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Über 4.000 Mitarbeiter nicht mehr benötigt

SAP wirft Ballast ab

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Die 4.000 Mitabeiter passen nicht mehr zur Ausrichtung der Firma. Die Personalbereinigung soll durch Vorruhestandsregelungen und Abfindungen bewältigt werden. Insgesamt soll die Zahl der Angestellten bei SAP im Laufe des Jahres jedoch auf etwa 100.000 erhöht werden.

SAP will sich stärker auf Bereiche mit hohen Wachstumsaussichten ausrichten und dazu wieder einmal verjüngen. Im Zuge der Neuausrichtung wird sich der Konzern von etwa 4.000 Mitarbeitern trennen. Deren Stellen würden im Zuge der raschen Veränderungen in der Technologiebranche überflüssig, erklärte SAP-Chef Bill McDermott bei der Präsentation der Bilanzzahlen für 2018. In welchen Bereichen die Stellen genau wegfallen sollen, verriet er nicht.

SAP-Chef Bill McDermott will die Belegschaft bis Ende 2019 auf 100.000 Personen erhöhen, auf dem Weg aber über 4.000 aufgrund des "Wandels in der Technologiebranche" überflüssig gewordene Mitarbeiter loswerden.
SAP-Chef Bill McDermott will die Belegschaft bis Ende 2019 auf 100.000 Personen erhöhen, auf dem Weg aber über 4.000 aufgrund des "Wandels in der Technologiebranche" überflüssig gewordene Mitarbeiter loswerden.
Foto: SAP

Wie die Lokalzeitung Mannheimer Morgen von der Veranstaltung berichtet, soll die Zahl der Mitarbeiter insgesamt dennoch weiter ansteigen. Laut Finanzchef Luka Mucic habe SAP schon 2018 in Walldorf und St. Leon-Rot rund 1.500 zusätzliche Stellen geschaffen. Für Ende 2019 plant die SAP-Führung mit etwa 100.000 Mitarbeitern weltweit. Im Zuge des Personalumbaus soll es keine Kündigungen geben. Er soll durch Vorruhestandsregelungen und einvernehmlich ausgehandelte Abfindungen bewältigt werden. Für die Restrukturierungsmaßnahmen sind im ersten Quartal 2019 zwischen 800 und 950 Millionen Euro eingeplant.

"SAP wird zum ersten Mal seit 2015 ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm umsetzen, um die Prozesse und Strukturen im Unternehmen weiter zu vereinfachen und sicherzustellen, dass die Organisationsstruktur, Kompetenzen und Ressourcenzuordnung auch weiterhin den sich verändernden Kundenanforderungen gewachsen sind", heißt es auf Seite 6 der Mitteilung zu den Zahlen für das vierte Quartal 2018.

Expertise zum Streamen

2015 mussten bereits rund 3.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Auch damals wurde in anderen Bereichen gleichzeitig neues Personal eingestellt. Dadurch waren es Ende 2016 weltweit 84.200 Mitarbeiter und damit etwa 7.000 mehr als im Jahr 2015. Die angebotenen Abfindungen waren ausgesprochen großzügig und wurden laut IG Metall und SAP "gut angenommen". Einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung zufolge waren in Einzelfällen bis zu 43,5 Monatsgehälter möglich.

Eine für SAP-Verhältnisse kleinere Restrukturierung erfolgte 2017. Sie betraf die Services-Sparte, in der weltweit etwa 14.600 Personen beschäftigt waren. Von den 2.500 in Deutschland in diesem Bereich bei SAP Angestellten mussten damals etwa 1.000 gehen. Auch damals wurden recht großzügige Angebote auf freiwilliger Basis unterbreitet, um Mitarbeitern den Ausstieg zu ermöglichen.

SAP gibt positiven Ausblick auf 2019

Grundsätzlich gab SAP im Zuge der Präsentation der Zahlen für das vierte Quartal 2018 einen positiven Ausblick auf 2019. Das Unternehmen erwartet, dass Erlöse aus Cloud-Abos und -Support um über 30 Prozent auf mindestens 6,7 Milliarden Euro klettern. 2018 waren es gut fünf Milliarden Euro. Für Cloud- und Software-Erlöse zusammengenommen prognostiziert SAP für 2019 rund 22,5 Milliarden Euro. Gegenüber 2018 (20,66 Milliarden Euro), wäre das eine Zunahme von 8,5 bis zehn Prozent. Beim Betriebsergebnis rechnet das SAP-Management 2019 mit einem Betrag zwischen 7,7 und 8,0 Milliarden Euro.

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Einen kleinen Dämpfer gab es für SAP im vierten Quartal 2018 beim Cloud-Geschäft. Die Vertragsabschlüsse legten zwar um 23 Prozent zu, im Vorquartal waren es jedoch noch 37 Prozent gewesen. Das Management sieht darin aber keinen Grund zur Besorgnis, sondern interpretiert die Entwicklung als Teil der im Markt üblichen Wellenbewegungen.

Zum Wachstum beitragen soll 2019 nicht zuletzt die am 23. Januar 2019 abgeschlossene Übernahme von Qualtrics. SAP hatte den Spezialisten für Experience-Management kurz vor dessen geplantem Börsengang für acht Milliarden Dollar gekauft. Der Cloud-Anbieter erlaubt es Anwendern zu analysieren, wie Kunden und Mitarbeiter zum eigenen Unternehmen stehen und wie Produkte und Märkte funktionieren. Die Übernahme von Qualtrics war Teil der Bemühungen von SAP, sich im Bereich CRM Vorteile gegenüber Salesforce.com zu schaffen.