Konsolidierungen erwartet

Metro macht Media Markt und Saturn fit für die Börse

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Die Elektrohandelsketten Media Markt und Saturn werden von ihrer Konzernmutter Metro für einen Börsengang vorbereitet.

Die Elektrohandelsketten Media Markt und Saturn werden von ihrer Konzernmutter Metro für einen Börsengang vorbereitet. Ein konkreter Zeitplan, wann die Titel handelsfähig gemacht werden sollen, steht zwar noch aus, Teile der Media-Saturn-Holding sollen den Anlegern jedoch zugänglich gemacht werden. Wie aus einem Bericht der Financial Times Deutschland hervorgeht, sind nach einem erfolgreichen Börsengang der Einzelhandelsketten internationale Marktkonsolidierungen absehbar. "Ein Börsengang muss nicht zwingend innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre erfolgen. Ein solcher Schritt kann Media-Saturn aber auf dem europäischen Markt zu einem Jäger machen", deutet Metro-Chef Eckhard Cordes Beteiligungen und Übernahmen von konkurrierenden Ketten an.

Dabei kommen für den Mutterkonzern einige Optionen in verschiedene Richtungen in Frage, die aus marktstrategischer Sicht einleuchtend erscheinen. So heißt der vermutlich erste Übernahmekandidat auf der Media-Saturn-Liste DSG. Der britische Market-Player ist weltweit in 14 Ländern aktiv und Inhaber der Elektro-Kette Dixons. Eine Übernahme würde den Umsatz der Metro-Marken um satte zehn Mrd. Euro anschwellen lassen und deren Marktführerschaft in Europa weiter festigen. Die geplante Ausbreitung der Marke Metro Cash & Carry soll über die osteuropäischen Märkte hinaus sogar bis nach Asien reichen. In Großmärkten wie China werde die Handelskette Fuß fassen. Die Bestrebungen, mit Metro Cash & Carry, Real und Media-Saturn zu expandieren, konzentrieren sich jedoch vornehmlich auf den osteuropäischen Raum.

Unter dem Dach der Metro-Gruppe sind darüber hinaus die Handelsketten Extra und Galeria Kaufhof vereint. Zweite bereitet dem Konzern Sorgen und soll abgestoßen werden, auch wenn noch kein formeller Verkaufsprozess eingeleitet wurde. Durch den Börsengang von Media-Saturn würden die beiden Marken und ihre Entscheider über einen größeren strategischen Spielraum in ihrer Expansionsstrategie verfügen. Dem Metro-Chef zufolge werden die Unterhaltungselektronik und der Lebensmittelhandel weiterhin das Kerngeschäft bilden. Gegenüber konkurrierenden Ketten wie der britischen Tesco oder der französischen Carrefour grenzt sich die Metro-Gruppe durch eine gut aufgestellte Elektrosparte ab. Europaweit seien auch abseits der möglichen Übernahmen durch Metro starke Konsolidierungsvorgänge und grenzübergreifende Beteiligungen unter Elektronik-Händlern zu erwarten. (pte/mf)

Zur Startseite