Rückgang trotz hoher Nachfrage

PC-Markt leidet unter Lieferschwierigkeiten

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Obwohl viele Homeoffices in der Coronakrise mit neuen Rechnern ausgestattet werden mussten, schrumpfte der Markt. Die Hersteller kämpfen mit Lieferproblemen.

Obwohl die weltweite Homeoffice-Welle infolge der Corona-Krise eine steigende Nachfrage nach Notebooks und Desktops verursacht hat, ist der Markt im ersten Quartal 2020 um acht Prozent geschrumpft. Das berichten die Analysten von Canalys. Demnach verkauften die Hersteller 53,7 Millionen Geräte, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 58,3 Millionen.

Trotz stärkerer Nachfrage nach Notebooks in der Coronakrise ist der weltweite PC-Markt im ersten Quartal deutlich geschrumpft.
Trotz stärkerer Nachfrage nach Notebooks in der Coronakrise ist der weltweite PC-Markt im ersten Quartal deutlich geschrumpft.
Foto: ittoilmatar - shutterstock.com

Verzögerungen in der Produktion und logistische Probleme haben laut Rushabh Doshi, Research Director bei Canalys, zu Problemen geführt. Die PC-Hersteller hätten schon zu Jahresbeginn unter Intels Problemen beim Übergang auf die 10-Nanometer-Chiptechnologie zu leiden gehabt. Als dann die chinesischen Fabriken ihre Tore geschlossen hätten, sei die Lage noch schwieriger geworden.

Alles Wissenswerte rund ums Home Office lesen Sie hier:

Gleichzeitig sei weltweit die Nachfrage im Consumer-Segment gestiegen, weil insbesondere Schulkinder für das "Home-Learning" hätten ausgerüstet werden müssen. Gleichzeitig stieg auch die Nachfrage der Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in den Homeoffices ausstatten mussten.

PC Business: Es geht um Verfügbarkeit

Laut Canalys war im PC Business zuletzt nicht mehr der Preis der limitierende Faktor, sondern vor allem die Verfügbarkeit. In den nächsten Wochen könnten die Anbieter weiter eine hohe Nachfrage und operative Gewinnmargen in der Nähe des "Allzeithochs" erwarten. Auch Drucker, Monitore, Headsets und Webcams seien gefragt wie nie, ebenso Office-, Collaboration-, Virtual-Desktop- sowie Sicherheits- und Remote-Access-Lösungen.

Stark profitieren werde AMD, das sich als Alternative zu Intel etabliert habe. Der mittel- und langfristige Trend sieht aus Sicht der Analysten weniger rosig aus. Die Homeoffices seien ausgestattet, in Büroarbeitsplätze investierten Unternehmen kaum. Schließlich habe bereits eine globale Rezession eingesetzt, die Pleiten und Arbeitslosigkeit zur Folge haben werde.

Zur Startseite