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Test

Microsoft Surface Book 2

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Surface Book 2 ist ein ultramobiles Notebook, lässt sich als Tablet nutzen und soll sogar noch einen Spiele-Laptop ersetzen. Was der Alleskönner draufhat, klärt der Test.
Das Surface Book 2 ist seit dem 16. November in Deutschland erhältlich
Das Surface Book 2 ist seit dem 16. November in Deutschland erhältlich
Foto: Microsoft

Das Surface Book 2 kann alles - sagt Microsoft: Es ist ein ultramobiles Notebook, lässt sich als Tablet nutzen und soll sogar noch einen Spiele-Laptop ersetzen. Diese einzigartige Funktionsvielfalt hat aber einen enormen Preis - in der von uns getesteten Top-Ausstattung kostet das Microsoft-Notebook 3450 Euro.

TEST-FAZIT: Microsoft Surface Book 2

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Microsoft Surface Book 2

Testnote

Sehr gut ( 1,42)

Preis-Leistung

teuer

Geschwindigkeit (35 %)

1,28

Ausstattung (25 %)

2,25

Bildschirm (20 %)

1,30

Mobilität (5 %)

1,54

Tastatur (5 %)

1,71

Umwelt und Gesundheit (5 %)

1,75

Service (5 %)

3,80

Das Microsoft Surface Book 2 verdient sich im Test die Note 1, weil es alles vereint, was Notebook-Nutzer wünschen: Es ist ein ultramobiles Arbeitsgerät mit herausragender Akkulaufzeit, tollem Display und klasse Tastatur. Und es ist außerdem eine Gaming-Maschine. Ob es sinnvoll ist, alles in ein Gerät zu packen? Egal - das Surface Book 2 zeigt, dass es tatsächlich geht. Allerdings zu einem höheren Preis als ein ordentlicher Spiele-Laptop und ein ultramobiles Arbeits-Notebook zusammen kosten würden.

Pro

+ gute 3D-Leistung

+ helles und hochauflösendes Display

+ sehr lange Akkulaufzeit

+ sehr ergonomische Tastatur

Sofort nach dem Auspacken begeistert das makellose Design: Das matt-graue Magnesium-Gehäuse ist unempfindlich gegen Fingerbadrücke, dank einer Einkerbung vorne lässt sich das Notebook mit einer Hand öffnen. Auf der großen Handballenablage finden die Hände beim Tippen bequem Platz, das Touchpad hat ebenfalls angenehm üppige Ausmaße.

Deckel und Gehäuse verschließt ein Magnet vorne zuverlässig: Das Surface Book 2 klappt auch nicht auf, wenn Sie es aufrecht in Tasche oder Rucksack platzieren. Hinten, wo Display und Gehäusebasis aufeinandertreffen, klafft allerdings eine Lücke wegen des halbkreisförmigen Docking-Mechanismus. Der hat sich gegenüber dem ersten Surface Book nicht verändert: Um das Display abzunehmen und als Tablet zu nutzen, müssen Sie erst einen Knopf auf der Tastatur oder ein Symbol in der Task-Leiste drücken. Nach kurzer Wartezeit leuchtet eine grüne LED an der Entriegelungstaste auf und Sie können das Display abziehen. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings nur, wenn das Notebook Strom bekommt.

Das Display können Sie auch im laufenden Betrieb abnehmen, sofern kein Programm läuft, das die GPU nutzt, die in der Gehäusebasis sitzt. In diesem Fall erscheint nach Drücken der Entriegelungstaste ein Hinweis, dass das entsprechende Programm zunächst geschlossen werden muss und die Tasten-LED leuchtet orange-rot. Das Display lässt sich auch von der Tastatur abgewandt ins Gehäuse setzen: Im diesem Präsentationsmodus zeigt der Bildschirm dann nach außen.

Ein Problem, das viele 2in1-Geräte haben, kann auch Microsoft beim Surface Book 2 nicht lösen: Das Notebook ist kopflastig, aufgrund des schweren Displays hat es die Tendenz nach hinten zu kippen, wenn es auf einer unebenen Unterlage steht - zum Beispiel wenn Sie es auf den Oberschenkeln platzieren. Microsoft hat beim Surface Book 2 versucht, dieses Verhalten einzudämmen, indem sich der Bildschirm nicht sehr weit über 90 Grad öffnen lässt.

Sehr bequem in der Hand liegt der abdockte Bildschirm im Tablet-Modus: Zwar ist er mit 712 Gramm vergleichsweise schwer, aber das Gewicht ist gut verteilt.

Üppige Systemleistung - dank Quad-Core

Das Microsoft-Notebook hat üppige Rechenleistung an Bord: Bei den System-Benchmarks wie dem PC Mark 8 oder PC Mark 10 liegt es vor Notebooks mit einem Core-Prozessor aus der U-Serie, aber hinter Spiele-Laptops, die einen Quad-Core aus der HQ-Reihe mit 35 Watt TDP nutzen. Im Surface Book 2 sitzt der Core i7-8650U: Er ist Teil der neuen Kaby-Lake-R-Serie und gehört damit zu den ersten 15-Watt-CPUs mit vier Kernen. Dank Hyper-Threading verarbeitet er acht Threads.

