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Acer und Cibek auf dem Systemhauskongress CHANCEN

Mit Assistenzsystemen für Senioren neue Märkte erobern

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Wie die digitale Transformation die Folgen des demografischen Wandels erleichtern kann und wie daraus neue Geschäftsfelder für IT-Dienstleister entstehen, zeigt Bernd Klein von Cibek in seiner Best Practice Keynote auf dem Systemhauskongress CHANCEN.

Ihr Unternehmen Cibek hat sich auf Dienstleistungen rund um die Gebäudetechnik konzentriert. Welche Art von Kunden bedienen Sie?

Bernd Klein, Geschäftsführer der CIBEK technology + trading GmbH
Bernd Klein, Geschäftsführer der CIBEK technology + trading GmbH
Foto: Cibek

Bernd Klein:Wir erwirtschaften unsere Kernumsätze mit umfangreichen Projekten, die eine Kombination aus der von uns entwickelten Software „Paul“ mit langfristig und sicher funktionierender Hardware umfassen. Auf dem Systemhauskongress am 27. September in Düsseldorf werde ich konkrete Projektbeispiele und Einsatzbereiche schildern und aufzeigen, welche Chancen diese Modelle für IT-Dienstleister bieten.

Wofür steht die Paul-Software?

Bernd Klein: PAUL steht für: Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben. Es ist ein via Touchdisplay sehr einfach bedienbares Gebäudesteuerungs- und Assistenzsystem, das eine Vielzahl von Komfort-, Multimedia- und Kommunikationsfunktionen bietet. Paul entstand vor rund zehn Jahren und wird seitdem permanent weiterentwickelt.
Die Software eignet sich besonders für die Unterstützung älterer Menschen, die so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben führen möchten. Ein patentiertes, unaufdringliches Verfahren unterstützt den Nutzer in Situationen der Hilflosigkeit und kann automatisch einen Hilferuf auslösen. Bei der Entwicklung und Gestaltung der Bedienoberfläche wurden verschiedene Nutzergruppen aktiv mit einbezogen. Herausgekommen ist eine Menüstruktur, die sich durch ihre Übersichtlichkeit und leicht verständliche, gut lesbare Bedienschalter auszeichnet.

Die Systemlösung Paul besteht aus Software, Acer-Tablet und Funk-Sensorik. Binnen drei Stunden lässt sie sich in Bestandswohnungen einbauen und kann automatisch über ein Notrufgerät Hilfe rufen, wenn z.B. jemand in der Wohnung gestürzt ist.

Seit 2016 bieten wir Organisationen die Möglichkeit, aus dem Funktionsumfang von Paul eine maßgeschneiderte Lösungsplattform zu erstellen. Wir integrieren auch externe Lösungskomponenten und Dienstleistungen in diese Plattform und erstellen eine Oberfläche im Corporate Design des Kunden.

Ihr Fokus liegt auf der Weiterentwicklung von Paul und deren Vermarktung. Warum spielen für Ihr Geschäft dann Hardware-Lieferanten so eine wesentliche Rolle?

Bernd Klein: Kunden messen uns immer am Gesamtergebnis, nicht an unserem Kernprodukt, der Paul-Software. Deshalb ist es für uns - und für jedes andere Systemhaus, das sich mit diesem Thema befasst - extrem wichtig, auch sichere und gute Hardware einzusetzen. Neben der Qualität der Hardware spielt die Zusammenarbeit mit dem Hardware-Lieferanten eine ganz wesentliche Rolle.
Entscheidend ist beispielsweise, dass der Hardware-Hersteller im Fall des Falles auch offen und zeitnah darüber informiert, wenn beispielsweise Serienabweichungen, Fehler oder Lieferengpässe auftreten. Der Hardware-Lieferant wird damit zu einem wichtigen Projektpartner.

Sie werden auf dem Kongress von einem auf der Paul-Software basierenden Projekt berichten, das Sie für den Kunden "NetzWerk GesundAktiv" umgesetzt haben. In welchem Zeitraum wird das Projekt realisiert?

Bernd Klein: Das NetzWerk GesundAktiv in Hamburg, kurz NWGA, hilft Menschen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden und bis ins hohe Alter unabhängig, selbstständig und aktiv zu sein. Beim Projekt für dieses NWGA sollen bis Jahresende 1.000 Seniorenwohnungen mit Paul ausgestattet werden. Verzögerungen beim NWGA-Projekt entstanden meist durch organisatorische und reformatorische Hürden im Gesundheitswesen. Und durch den unterschätzten Aufwand für die Überzeugungsarbeit für die Nutzung von moderner Technik bei den Senioren, die alle über 70 Jahren sind.

Welche speziellen Herausforderungen gab es während der Umsetzung des Projekts und wie wurden sie gelöst?

Bernd Klein: Zu Beginn des Projektes hatten wir die Hardware eines Herstellers eingesetzt, bei dem sich beim Massentest Serienfehler zeigten. Da die Auslieferungen bereits begonnen hatten, mussten wir kurzfristig die Hardware wechseln und haben uns nach erfolgreichen Vortests für Tablets von Acer entscheiden. Diese mussten dann kurzfristig außerhalb der normalen Lieferzyklen geliefert werden.
Das hat hervorragend funktioniert und war in diesem sehr kurzen Zeitrahmen nur möglich, weil sich trotz Erstkontakts - wir hatten bislang mit Acer noch nicht zusammengearbeitet - sofort eine vertrauensvolle "Partnerschaft" mit unserer Betreuerin bei Acer ergeben hat, sie alle möglichen hausinternen Wege beim Hersteller kennt und diese auch ideenreich zu nutzen versteht.