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Rückzug angekündigt

Metro-Chef Cordes will nicht weitermachen

10.10.2011
Nach einem monatelangem Machtkampf wirft Eckhard Cordes beim Media-Saturn-Eigentümer Metro hin.
Metro-Chef Eckhard Cordes: "Keine vertrauensvolle Basis mehr"
Metro-Chef Eckhard Cordes: "Keine vertrauensvolle Basis mehr"

In einer offiziellen Erklärung hat Eckhard Cordes, der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, seinen Rückzug beim Handelsriesen bekanntgegeben. Er stehe "für eine Verlängerung meines bis zum 31.10.2012 laufenden Vertrags nicht mehr zur Verfügung", sagt er. Damit zieht er die Konsequenzen aus dem monatelangen Machtkampf mit den Minderheitsgesellschaftern der Media-Saturn-Gruppe und den Spekulationen rund um seinen möglichen Rücktritt.

Cordes: "Ich verbinde diese für mich schwierige Entscheidung mit meinem Dank an die Mehrheitsgesellschafter, die Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, die meine Vertragsverlängerung ausdrücklich unterstützt und in mehreren Gesprächen mit mir auch gewünscht haben." Und weiter: "Allerdings bin ich durch die Vorkommnisse der vergangenen Wochen und Monate zu dem Schluss gekommen, dass eine vertrauensvolle Basis für einen Verbleib an der Spitze der Metro AG nicht mehr gegeben ist. (…) Ein Unternehmen braucht aber ein vertrauensvolles Zusammenwirken und ein Höchstmaß an Geschlossenheit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat."

Die Kritiken an Cordes entzündeten sich unter anderem daran, dass wichtige Ziele bei den Konzernmarken noch nicht umgesetzt wurden. Dabei ging es um den geplanten Verkauf bzw. der Trennung von Galeria Kaufhof und Real. Zudem behinderte der Dauerstreit mit Erich Kellerhals und Lepold Stiefel als Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Gruppe den rechtzeitigen Einstieg ins Online-Geschäft – ein Grund, weswegen Media-Saturn im zweiten Quartal erstmals in die roten Zahlen rutschte.

Ob Cordes tatsächlich noch ein Jahr lang am Ruder bleibt, darf bezweifelt werden. Beobachter rechnen damit, dass er schon Anfang 2012 die Geschäfte an einen neuen Metro-Chef übergeben wird. Dazu passt die Meldung, dass der Aufsichtsrat bereits eine Personalberatungsfirma mit der Suche nach Nachfolgekandidaten beauftragt haben soll.

Dennoch kommt der Zeitpunkt von Cordes' Entscheidung überraschend, denn die beiden wichtigsten Metro-Gesellschafterfamilien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck hatten sich erst kürzlich zu Cordes bekannt. Sie halten zusammen 50,01 Prozent der Aktien, haben aber nur drei von 21 Aufsichtsratsstimmen. Cordes' Rückzugsankündigung darf also als ein später Sieg der Cordes-Kritiker im Aufsichtsrat angesehen werden. (tö)