Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

E-Tailer Schuld

Mode macht Mädchen zu Sexobjekten

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Mädchen tragen oft schon im Grundschulalter aufreizende Kleidung. Das berichten Psychologen vom Kenyon College.
Mädchenkleidung vermischt häufig kindliche und sexualisierende Merkmale.
Mädchenkleidung vermischt häufig kindliche und sexualisierende Merkmale.

Online-Shops tragen dazu bei, dass Mädchen oft schon im Grundschulalter aufreizende Kleidung tragen. Das berichten Psychologen vom Kenyon College in der Zeitschrift "Sex Roles". Sie durchforsteten 5.700 Kleidungsstücke für Mädchen unter 12 Jahren auf den Online-Seiten von 15 großen Kindermode-Ketten der USA. Ihre Analyse: Ein bedeutender Anteil des Angebots sexualisiert Mädchen und trägt dazu bei, dass diese ihren Körper ausschließlich unter dem Aspekt der Attraktivität wahrnehmen.

69 Prozent der bewerteten Kleidung gehört für die Forschern in die Kategorie "kindlich", etwa aufgrund der Schleifen, Punktmuster oder Tieraufdrucke. Vier Prozent werteten sie als "sexualisierend", wozu etwa Shirts mit Spitzenwäschestoff, Kleidung mit vorgetäuschten Brüsten oder Hosen mit Aufmerksamkeits-heischendem Poaufdruck zählten. Bei 25 Prozent des Angebots waren kindliche und sexualisierte Merkmale vermischt - was laut den Psychologen besonders in die Irre führt. "Unsichere Eltern könnten etwa den Minirock im Leopardendruck kaufen, nur weil er rosafarben ist", so Studienleiterin Samantha Goodin.

Britischen Forschungen zufolge setzt das Brustwachstum heute im Schnitt schon im zehnten Lebensjahr ein.
Britischen Forschungen zufolge setzt das Brustwachstum heute im Schnitt schon im zehnten Lebensjahr ein.

"Hinter dieser Situation steckt auch die Tatsache, dass Mädchen heute immer früher in die Pubertät kommen", berichtet die Leipziger Psychologin Dorothee Alfermann. Britischen Forschungen zufolge setzt das Brustwachstum heute im Schnitt schon im zehnten Lebensjahr ein, was Mädchen psychisch überfordern kann.

"Es ist zwar nicht anzunehmen, dass sich jedes junge Mädchen durch aufreizende Kleidung bereits als Sexualobjekt sieht. Dennoch wird dadurch die Botschaft vermittelt, dass die Frau ein Blickfang zu sein hat", so die Expertin. Den Eltern rät sie, sich der Thematik bewusst zu sein. "Sie sollten beim Einkauf gut überlegen, was sie für ihr Kind wollen." Was sich hier bei der Kindermode zeigt, sei in ähnlicher Form allerdings auch bei Spielzeugen wie etwa der Barbie-Puppe und deren Ausstattung anzutreffen.

Sexualisierung geschieht jedoch vor allem in den Medien. Illustrierte, Fernsehprogramme, Videospiele und Musikvideos blenden in der Darstellung von Personen häufig alle Charakteristika aus, die nicht auf Sex-Appeal oder Sexualverhalten beruhen. Studien zufolge können diese Darstellung besonders bei jungen Mädchen zu einem Mangel an Vertrauen in den eigenen Körper führen, sowie auch zu Depressionen, Essstörungen und zur negativen Beeinträchtigung der gesunden sexuellen Entwicklung. (pte/haf)