Software-Anschaffungen in Pandemiezeiten

Nicht alle Tools werden dauerhaft übernommen

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Im Zuge der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen ihre Software-Ausstattung aufgerüstet. Manche Tools werden sicher wieder abgeschafft, doch das muss kein schlechtes Zeichen für die digitale Agenda sein.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundene Veränderung der Arbeitsweise in Unternehmen haben neue Anforderungen an die Infrastruktur mit sich gebracht. Laut einer Umfrage des Software-Herstellers Meister in Zusammenarbeit mit der Marktforschungsplattform Appinio hat über die Hälfte der befragten Unternehmen neue digitale Tools eingeführt.

Nicht jedes Unternehmen, das während der Corona-Krise seine Software aufgerüstet hat, will nach der Pandemie die Tools auch behalten.
Nicht jedes Unternehmen, das während der Corona-Krise seine Software aufgerüstet hat, will nach der Pandemie die Tools auch behalten.
Foto: fizkes - shutterstock.com

Insbesondere in größeren Teams hat sich ein erhöhter Bedarf an weiterer digitaler Unterstützung gezeigt. In Abteilungen mit mehr als elf Mitarbeitern gaben 74 Prozent der rund 800 Befragten an, dass sie ihr Softwareportfolio erweitert haben, um Remote Work zu erleichtern.

Von den befragten IT-Verantwortlichen sind fast alle (97 Prozent) der Ansicht, dass die Kollegen zufrieden oder sehr zufrieden mit den neuen Programmen sind. Allerdings zeigt sich auch bereichsübergreifend eine hohe Zustimmung zur neuen Software: Rund 92 Prozent der Befragten sind mit den neuen digitalen Tools mindestens zufrieden.

Task-Management-Tools bleiben

Trotzdem werden nicht alle Tools die Zeit nach der Pandemie überleben: Nach der Krise planen 37 Prozent der Befragten, zumindest einige Tools wieder abzuschaffen. Bemerkenswert ist dabei, dass 46 Prozent dieser Befragten, die planen Tools abzuschaffen, nach der Krise wieder auf Videokonferenzsysteme verzichten möchten. Task-Management-Tools hingegen sind gekommen, um zu bleiben: Nur 18 Prozent planen, nach der Krise auf diese digitalen Helfer wieder zu verzichten.

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Dies freut natürlich Till Vollmer, Mitgründer und Managing Director beim Software-Anbieter Meister, der mit MeisterTask und MindMeister entsprechende Lösungen im Portfolio hat: "Bereits vor der Krise haben wir einen kontinuierlich steigenden Bedarf an Task-Management-Tools gesehen. Dieser Trend wird anhalten", prognostiziert er. "Aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten immer mehr Menschen aus dem Home Office. Ich bin sicher, diese Entwicklung wird sich nicht wieder vollständig umkehren. Es ist nur logisch, dass Unternehmen deshalb nach Möglichkeiten suchen, sich Team-intern, aber auch Team-übergreifend zu organisieren", meint er.

Auch wenn über ein Drittel der Unternehmen die Tools nach der Corona-Krise wieder abschaffen will, wird dies den durch die Pandemie ausgelösten Digitalisierungsschub nicht bremsen. So gab es bei vielen Unternehmen kurzfristigen Handlungsbedarf und Anbieter lockten mit kostenlosen, zeitlich befristeten Teststellungen. Dass nach einer Normalisierung der Situation der Bedarf geprüft wird, ist völlig normal. Im Umkehrschluss bedeutet dies nämlich auch, dass ein Großteil bei der Software-Anschaffungen bleibt.

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