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Lenovo TruScale

Rechenzentrum-as-a-Service über Partner

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Die Lenovo TruScale Infrastructure Services bieten Unternehmen ohne Vorab-Investitionskosten Hardware, Software und Services für Rechenzentren. Im Unterschied zum Wettbewerb setzt Lenovo dabei voll auf den Vertrieb über Partner, erklärt Dieter Stehle, General Manager der Lenovo Data Center Group in Deutschland.

Lenovo hat mit den Lenovo TruScale Infrastructure Services ein "As-a-Service"-Angebot für Rechenzentren vorgestellt. Lenovo TruScale basiert auf einem Abo-Modell und ermöglicht es Unternehmen damit, Hardware und Dienstleistungen für Rechenzentren in ihren Räumlichkeiten oder an einem von ihnen bestimmten Standort zu nutzen, ohne sie selbst anschaffen zu müssen. Der Infrastrukturdienst Lenovo TruScale wird für Produkte aus den Reihen Lenovo ThinkSystem und Lenovo ThinkAgile angeboten. Er beinhaltet Installation, Bereitstellung, Verwaltung, Wartung und Rückgabe der Hardware.

Das ThinkAgile-Portfolio kann ab sofort mit Lenovo TruScale auch im Abo-Modell als Service von Firmen in deren Rechenzentren genutzt werden.
Das ThinkAgile-Portfolio kann ab sofort mit Lenovo TruScale auch im Abo-Modell als Service von Firmen in deren Rechenzentren genutzt werden.
Foto: Lenovo

"Mit unserem abo-basierten Modell zahlen Kunden für das, was sie nutzen und umgehen so die Risiken einer Kapitalbindung", erklärt Laura Laltrello, Vice President und General Manager of Services bei der Lenovo Data Center Group. "Unser Angebot kann je nach Kundenwunsch konfiguriert werden - egal ob speicherintensiv, server-lastig, hyperkonvergent oder rechenstark - alles kann entsprechend den Geschäftsanforderungen angepasst werden." Roderick Lappin, Senior Vice President und Chief Customer Officer der Lenovo Data Center Group ergänzt: "Lenovo TruScale Infrastructure Services kombiniert die wirtschaftliche Flexibilität der Cloud mit der Sicherheit von Daten vor Ort und bietet Kunden mehr Flexibilität, Effizienz und Einfachheit bei der Bedienung."

Die Rolle der Partner bei Lenovo TruScale

Im Gespräch mit ChannelPartner betont Dieter Stehle, General Manager der Lenovo Data Center Group in Deutschland, die Bedeutung der Lenovo-Partner für die Vermarktung der Lenovo TruScale Infrastructure Services. "An unserer erfolgreichen Go-to-Market-Strategie über die Partner wollen wir nichts ändern. Unsere Partner kaufen wie gewohnt ein und rechnen beim Distributor ab."

Dieter Stehle, General Manager der Lenovo Data Center Group in Deutschland, setzt bei der Vermarktung des "Rechenzentrums-as-a-Service" im Rahmen von Lenovo TruScale voll auf die Partner.
Dieter Stehle, General Manager der Lenovo Data Center Group in Deutschland, setzt bei der Vermarktung des "Rechenzentrums-as-a-Service" im Rahmen von Lenovo TruScale voll auf die Partner.
Foto: Lenovo

Nach Ansicht von Stehle hebt sich die Lenovo-Hardware am Markt immer noch ab. Aber aus Sicht der Kunden müsse sie einfach zuverlässig laufen. Über aufwändige Optimierungen noch das letzte Quäntchen an Leistung herauszuholen oder feine Anpassungen zu erreichen, sei nicht mehr zeitgemäß. Dadurch ändere sich aber auch die Rolle der Vertriebspartner. Sie können nicht mehr mit Finessen der Technik bei den Kunden überzeugen, sondern müssen bei ihnen mit Angeboten auftreten, die auch Fragen nach Finanzierung, Skalierung, verbrauchsbasierter Abrechnung oder Mietmodellen beantworten.

