Psion: mit Umstrukturierungen aus den roten Zahlen

05.04.2001
Das Geschäftsjahr 2000 hat der Handheld-Hersteller Psion mit Verlusten abgeschlossen. Damit im neuen Jahr die roten Zahlen schwarz werden, reorganisieren die Briten und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz, die tastaturbasierenden Organizer.

Eigentlich war das vergangene Jahr für Psion ein gutes. Denn der britische Taschencomputer-Hersteller profitierte vom Boom im PDA-Markt und konnte in 2000 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr von rund 150,42 Millionen Pfund (478,29 Millionen Mark) auf rund 219,74 Millionen Pfund (698,71 Millionen Mark) steigern. Trotzdem verzeichnete die Psion-Gruppe einen Verlust von 13,18 Millionen Pfund (41,91 Millionen Mark). "Wir haben kein Geld verbrannt, sondern in Teklogix und Symbian investiert. Und uns hat der Dollarkurs zu schaffen gemacht", begründet Hans Stadler, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung in Bad Homburg, die roten Zahlen.

So hat Psion aus dem Austritt Motorolas aus dem Symbian-Konsortium Konsequenzen gezogen und das Projekt für einen stiftbasierten Organizer mit Mobilfunk-Funktion aufgegeben. "Der Quartz wäre ein Kompromissprodukt gewesen, das uns kein hohes Verkaufsvolumen gebracht hätte", so Stadler. Allerdings seien dadurch 40 Millionen Mark geplanter Profit verloren gegangen. Weitere 100 Millionen Mark habe der Hersteller in Forschung und Entwicklung gesteckt. Außerdem sei die Umstrukturierung des im September 2000 gekauften Herstellers von drahtlosen Netzwerken Teklogix kostspielig gewesen, erklärt der Deutschland-Geschäftsführer.

Um wieder profitabel zu werden, stellt sich die Psion-Gruppe neu auf: Neben Psion Teklogix gibt es künftig den Bereich Psion Digital Solutions, der die ehemaligen Units Psion Computers, Infomedia und Connect bündelt. Konsequenz der Zusammenlegung: 100 Mitarbeiter müssen gehen.

Dass sich Psion aus dem Consumer-Geschäft zurückziehe und sich künftig auf das Enterprise-Segment konzentriere, sei nicht richtig. Zwar bediene der Bereich Teklogix Industriekunden, Psion Digital Solutions vertreibe aber nach wie vor zu 80 Prozent über Retailer und adressiere damit Endkunden, stellt der Psion-Mann dar.

Für die Zukunft ist Stadler optimis- tisch: "Unsere Stärke sind die Internet-Fähigkeit und TastaturBasiertheit unsere Produkte. Wir bleiben dabei und fördern das." So werde es Ende des Jahres einen kompromisslosen Handheld mit Handy-Funktion von Psion geben, der mit Bluetooth arbeite. "Damit sind wir bestens positioniert, um im Keyboard-Bereich auch weiterhin eine führende Rolle zu spielen", ist sich der Psion-Geschäftsführer sicher.

www.psion.com

ComputerPartner-Meinung:

Die Verluste und die Reorgani-sation werden für Psion-Kunden im laufenden Geschäftsjahr wohl kaum dramatische Änderungen bringen: Die Neuaufstellung dürfte nur interne Konsequenzen haben. Denn anders lautenden Spekulationen zum Trotz bleibt Psion dem Consumer-Markt treu. (kj)

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