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Diebstähle in Mobilfunk-Shops

Smartphone-Diebe kommen meist zu zweit

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
In den vergangenen Wochen berichteten Polizeidienststellen deutschlandweit wiederholt von dreisten Diebstählen in Handy-Shops. Offenbar handelt es sich um unterschiedliche Täter. Dennoch ähnelt sich das Vorgehen der Kriminellen.

Im Juli 2019 berichteten Polizeidienststellen aus Bensheim, Celle, Hamm, Moers, Weinheim und Wesel über dreiste Smartphone-Diebstähle aus Handy-Shops. Weitere Fälle aus den vergangenen Wochen wurden aus Speyer, Ibbenbüren sowie Rottweil gemeldet. Bei der Durchsicht der Polizeimeldungen fällt auf, dass sich einige ähnliche Muster erkennen lassen.

Teure Smartphones werden trotz Diebstahlsicherungen immer wieder aus Mobilfunk-Shops entwendet.
Teure Smartphones werden trotz Diebstahlsicherungen immer wieder aus Mobilfunk-Shops entwendet.
Foto: Adam Gregor - shutterstock.com

Aufgrund der räumlichen Entfernung der Tatorte und der unterschiedlichen Personenbeschreibungen dürfte es sich dennoch um unterschiedliche Täter handeln. Da sich das Vorgehen der Täter jedoch in vielen Fällen ähnelt, lassen sich Muster ableiten, bei denen Mitarbeiter von Handy-Shops besonders aufmerksam sein sollten.

Gut informierte und dreiste Smartphone-Diebe

In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um junge Männer oder männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Sie betreten das Ladengeschäft fast immer zu zweit. Häufig trugen sie eine Baseball-Mütze, was in dieser Altersgruppe aber nicht ungewöhnlich ist.

In mehreren Fällen werden die Täter als "südländische" oder "südosteuropäische" Typen beschrieben. Bei dem Diebstahl in Wesel standen zufällig zwei Polizeibeamte einer Zivilstreife mit ihrem Auto in der Nähe des Ladengeschäfts. Sie konnten die jugendlichen Diebe, zwei rumänische Staatsbürger, gemeinsam mit Zeugen verfolgen und festnehmen. Beide waren der Polizei wegen ähnlicher Delikte schon bekannt.

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Die Täter gehen in der Regel ziemlich gezielt vor. Sie nähern sich zielstrebig hochwertigen Modellen, heucheln kurz Interesse und reißen dann ein bis vier der ausgestellten Modelle gewaltsam aus den Sicherungen. In dem bestohlenen Geschäft in Speyer schauten sich die beiden Diebe kurz ein ausgestelltes iPhone X an und verließen das Geschäft dann wieder. Erst danach stellte der Mitarbeiter des Vodafone-Shops fest, dass sie das Smartphone gegen eine Attrappe ausgetauscht hatten.

Erfolgreiche und erfolglose Wiederholungstäter

In Celle suchten die Täter kurz hintereinander zwei Mobilfunk-Shops auf und gingen etwas anders vor. Einer lenkte das Personal durch Auslösen eines Alarms ab und zog so dessen Aufmerksamkeit auf sich. Der andere überbrückte unterdessen die Diebstahlsicherung eines ausgestellten hochwertigen Mobiltelefons und entwendete es.

Eine weitere, aus anderen Ladendiebstählen schon altbekannte Ablenkungsmasche, wendeten die Verbrecher in Rottweil und am selben Tag im nahegelegen Spaichingen an. Dort fragten sie die Verkäufer nach diversen Marken-Handys. "Als sich die Verkäufer in die Lagerräume begaben, rissen die Männer in Rottweil zwei und in Spaichingen insgesamt vier ausgestellte Mobiltelefone aus den Halterungen und rannten mit dem Diebesgut davon" heißt es im Polizeibericht.

Dass sich Solidarität auch unter Betreibern konkurrierender Mobilfunk-Läden lohnen kann, zeigte sich im Januar 2019 in Nordhessen. Dort stahlen an einem Dienstag zwei männliche Personen in Frankenberg in einen Telekom-Shop zwei Handys aus der Ausstellung und flüchteten damit. Die Fahndung der Polizei blieb zunächst erfolglos. Allerdings übermittelte der Geschäftsführer des Telekom-Shops die von der Videoüberwachung aufgezeichnet Bilder an den Mitbewerber im Vodafone-Shop.

Der Vodafone-Shop erhielt dann am darauffolgenden Donnerstag Besuch von den beiden Dieben. Sie wurden aufgrund der Bilder vom Personal sofort erkannt. Das drehte dann den Spieß um: Während einer der Angestellten die 15 und 20 Jahre alten Männer in ein Gespräch verwickelte, benachrichtigte ein weiterer Angestellter die Polizei. Von den Beamten konten die beiden noch im Geschäft festgenommen werden.

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