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Test

Sechs Netzwerkspeicher (NAS) im Vergleich

07.08.2017
Von Ines Walke-Chomjakov
Ines Walke-Chomjakov kümmert sich um alles Wissenswerte zu IT-Peripheriegeräten. Zu ihren Spezialgebieten gehören Drucker und 3D-Druck. Weitere Themenbereiche sind Displays und kommende Technologien wie selbstfahrende Autos.
Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, NAS) sind die ideale Speicherlösung, wenn Sie von überall aus auf Ihre Daten zugreifen müssen. Wir haben sechs aktuelle NAS-Geräte getestet.
Netzwerkspeicher im Test
Netzwerkspeicher im Test
Foto: leo_photo - shutterstock.com

Die USB-Festplatte, die Sie als externes Medium nutzen, platzt aus allen Nähten. Außerdem lässt die Ordnung der dort abgelegten Filme, Fotos und Dokumente zu wünschen übrig. Dazu kommt, dass Sie die Inhalte auf unterschiedlichen Endgeräten, also neben Ihrem Rechner auf dem Tablet, dem Smartphone und auf dem heimischen TV genießen wollen. Das geht mit der externen Festplatte nicht. Die Lösung: Ein Netzwerkspeicher – Network Attached Storage, kurz NAS. Das NAS-System soll kompakt sein, dabei aber potent genug, um die Daten mehrerer Nutzer aufnehmen und flexibel wiedergeben zu können.

Als ideale Partner für diese Aufgaben im Heimnetz oder im kleinen Büro erweisen sich Netzwerkspeicher mit zwei Schächten. Sie lassen sich wenig prominent im Arbeitszimmer, am Arbeitsplatz oder sogar im Wohnzimmer aufstellen. Dabei bieten sie inzwischen enormen Speicherplatz und sind als persönliche Cloud sogar ein Schutz vor allzu weichen Datenschutzrechten ausländischer Cloudservices wie Dropbox. Deshalb können Sie auch Dokumente darauf ablegen, die auf keinen Fall in die Hände Dritter gelangen sollen.

Die flexibelste Variante eines solchen Netzwerk-Datenlagers ist ein Leergehäuse. Denn hier bestücken Sie das Gerät mit Festplatten Ihrer Wahl. Gerade bei den reinen Gehäusen gibt es enorme Preisunterschiede. Unwillkürlich stellt sich die Frage, was den etwaigen Aufpreis verursacht. Die sechs Modelle für den Test repräsentieren das gegenwärtige Spektrum bei NAS-Leergehäusen mit zwei Schächten. Das günstigste Modell ist die Buffalo Linkstation LS520D und kommt auf gerade einmal 120 Euro (UVP). Dagegen müssen Sie für das kostspieligste NAS im Test – die Qnap TS-251A – mit gut 390 Euro (UVP) weit mehr als das Dreifache hinblättern.

Unterschiede bei Prozessor und Arbeitsspeicher

Netzwerkspeicher sind kleine Rechner. Deshalb liegen die Preisunterschiede nicht zuletzt an der Komponentenausstattung – sprich der CPU und dem Arbeitsspeicher. So hat das Qnap-Modell eine Intel-CPU mit 1,6 GHz Takt eingebaut, während sich das Buffalo-Modell it einem Realtek-Prozessor mit 1,0 GHz Taktung begnügen muss. Auch beim Arbeitsspeicher ibt es offensichtliche Unterschiede: Qnap gönnt dem TS-251A vier GB DDR3-RAM, ährend bei der Buffalo-NAS nur 256 MB fürs Zwischenspeichern zur Verfügung stehen. Neben en hier genannten Modellen finden Sie diese und weitere Ausstattungsmerkmale zusammen mit den Testergebnissen übersichtlich in der Tabelle auf Seite 86 aufgelistet.

Neben den eingebauten Komponenten ergeben sich weitere Unterschiede in der Schnittstellenausstattung, die sich in den Anschaffungspreisen für die Geräte niederschlagen. Alle NAS-Systeme im Test bieten zwar Gigabit-Ethernet als drahtgebundene Netzwerk-Schnittstelle. Sie unterscheiden sich jedoch in der Anzahl der LAN-Ports. Zwei Netzwerkanschlüsse sind hochpreisigen Vertretern wie etwa der bereits genannten Qnap TS-251A oder der Thecus N2810 Pro vorbehalten. Sie können daran einen zweiten Netzwerkspeicher anschließen oder die beiden LAN-Ports per Link Aggregation zu einem logischen Kanal bündeln. Im besten Fall lässt sich so die Übertragungsgeschwindigkeit verdoppeln. Allerdings müssen die zusammengeschalteten Geräte durchgehend mit der Technik umgehen können. Das ist im heimischen Netzwerk eher selten der Fall. Deshalb haben wir die Geräte an einem LAN-Port getestet.

