Neues Betätigungsfeld für Systemhäuser und VARs

02.10.2000
Im Rahmen der Vermarktung ihres Breitband-Betriebssystems CEC Pro will die Hamburger Fantastic GmbH bis zum Jahr 2002 ein deutschlandweites Vertriebs- und Partnernetz aufbauen. Das Schweizer Mutterhaus verspricht einen Marktvorsprung, der "fast nicht mehr einzuholen ist".

Eines der Hauptprobleme des Internet ist immer noch dessen geringe Bandbreite. Doch das wird, darf man den Statistiken Glauben schenken, bald Vergangenheit sein. Der Grund: Bis 2003 sollen alleine in Deutschland mehr als elf Millionen Haushalte Breitbanddienste abonniert haben. Nahezu elf Milliarden Euro sollen dabei an Erträgen aus Breitbanddiensten - ob über Satellit oder Kabel - und gut 750 Millionen Euro alleine aus dem Verkauf von Breitbandgeräten erwirtschaftet werden.

Die Fanstastic AG aus Zug in der Schweiz, eigenen Angaben zufolge Marktführer im Internet-Broadband-Broadcasting, stellt mit ihrem Betriebssystem "Channel Editorial Center Pro" (CEC Pro) eine Plattform zur Verfügung, über die künftig große Datenvolumina in jeden Haushalt geliefert werden sollen.

Bisher war Content dran - jetzt kommen Lösungen

Um diese Dienste im Markt zu etablieren, sucht die deutsche Niederlassung in Hamburg, ein Joint Venture der DTAG und der Fantastic AG, nach Unternehmen für den Aufbau eines Vertriebs- und Projektpartner-Netzwerks. Nachdem in der Vergangenheit Partnerschaften mit Content-Providern wie Eurosport oder Reuters sowie Netzbetreibern im Vordergrund standen, sind jetzt vor allem Software- und Systemhäuser, VARs, Multimedia- und Kommunikationsagenturen sowie E-Commerce Dienstleister bevorzugte Verhandlungspartner.

Zur Zeit wichtigste Priorität für Fantastic hat die Vermarktung und Entwicklung von Software für Breitband- und Multimedia-Anwendungen. Deshalb soll die Bereitstellung von Programmier-Schnittstellen in CEC Pro den Partnern, die im Moment noch vornehmlich aus den Bereichen TV-Broadcasting und Multimedia kommen, die Entwicklung von Applikationen ermöglichen. "Dadurch können die Partner bestehende und neue Anwendungen leicht mit der Breitband-Multimedia-Umgebung verbinden", verspricht Fantastic-Deutschland-Geschäftsführer Günther Koch.

Im Moment, so Fantastic, ist das riesige Potenzial dieses Marktbereichs noch nahezu unerschlossen. Fantastic führt deshalb halbjährlich zwanglose Zusammentreffen durch, während der sich die Teilnehmer auch über mögliche Formen der Zusammenarbeit informieren können.

Hauptanwendungsbereich für Broadband-Broadcasting ist laut Koch gegenwärtig vor allem Dis-tance-Learning. Koch ergänzend: "Fantastic wird mit der Einführung der Schlüssel-Software eine Lösung im Bereich Broadband-Multimedia, Data-Broadcasting anbieten. Aus den Erfahrungen von Fernsehen und Internet geht hervor, dass jene, die einen Dienst als erste anbieten, einen enormen Vorsprung erhalten, wobei es nur schwer oder gar unmöglich ist, von Nachfolgern eingeholt zu werden. CNN und Amazon.com sind Beispiele solcher Vorreiter."

Auf den ersten Blick scheinen die Aussichten also rosig, doch bis zur Umsetzung gemeinsamer Projekte muss Fantastic für den erforderlichen Content sorgen. Und diesen erhofft sich das Unternehmen auch von seinen künftigen Systemhaus- und VAR-Partnern. (up)

www.fantastic.com