Grundsätzlich bietet Lenovo "Hardware as a Service" schon seit 2018 an. Lenovo TruScale geht aber noch ein deutliches Stück darüber hinaus, indem die exakte, verbrauchsbasierende Abrechnung hinzukommt, die Flexibilität bei der Nutzung erhöht wird und das Spektrum des Angebots erweitert wird. Letzteres gilt sowohl für die umfassten Produkte als auch das Volumen der Verträge.

Laut Stehle ist TruScale ab einem Volumen von 150.000 Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren interessant - also einem IT-Budget von lediglich 5.000 Euro pro Monat. Damit liege die Einstiegshürde deutlich unter der bei konkurrierenden Angeboten, zu denen vor allem HPE Greenlake zu zählen ist, das seit Sommer 2018 auch über die HPE-Partner vermarktet wird. Genaueres sollen Lenovo-Partnern ab kommender Woche erfahren: Dann fangen für sie die ersten Schulungen zu Lenovo TruScale an. Auch zu den Voraussetzungen für die Teilnahme an der Vermarktung will Lenovo dann informieren. Sie sollen sich laut Stehle aber nicht am Partner-Level, sondern eher an der Qualifizierung der Partner orientieren.

Lesetipp: Lenovos Executive Briefing Center als Business-Turbo für Partner

Außerdem will sich Lenovo durch die einfache Skalierung nach unten differenzieren. Die meisten Wettbewerbsangebote sind auf Wachstum ausgelegt: Der Kunde steigt klein ein und kann dann bei Bedarf zusätzliche Ressourcen erwerben. Ressourcen wieder abzugeben, ist meist deutlich schwieriger. Bei Lenovo gebe es dagegen keine Bindung an eine Mindestleistungsabnahme. Lediglich ein "sehr niedriger" Sockelbetrag für die erforderlichen Serviceleistungen sei zu entrichten. Und bei der Zubuchung neuer Hardware und Services verspricht Lenovo durch ein lineares Abrechnungsmodell ebenfalls hohe Transparenz.

Lenovo TruScale hilft bei der Transformation zum Service Provider

Das neue Angebot richtet sich vor allem an Lenovo-Partner, die noch hohe Hardware-Umsätze haben. Ihnen fällt es oft schwer, mit eigenen Ressourcen ein Service-Geschäft aufzubauen, da die Vorleistungen erheblich sind. Hier positioniert Stehle Lenovo TruScale. Für Partner werde nicht nur die Finanzierung geregelt, sondern deren gesamtes Handling. Da Lenovo TruScale "an der Unterkante Betriebssystem" aufhört, bleibe den Partnern ausreichend Spielraum, sich durch Implementierung und Wartung von Applikationen zu differenzieren und einen relevanten Mehrwert zu erbringen.

Letzlich bekommen Partner mit Lenovo TruScale auch eine Alternative zu den Offerten der großen Cloud-Betreiber. Vielfach suchen Kunden da ja "nur" flexible und verbrauchsbasierende Nutzungsmodelle. Sofern das der Fall ist - und Cloud-Dienste nicht wegen ergänzender Services wie Maschinenlernen, Spracherkennungs- oder Analytics-Diensten in Anspruch genommen werden, werden diese eher organisatorisch-finanziellen Aspekte zufriedenstellend gelöst und gleichzeitig Sorgen wegen der externen Verarbeitung der Daten vermieden. Gerade im deutschen Mittelstand dürften viele dafür ein offenes Ohr haben.

Natürlich ist Lenovo TrueScale dafür gedacht, um aktuelle Hardware bei den Kunden zu platzieren. Grundsätzlich lässt sich allerdings auch bestehende Hardware in einen "as-a-Service"-Vertrag übernehmen. Vorrangig sollte es sich dabei selbstverständlich um Lenovo-Hardware handeln. Aber laut Stehle "gibt´s für alles eine Lösung".