Interessanterweise spielt USB Typ C als Anschlussvariante am Netzwerkspeicher bisher keine Rolle. Die getesteten NAS-Systeme konzentrieren sich vielmehr auf USB 3.0 und sogar noch auf die ältere Version 2.0. Auf dem Rückzug ist zudem auch E-SATA zum Anschließen einer externen Festplatte ans NAS. Einzig das Modell Synology Diskstation DS216+II bietet diesen Port noch am Gehäuse.

Noch ein Unterschied korrespondiert mit den Anschaffungspreisen bei den NAS-Leergehäusen im Testfeld: die maximal mögliche Plattenkapazität. Je höher sie liegt, desto sicherer können Sie sein, dass Sie in ein Gerät mit Perspektive investieren. Denn wenn der Platz auf dem NAS knapp wird, ersetzen Sie die vorhandenen Festplatten durch größere Nachfolger. Zum Testzeitpunkt kann das Synology-NAS mit 20 TB die höchste Gesamtplattenkapazität aufnehmen. Sie profitieren allerdings nur vom Maximalwert, wenn Sie das NAS im Raid-0-Verbund als einen logischen Speicher nutzen. Der viel empfehlenswertere Raid-1-Modus halbiert zwar den Speicherplatz, da er die gesamten Daten auf der zweiten Platte spiegelt. Allerdings gibt er Sicherheit, dass die Daten bei einem Plattendefekt nicht verloren gehen. Die maximale Plattenkapazität ist kein statischer Wert. Denn die NAS-Hersteller testen, ob ihre Geräte mit größeren Speicherträgern umgehen können. Einen aktuellen Überblick verschaffen Ihnen die Kompatibilitätslisten, die Sie auf den Hersteller-Webseiten zu Ihrem Modell finden.

Installation von Hard- und Software

Zwei LAN-Schnittstellen: Sie lassen sich per Link Aggregation bündeln oder dienen zum Anschluss eines weiteren Netzwerkspeichers.
Zwei LAN-Schnittstellen: Sie lassen sich per Link Aggregation bündeln oder dienen zum Anschluss eines weiteren Netzwerkspeichers.

Bevor Sie ein NAS-Leergehäuse als Datenlager nutzen können, müssen Sie es mit Platten bestücken. Bis auf das Modell Western Digital My Cloud EX2 Ultra ziehen Sie dazu zuerst die einzelnen Schächte nach vorne heraus und erhalten so die Wechselrahmen, in denen die einzelnen Platten befestigt sind. Beim Western- Digital-Modell kommen die Platten dagegen von oben ins Gehäuse – ein etwas umständlicherer Weg. Benötigen Sie zur Montage kein Werkzeug und keine Schrauben, klappt der Vorgang am einfachsten – wie etwa bei den Modellen Synology Diskstation DS216+II und Thecus N2810 Pro. Hier werden die Platten mit seitlichen Klips in die richtige Position gebracht. Bei den restlichen Testkandidaten benötigen Sie dazu einen Schraubenschlüssel und pro Platte vier Schrauben. Immerhin können Sie die Platten bei der Hälfte des Testfelds im laufenden Betrieb auswechseln, nur bei den Modellen Buffalo Linkstation LS520D, Western Digital My Cloud EX2 Ultra und Zyxel NAS326 ist das nicht der Fall.

Ist die Hardware startklar und das NAS über LAN mit dem Router verbunden, geht es ans Installieren der Software – bei NAS-Systemen Firmware genannt. In den meisten Fällen helfen Finder-Programme dabei, das Gerät im Netzwerk zu finden und zu verwalten. Das ist die einfachste Methode, weil es so unter Windows im Explorer sichtbar ist. Alternativ suchen Sie sie per fester IP-Adresse – wie etwa bei der Thecus N281 Pro – oder über den Webbrowser unter einer vorgegebenen Adresse. Die Weboberflächen sind durchweg grafisch aufgebaut. Sind Sie Linux-Anwender, fühlen Sie sich sofort wohl. Kein Wunder, basieren die Bedienoberflächen doch auf dem Open-Source-Betriebssystem.

Hinweis: Einige grundlegende Einstellungen sollten Sie sofort überprüfen. So stimmen die werkseitig eingestellten Zeitzonen nicht automatisch mit unseren Breiten überein – etwa bei den NAS-Systemen von Thecus, Western Digital oder Zyxel. Gleichzeitig schadet ein Blick auf die aktivierten Protokolle nicht. Fehlt etwa ein Häkchen bei SMB, kann Windows das Gerät nicht erkennen – im Test ist das etwa beim NAS von Western Digital der Fall.