Cyberangriff befürchtet

Potsdam geht aus Sicherheitsgründen offline

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Die Stadtverwaltung Potsdam hat in zentralen Systemen "zahlreiche Ungereimtheiten" festgestellt. Aktuell gehen die Verantwortlichen von einer Cyberattacke aus. Um größeren Schaden zu vermeiden, wurde die Internetverbindung gekappt.

Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam hat die Verwaltung vorerst vom Internet getrennt und ist seit 22. Januar nicht mehr per E-Mail erreichbar. Es handelt sich dabei um eine Sicherheitsmaßnahme. Zuvor waren "in zentralen Netzzugängen der Landeshauptstadt zahlreiche Ungereimtheiten festgestellt worden". Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sind die auf eine Schwachstelle im System eines externen Anbieters zurückzuführen. Darüber sei versucht worden, "von extern unautorisiert Daten der Landeshauptstadt abzurufen oder Schadsoftware zu installieren".

Potsdam gehört nun auch zur Reihe der deutschen Städte, die wegen einer Cyberattacke ihre Systeme vom Internet getrennt haben.
Potsdam gehört nun auch zur Reihe der deutschen Städte, die wegen einer Cyberattacke ihre Systeme vom Internet getrennt haben.
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"Wir haben unsere Systeme aus Sicherheitsgründen offline gestellt, weil wir von einer illegalen Cyberattacke ausgehen müssen", erklärt Oberbürgermeister Mike Schubert. Es werde nun mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die betroffenen Systeme wieder eingeschaltet werden können. "Bis dahin bitten wir um Geduld bei allen Anliegen, die die Bürgerserviceeinrichtungen betreffen", so Schubert.

Die Webseite der Stadt Potsdam ist weiterhin erreichbar. Sobald es weitere Erkenntnisse gibt, will die Stadt darüber und über ihr Twitter-Konto informieren. Telefonisch sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nach wie vor erreichbar. Allerdings könne sämtliche Verfahrenssoftware nur eingeschränkt genutzt werden.

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Die IT-Abteilung der Stadt Potsdam hat bereits externe IT-Sicherheitsfirmen und IT-Forensiker beauftragt. Außerdem hat die Stadt Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und die für IT-Sicherheit und Datenschutz verantwortlichen Landesstellen informiert.

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In den vergangenen Wochen hatte bereits die Stadtverwaltung von Alsfeld in Hessen ihre Server wegen eines Angriffs mit Ransomware vorübegehend vom Netz genommen. Auch die Stadtverwaltungen von Frankfurt am Main und Bad Homburg waren wegen eines Malware-Angriffs (mit dem Trojaner Emotet) im Dezember vorübergehend offline. Im September 2019 musste die Stadtverwaltung von Neustadt am Rübenberge (in der Region Hannover) bereits gut eine Woche ohne Internetzugang auskommen.