PRESSESCHAU

22.03.2001

Das "Handelsblatt" (14.3.) kommentiert die neue Strategie von T-Online:

Hundert Tage hatte sich der neue T-Online-Chef Thomas Holtrop Zeit genommen, um an seiner Strategie zu feilen, mit der er Europas größten Internet-Provider wieder in die schwarzen Zahlen bringen will. Die Schonfrist ist um, aber auf den großen Paukenschlag wartet man vergebens. (...) Die angekündigten Rezepte klingen nach Internet-Hausmannskost.

Für die "Financial Times Deutschland" (19.3.) ist der Richterspruch, dass die Telekom ihren Konkurrenten keinen Internet-Pauschaltarif anbieten muss, "ein falsches Signal":

Denn die Entscheidung nimmt den Druck von der Telekom, sich mit ihren Wettbewerbern auf eine Großhandels-Flatrate zu einigen, die für beide Seiten realistische Bedingungen enthält. Der Ex-Monopolist wird nun darauf beharren, das von ihm im Dezember vorgelegte Angebot beizubehalten. Und dieses Angebot ist problematisch. Zwar enthält es eine Großhandels-Flatrate, doch die ist exakt auf die Bedürfnisse des größten Online-Dienstes des Landes, der Telekom-Tochter T-Online, zugeschnitten. So müssen etwa Leitungen zum Anschluss der Haushalte von der Telekom auf zwei Jahre gemietet werden. Für T-Online ist das kein Problem. Verkalkuliert man sich, so verschiebt sich eben der Gewinn von der Tochter auf die Mutter. Für kleinere Konkurrenten dagegen kann eine Fehlkalkulation hier schnell die Pleite bedeuten.

In einem Gastkommentar für die "VDI-Nachrichten" (16.3.) stellt Dorit Spiller von der Unternehmensberatung Berlecon Research fest, dass sich die B2B-Marktplätze "in einer Phase der Umorientierung befinden":

Anfänglich wurden vor allem die Vorteile der Transaktionsabwicklung in den Vordergrund gestellt: das Matching von Handelspartnern, das Herstellen der Handelsbeziehung. Für die meisten Marktplätze ist dies aber nicht mehr ausreichend, um akzeptiert zu werden. Oftmals sind es gerade Zusatzdienste wie die Abwicklung von Zahlungsverkehr und Logistik bis hin zu Prozessintegration, die den Mehrwert für die Teilnehmer bieten.

Für die "Süddeutsche Zeitung" (19.3.) ist die Gewinnwarnung von Compaq ein Ergebnis des Preiskrieges, der vom PC- nun auch auf das Server-Geschäft übergreift:

Fatalerweise hat sich der Preiskampf auch auf den Servermarkt ausgeweitet. Da Compaq dort seine Zukunft sieht, ist Firmenchef Michael Capellas fest entschlossen, diese Position zu verteidigen. Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Preise für Server aggressiver als bei PCs senken wird. Und da die Konkurrenz vermutlich mithält, werden die Margen auch hier schnell schrumpfen.