Nach Kritik der Partner

Microsoft verschiebt Deadline für NCE auf unbestimmte Zeit

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Im Rahmen des bisherige Cloud-Solutions-Provider-Programms (CSP) abgeschlossene Verträge wollte Microsoft ab 11. Juli nicht mehr automatisch verlängern. Das kam bei Partnern nicht gut an. Nun lenkt der Konzern ein.
Microsoft wird entgegen früherer Ankündigumngen unter dem Cloud-Solutions-Provider-Programm abgeschlossene Verträge auch nach dem 11. Juli 2022 automatisch verlängern.
Microsoft wird entgegen früherer Ankündigumngen unter dem Cloud-Solutions-Provider-Programm abgeschlossene Verträge auch nach dem 11. Juli 2022 automatisch verlängern.
Foto: Alena Ivochkina - shutterstock.com

Als unverrückbar bezeichnete Deadlines zu verschieben, hat bei Microsoft eine lange Tradition: Man kennt es von praktisch jeder alten Windows-Version. Aber auch bei Änderungen bei den Lizenzbestimmungen ist Microsoft schon oft über das Ziel hinausgeschossen und nach Kritik von Partnrn und Kunden dann wieder zurückgerudert. Dennoch überrascht die aktuelle Ankündigung zur New Commerce Experience (NCE). Schließlich ging es dabei nicht um irgendeine der regelmäßigen Änderungen, sondern wollte Microsoft einen grundlegenden Wechsel in seinem Lizenzierungsmodell herbeiführen: Statt dauerhafter Softwarelizenzen sollten auf Zeit abgeschlossene Abonnements zum Standard werden.

Eine wichtige Deadline auf diesem Weg war der 11. Juli 2022: Ab diesem Tag sollten keine automatischen Verlängerungen der im Rahmen des Cloud-Solutions-Provider-Programm (CSP) abgeschlossene Verträge mehr möglich sein. Ältere CSP-Renewals hätten ab dem Termin blockiert werden sollen. Nun hat Microsoft die Frist dafür auf unbestimmte Zeit verlängert.

Weiterhin gilt jedoch die am 10. März eingeführte Sperre für neue CSP-Verträge. Außerdem will Microsoft auch an der für 1. Januar 2023 festgelegten Deadline festhalten. Ab dann sollen an Partner für noch aktive CSP-Abonnements keine monatlichen Rabattzahlungen mehr ausgezahlt werden. Der Konzern setzt also weiterhin auf wirtschaftlichen Druck, verzichtet aber auf eine Zwangsumstellung.

Laut Microsoft haben Partner in den vergangenen Wochen erhebliche Bemühungen bei der Umstellung von alten CSP-Subskriptionen unternommen. Der Konzern ruft CSP-Partner auch auf, die Migration von CSP zu "New Commerce" fortzusetzen. Das sei weiterhin das Ziel. Den harten Schnitt, die Auto-Renewal-Funktion am 11. Juli abzustellen, habe man jedoch aus "geschäftlichen Erwägungen" heraus verworfen.

Gleichzeitig hat Microsoft die Möglichkeiten verbessert, Änderungen an Abonnements für das Ende der Laufzeit zu planen. Davon sollen alle Partner profitieren, die am Cloud Solution Provider Program teilnehmen. Mit dem Update lassen sich später geplante Änderungen unter aktuell verfügbaren Promotions durchführen. Das neue Feature wird nicht rückwirkend angewandt. Um davon zu profitieren, müssen daher geplante Änderungen, die vor dem 16. Juni 2022 gespeichert wurden, neu eingegeben werden.

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