Im Cinebench R15 ist er damit rund doppelt so schnell wie die bisherigen Core i7 mit zwei Kernen und rund fünf Prozent schwächer als ein Core i7-7700HQ. Seine Leistung kann er aber im Surface Book 2 nicht voll ausspielen: Die mögliche Turbo-Frequenz von 4,2 GHz erreicht er fast nie. Unter Last taktet er auf maximal 3,2 GHz hoch - und auch das nur für kurze Zeit. Steht das System für mehrere Minuten unter Last, bremst sich die CPU herunter, um nicht zu heiß zu werden - dann schwankt die Taktrate zwischen 1,6 und 1,3 GHz. Größere Spiele-Laptops haben mehr Platz, um die CPU-Wärme zu verteilen, deshalb kann ein Quad-Core dort länger mit höherer Taktrate laufen. Deshalb fällt das Surface Book 2 vor allem bei Aufgaben mit hoher CPU-Last wie Videobearbeitung und Rendering deutlich hinter andere Quad-Core-Notebooks zurück.

Bei allen Anwendungen, bei denen CPU-Power weniger wichtig ist, hält das Surface Book 2 gut mit. Dann ist aber auch sein Vorsprung gegenüber Laptops mit Dual-Core-CPU geringer. Als SSD kommt eine Samsung PM961 als M.2-Steckkarte zum Einsatz, die per PCI-Express angeschlossen ist und das NVMe-Protokoll nutzt: Sie gehört derzeit zu den schnellsten Notebook-SSDs und überholt im Crystaldiskmark SATA-SSDs deutlich - selbst, wenn diese, wie im Acer Travelmate P648 , im Raid 0 verbunden sind. Allerdings ist die gleiche SSD im Lenovo Thinkpad X1 Carbon noch mal schneller als im Microsoft-Notebook.

Gute Spiele-GPU mit dabei

Die stärkste Hardware im Surface Book 2 ist aber die Nvidia-GPU Geforce GTX 1050. Der GP107-Chip arbeitet mit 640 Kernen und einer Taktrate von 1354 MHz (1493 MHz Boost-Takt). Sie findet sich auch in vielen Gaming-Notebooks für rund 1000 Euro wie dem Asus ROG Strix GL753VD . In den meisten Spiele-Notebooks stehen der GPU 4 GB GDDR5 zur Seite, während ihr Microsoft nur 2 GB GDDR5 spendiert.

Trotzdem ist sie schnell genug für viele Spiele in Full-HD-Auflösung: Bei Rise oft he Tomb Raider erzielt das Surface Book 2 zum Beispiel 34 Bilder pro Sekunde in der Detailstufe Hoch. Battlefield 1 läuft mit 39 Bilder pro Sekunde mit Ultra-Details. Allerdings bremst Microsoft das Surface Book 2 ab Werk etwas aus, weil ab Werk als Energieschema "Längste Akkulaufzeit" eingestellt ist. Mit der Einstellung "Beste Leistung" springen je nach Spiel vier bis neun Bilder pro Sekunde mehr heraus. Ältere Spiele wie GTA5 laufen auch in der nativen Auflösung von 3000 x 2000 absolut flüssig. Bei aktuellen Spielen geht aber nicht mehr als Full-HD, außer Sie reduzieren die Detailstufe erheblich.

Das 15-Zoll-Modell des Surface Book 2, das es derzeit nur in den USA gibt, machte negative Schlagzeilen aufgrund seines hohen Stromverbrauchs während des Spielens: Bei aufwändigen Spielen in der Einstellung "Beste Leistung" entlädt sich nämlich der Akku, auch wenn das Notebook am Netzteil hängt. Im 15-Zoll-Modell steckt die leistungsfähigere Nvidia Geforce GTX 1060. Unsere Testgerät mit der GTX 1050 zeigt dieses Verhalten nicht, was sich aber bei anderen Spielen und Grafikeinstellungen anders darstellen kann. Auf jeden Fall ist die Leistung des Netzteils angesichts der rechenstarken Komponenten arg knapp bemessen.

Laut wird's nur beim Spielen

Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied in der Lautstärke des Lüfters zwischen "Beste Leistung" und "Längste Akkulaufzeit". In der Maximalstufe lärmt der Lüfter laut mit rund 2 Sone, während er in der reduzierten Einstellung zwar deutlich hörbar, aber nicht störend arbeitet. So lange die GPU nicht gebraucht wird, arbeitet das Surface Book 2 fast immer lautlos.

Und auch nur bei Spielen erwärmt sich das Surface Book 2 spürbar - aber nur auf der Displayrückseite, nicht auf der Tastatur- oder Unterseite. Die GTX 1050 bringt nicht nur bei Spielen mehr Leistung: Auch Multimedia-Programme, die die Grafikkarte nutzen können, beschleunigt die GPU. Im Tablet Mark 2017 zum Beispiel ist das Surface Book 2 im Notebook-Modus, in dem die GPU aktiv ist, rund 30 Prozent schneller als im Tablet-Modus, wo nur die Prozessor-Grafik zum Einsatz kommt.

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