Server-Praxisratgeber

Serverkauf - darauf müssen Sie achten

15.01.2016
Von Cathérine Marie Giesecke

2. Welcher Server passt zu mir?

Server unterscheiden sich vor allem nach Größe, Leistungsfähigkeit, Ausfallsicherheit und Stromverbrauch. Die wichtigste Frage, die sich die IT-Verantwortlichen zunächst stellen sollten, ist die nach dem geplanten Workload: Wie viele und welche Anwendungen sollen auf dem Server laufen (Datenbank vs. Fileserver). Davon ist abhängig, ob ein Applikationsserver, ein Storage-Server oder doch eher ein Allrounder für verschiedene Anwendungen angeschafft werden sollte. Grundsätzlich gilt, dass höher spezialisierte Server auch kostspieliger sind.

Oft lässt sich durch die Server-Virtualisierung die Auslastung der Systeme erhöhen, so dass etwa mehrere verschiedene Anwendungen über einen Standardserver betrieben werden können. Allerdings wird dafür eine Virtualisierungssoftware und einiges technisches Know-How benötigt, was wiederum Kosten verursacht.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie hoch die Anzahl der Benutzer und die Zahl der Transkationen voraussichtlich sein wird, die mit dem Server unterstützt werden sollen. Von der Leistungsfähigkeit des Servers hängt vor allem die Antwortzeit ab, wenn eine große Zahl von Nutzern gleichzeitig auf das System zugreift. Abhilfe schaffen u.a. Server mit mehreren leistungsstarken Prozessoren, was aber auch zu höheren Energiekosten führt.

Der Stromverbrauch ist ein weiterer wichtiger Punkt, denn letztlich machen die Energiekosten über den gesamten Lebenszyklus bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten aus. Daher sollte gut überlegt werden, ob sich in der Anschaffung teurere Server mit energieeffizienteren Prozessoren langfristig rechnen. Dabei sollte aber auch bedacht werden, dass der Gesetzgeber das Thema ‚Green IT’ in Zukunft noch stärker treiben wird und dabei möglicherweise auch energieeffizientere Server auf dem Schirm haben wird.

Weiterhin müssen Anwender gut überlegen, wie hoch die Verfügbarkeit des Servers sein sollte. Muss dieser wirklich hochverfügbar sein, weil etwa unternehmenskritische Prozesse darüber abgebildet werden oder gesetzliche Vorschriften das in bestimmten Branchen fordern? Wenn das der Fall ist, sollten zusätzlich zum Serversystem eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und eventuell weitere redundante Komponenten sowie ein zusätzlicher Backup-Speicher angeschafft werden, um das Ausfallrisiko so weit wie möglich zu vermindern. Solche zusätzlichen Sicherheitsstufen erhöhen aber nicht nur die Anschaffungskosten für Server und Komponenten, sondern tragen auch im Betrieb zu höheren Energiekosten bei.

Schließlich ist die Größe der Server für einige Anwender ein wichtiges Kriterium. Gerade in Rechenzentren, in denen mehrere Server betrieben werden, ist der Platzbedarf ein wichtiger Aspekt. Rack-Server lassen sich zum Beispiel platzsparend in Regalen - also den Racks - übereinander montieren, was die benötigte Fläche im Rechenzentrum erheblich reduziert.