Täter verhaftet

Millionenkredit entpuppt sich als "Schwarz"-Geld

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Mit einem angeblichen Kredit über zwei Millionen Euro haben afrikanische Gauner ein Ehepaar aus Süddeutschland geködert. Einem der Täter wurde die Gier zum Verhängnis.

Immer wieder gehen leichtgläubige Bürger dreisten Betrügern auf den Leim, wie ein aktueller Fall aus dem Landkreis Waldshut zeigt: Ein Ehepaar hatte auf einer Finanzplattform im Internet versucht, einen Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro zu bekommen. Auf diese Anfrage wurde das Ehepaar von einem Mann kontaktiert, der ihnen diesen Kredit zusicherte.

Die Hoffnung auf den Geldsegen durch einen Millionenkredit löste sich für ein Waldshuter Ehepaar in Rauch auf (Symbolfoto).
Die Hoffnung auf den Geldsegen durch einen Millionenkredit löste sich für ein Waldshuter Ehepaar in Rauch auf (Symbolfoto).
Foto: Pictures4you - Fotolia.com

In der Folge kam es zu mehreren Treffen in Konstanz und Stuttgart zwischen dem Ehepaar und mehreren Kontaktpersonen. Das Polizeipräsidium Freiburg spricht von "mehreren modisch gekleideten und sehr seriös wirkenden Afrikanern". Für die Vermittlung des Kredits forderten die Männer 800 Euro, die von dem Waldshuter Paar auch bezahlt wurden. Zudem wurde bei diesen Treffen auch die Geldübergabe besprochen.

Ein Koffer voll schwarzem Papier

Die Aushändigung der Kreditsumme sollte dann Mitte Dezember in einem Düsseldorfer Hotel über die Bühne gehen. Hier wurde für die Geschädigten weiter 1.300 Euro "Sicherheitsgebühr" fällig. Dafür wurde ihnen ein Geldkoffer mit geldscheingroßen, schwarzen Papierbündeln überreicht. Dem Ehepaar wurde versichert, dass es sich um echtes Geld handele, welches nur schwarz eingefärbt sei. Zum Beweis entfärbten die Täter zwei 50-Euro-Scheine. Allerdings hatten die Betrüger angeblich damit die Chemikalie aufgebraucht und versprachen die Lieferung des Mittels und überließen dem Paar den Koffer mit den schwarzen Papierstreifen.

Die 2.100 Euro waren den Gaunern wohl nicht genug, denn sie versuchten, von dem Waldshuter Ehepaar noch mehr Geld zu bekommen: Sie forderten weitere 17.500 Euro für die Lieferung der Chemikalien. Nun wurden die Geprellten schließlich misstrauisch und verständigten die Polizei. Eine genauere Untersuchung des Kofferinhalts ergab, dass es sich nur um schwarzes Papier handelte. Zum Schein wurde trotzdem ein weiteres Treffen vereinbart, bei dem 6.000 Euro für das Entfärbungsmittel übergeben werden sollte.

Weitere Täter noch nicht ermittelt

Bei der fingierten Übergabe konnte dann ein 34-jähriger, aus Kamerun stammender Mann festgenommen werden. Dieser war auch schon bei den früheren Treffen dabei. Die Mittäter sind allerdings noch auf freiem Fuß. Das Polizeipräsidium Freiburg hofft nun, die Komplizen und eventuell auch weitere Opfer ermitteln zu können.

Wie einfach leichtgläubige Opfer in die Falle gehen, zeigt auch ein aktueller Betrugsfall aus der Rubrik "Viel Geld für nutzloses Papier" in Österreich: Dort hatte der Täter den Geschädigten anstelle von iPads nur mit Pappschnitzeln gefüllte Kartons verkauft. Was passieren kann, wenn man auf Spam-Mails antwortet, haben unsere Kollegen von der Computerwoche in einem anderen Fall dokumentiert.

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