leistung im Mai ist besser als wir geschätzt haben", erklärte Foxconn-Chef Young Liu gegenüber dem Branchenblatt Nikkei Asia. In der Vorausschau auf das restliche Jahr werde man trotz Krieg, Inflation und anderen Unwägbarkeiten das Umsatzniveau halten können. (Macwelt)

Zur Startseite