Potenzieller Sponsor

Neue Hoffnung für Loewe

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Beim insolventen Fernsehgerätehersteller Loewe könnte es doch weitergehen. Die Skytec Group mit Sitz in Zypern hat Interesse an dem Kronacher Unternehmen angemeldet.

Seit Jahren kämpft der Unterhaltungselektronikhersteller Loewe ums Überleben. Bereits 2013 stellte das Unternehmen einen Insolvenzantrag (ChannelPartner berichtete). Nach dem Einstieg eines Investors ging es zunächst einmal weiter. Ein weiterer Tiefpunkt in der Unternehmensgeschichte folgte im Sommer 2019 mit einem erneuten Insolvenzantrag.

Ob in Kronach beim insolventen Hersteller Loewe weiterhin Fernsehgeräte produziert werden, hängt davon ab, ob ein neuer Investor einsteigen wird.
Ob in Kronach beim insolventen Hersteller Loewe weiterhin Fernsehgeräte produziert werden, hängt davon ab, ob ein neuer Investor einsteigen wird.
Foto: Loewe

Mittlerweile wurden Teile der Produktion verkauft. Nun gibt es einen Kaufinteressenten für die restlichen Unternehmensteile. In einer Pressemitteilung verkündet das inhabergeführte Familienunternehmen Skytec Group seine Kaufabsichten. Ziel sei es "die globale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Traditionsherstellers mit Sitz im fränkischen Kronach langfristig zu sichern". Dabei will man nicht nur Loewe retten, sondern mit der traditionsreichen Marke zu den weltweit führenden Unternehmen dieses Segments aufschließen. Skytec verweist auf Erfolge mit Marken wie Blaupunkt und Sharp.

Skytec-CEO Vladislav Khabliev hat dafür schon konkrete Pläne in der Schublade: "Loewe hat sich mit einem besonderen Gespür für Innovation, Design und Qualität einen erstklassigen Ruf im deutschsprachigen Raum erarbeitet. Wir betrachten es als großes Privileg, gemeinsam ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Loewe zu schreiben und Loewe als eine der global führenden Marken zu etablieren. Wir haben erfolgreich bewiesen, dass wir wertvolle Marken zukunftssicher und international erfolgreich sowie für die Verbraucher relevant machen können", erklärt er.

Standort Kronach neu beleben und entwickeln

Dabei geht es Khabliev nicht alleine darum, den Markennamen weiterzuführen: "Fusionen und Akquisitionen dieser Art sind nutzlos, wenn lediglich Markennamen den Besitzer wechseln. Schließlich hat Loewe über die Jahre einen exzellenten Ruf aufgebaut, den wir mit ihrer Hilfe sichern möchten", meint der Skytec-Chef. Dafür sollen mehr als 30 Loewe-Mitarbeiter wichtige Schlüsselpositionen "in diesem neuen und spannenden Projekt" besetzen. "Ihr Wissen ist für uns von unschätzbarem Wert. Natürlich ist es auch wichtig, neue Mitarbeiter wie Experten für Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung und Design zu gewinnen, um vorhandene Expertise zu ergänzen und sicherzustellen, dass Loewe auf die neue Marktrealität vorbereitet ist", erläutert er. So will Khabliev den Standort Kronach neu beleben und entwickeln.

Lesetipp: Manche Marken sind Überlebenskünstler

Dazu soll dann auch das Portfolio erweitert werden. "Viele Menschen kennen Loewe nur als Hersteller hochwertiger Fernsehgeräte 'Made in Germany'. Dabei hat das Unternehmen auch in anderen Bereichen erstklassige Arbeit geleistet. Wir möchten Loewe als Manufaktur für luxuriöse Audio- und TV-Produkte neu aufbauen, inklusive signifikanter Investitionen in die globalen Marketing- und PR-Maßnahmen", kündigt Khabliev an.

Noch ist dies aber alles Zukunftsmusik. Laut eines Berichts in der Coburger Neuen Presse soll ein Gespräch mit potenziellen Sponsoren in der bayerischen Staatskanzlei stattfinden. Ob dabei auch Skytec und der ebenfalls an Loewe interessierte chinesische Hisense-Konzern beteiligt sind, ist nicht bekannt.

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