Wegen Plänen der Fair Trade Commission

Samsung in Sorge um mögliche feindliche Übernahme

05.05.2004
Der koreanische Riese Samsung Electronics (Jahresumsatz 2003: 36,4 Milliarden Dollar und fünf Milliarden Dollar Nettogewinn) hat gegenüber der Fair Trade Commission (FTC, Kommission für lauteren Wettbewerb) in Seoul Besorgnis geäußert, dass neue Finanzregeln Raum für eine feindliche Übernahme geben könnten.

Samsung Electronics (Jahresumsatz 2003: 36,4 Milliarden Dollar und fünf Milliarden Dollar Nettogewinn) hat gegenüber der Fair Trade Commission (FTC, Kommission für lauteren Wettbewerb) in Seoul seine Besorgnis darüber geäußert, dass neue Finanzregeln Raum für eine feindliche Übernahme geben könnten. Finanztöchter großer Konzerne, auf koreanisch "Chaebol" genannt, sollen nach dem Willen der Regierungsbehörde ab einem bestimmten Limit keine Stimmrechte mehr haben.

Samsungs Finanzdienste halten derzeit 30 Prozent der Stimmrechte bei dem Flaggschiff der koreanischen ITK-Industrie. Die FTC plant, den Stimmrechtsanteil bei den Konzernen auf 15 Prozent zu senken. Das würde die Gefahr einer feindlichen Übernahme erhöhen, wurde ein Samsung-Manager in "The Korean Times" zitiert.

Gegenwärtig halten ausländische Anteilseigner rund 60 Prozent der Anteile bei Samsung. Der Group Chairman Lee Kun-hee und ihm freundlich gesonnene Anteilseigner kommen nur auf einen Aktienanteil von kumuliert 17,3 Prozent. Die amerikanische Citibank hält 11,75 Prozent der Anteile. Wie gestern bekannt wurde, hat die Citigroup (Citibank), größtes Finanzinstitut der Welt, ihren Anlegern bereits empfohlen, südkoreanische und taiwanische Aktien zu kaufen, zumal die Kurse derzeit auf einem neuen Tief sind.

Hintergrund des Kursrutsches sind Bemühungen Chinas, das ungezügelte Wirtschaftswachstum in vernünftige Bahnen zu lenken. Damit mehren sich in Taiwan und Korea Sorgen, dass Exporte in das Boomland zurückgehen könnten. Die chinesische Regierung hat unter anderem bereits staatliche Banken angewiesen, bestimmten Branchen keinen Kredit mehr zu geben. Der Morgan Stanley Capital International Asia-Pacific Index ist in der Folge um 4,3 Prozent eingesackt. Das ist der größte Rückfall seit dem 24. Oktober 2003.

Ein Regierungsbeamter hat die Sorgen Samsungs als pure Übertreibung zurückgewiesen. Ein Vertreter der Koreanischen Industriekammer hat jedoch betont, dass koreanische Konzerne wie Samsung, Hynix und LG Philips gegenüber ausländischen mehr und mehr einer "Diskriminierung" ausgesetzt seien und der Regierung vorgeworfen, sich gegenüber möglichen feindlichen Übernahmen einheimischer Unternehmen blind zu stellen. (kh)

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