Umsatz und Nachfrage stagnieren

Schlechte Stimmung in der IKT-Branche

21.11.2011
Die Stimmung in der Informationswirtschaft hat sich im dritten Quartal 2011 deutlich eingetrübt.

Nach einem Hoch im zweiten Quartal 2011 hat sich die konjunkturelle Stimmung im Wirtschaftszweig Informationswirtschaft im dritten Quartal deutlich eingetrübt. Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft sinkt um 13,6 Punkte auf einen Wert von 56,6 Punkten. Die negative Entwicklung geht maßgeblich auf einen Einbruch der Stimmung in der IKT-Branche zurück. Der Indikator für diese Branche fällt um 25 Punkte. Dies ist das Ergebnis der neu konzipierten Konjunkturumfrage, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim in Zusammenarbeit mit Creditreform, Neuss, im September 2011 im Wirtschaftszweig Informationswirtschaft durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage und den Branchen des Wirtschaftszweigs am Ende der Pressemitteilung).

Im gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft sinkt der Indikator für die Geschäftslage im Ver-gleich zum Vorquartal um 18 Punkte auf 52,5 Punkte. Ein Wert knapp über 50 Punkten spiegelt eine insgesamt nahezu stagnierende Umsatz- und Nachfragesituation wieder. Der Indikator für die Geschäftserwartungen deutet mit einem Wert von 61 Punkten auf eine leicht optimistischere Einschätzung für das nächste Quartal hin. Jedoch ist auch bei ihm mit einem Rückgang von 9,1 Punkten eine Eintrübung der Wachstumserwartungen gegenüber dem Vorquartal zu verzeichnen.

In der IKT-Branche ist mit dem Rückgang des Stimmungsindikators von 75,3 auf 50,3 Punkte ein massiver Einbruch der zuvor sehr optimistischen Stimmung zu beobachten. Der Indikator der Geschäftslage fällt von 74 auf 43,3 Punkte und bleibt damit weit hinter den Erwartungen des Vorquartals zurück. Ein Wert unter 50 Punkten spiegelt einen tendenziellen Rückgang von Nachfrage und Umsätzen im dritten Quartal 2011 wieder. Der Indikator der Geschäftserwartungen sinkt ebenfalls um 18,2 Punkte, liegt aber mit 58,4 Punkten noch deutlich oberhalb der Schwelle von 50 Punkten. Die IKT-Branche dürfte sich im nächsten Quartal also wieder leicht erholen.

Innerhalb der IKT-Branche gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Hardwareherstellern und den Dienstleistern. Während sich in der Hardwarebranche Unternehmen mit steigendem und Unternehmen mit rückläufigem Umsatz die Waage halten, verzeichnen 65,9 Prozent der IKT-Dienstleister im dritten Quartal 2011 einen Umsatzrückgang und nur 18,6 Prozent einen Zuwachs. In der Medienbranche trübt sich die konjunkturelle Stimmung ebenfalls merklich ein. Allerdings fällt der Rückgang des entsprechenden Indikators mit zehn Punkten geringer aus als in der IKT-Branche. Der Indikator für die Geschäftserwartungen liegt dabei nach einem Rückgang um 10,8 auf 55,4 Punkte über dem Indikator für die Geschäftslage. Dieser ist im dritten Quartal 2011 um 9,2 Punkte auf 49,4 Punkte gefallen. Innerhalb der Informationswirtschaft sind die wissensintensiven Dienstleister am wenigsten von der Eintrübung der Stimmung betroffen. Der Indikator für diese Branche sinkt um lediglich 4,8 Punkte auf einen Wert von 63,1 Punkten. Mit einem Indikatorwert deutlich über 50 Punkten ist die Stimmung weiterhin gut, auch wenn die wirtschaftliche Dynamik etwas abgeflaut ist.

Weitere Informationen und Kontakt:

Miruna Sarbu, ZEW (Tel.: 0621/1235-334), und Michael Bretz, Verband der Vereine Creditreform (Tel.: 02131/109-171)

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