Turbo-Tipps

So machen Sie Ihr iPad schneller

Lou Hattersley, früher Redakteurin bei Macworld UK, ist eine versierte Apple-Expertin, Sie schreibt Bücher zum gesamten Apple-Universum: angefangen bei diversen MacOS- und iOS-Betriebssystemen bis hin zur Hardware (iPhone, iPad, Macbook u.s.w.).
Sabine Schiscka verfügt über langjährige Erfahrung als Übersetzerin vom Englischen ins Deutsche im Bereich IT, Web, Computer, Games. Sie ist seit mehreren Jahren als Übersetzerin für IT-Texte bei IDG Germany tätig. Ferner agiert die gelernte Print- und Online-Redakteurin als Content- und Community-Manager,
Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Ältere iPad-Modelle bringen oft nicht mehr die Leistung, mit der sie einst glänzten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die alte Schnecke nochmal zum Rennen bringen.
Wenn's mal wieder länger dauert ...
Wenn's mal wieder länger dauert ...
Foto: ouh_desire, Lightspring / shutterstock.com

Wenn Sie ein älteres iPad-Modell nutzen – etwa die dritte Generation des iPad Air oder die vierte des iPad Mini, die beide im Frühjahr 2019 erschienen – läuft es heute nicht mehr so flott wie damals beim Neukauf. Sie können zwar das neueste Betriebssystem iPadOS 15 auf die beiden drei Jahre alte Tablets installieren, das muss aber keine Beschleunigung bedeuten. Tipps, wie Sie Ihrem iPad wieder auf die Sprünge helfen können, gibt es viele. Wir haben uns insgesamt elf Maßnahmen herausgepickt, die nach unserer Erfahrung am besten wirken.

Tipp 1: Apps löschen

Als ersten Schritt sollten Sie sich von überflüssiger Software trennen. Entfernen Sie alle Apps von Ihrem iPad, die Sie nicht länger benötigen. Apps belegen Speicherplatz – und je mehr davon allein dem Betriebssystem zur Verfügung steht, desto effektiver kann es arbeiten.

Hier geht es übrigens wirklich ums Löschen der Apps vom Gerät – nur das vollständige Schließen der Software (durch Hinauswischen aus dem oberen Bildschirmrand) wird Ihnen nichts bringen. Es hält sich zwar hartnäckig das Gerücht, das Schließen einiger Apps würde Arbeitsspeicher freiräumen und das iPadOS beschleunigen, doch dem ist nicht so. Ein reiner Mythos.

Tipp 2: Große Dateien löschen

Nachdem Sie sich nun bereits von einigen Apps getrennt haben, ist es an der Zeit, die verbliebene Software ein wenig zu verschlanken – indem Sie sie um ihre App-Dateien erleichtern.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > iPad-Speicher". Halten Sie hier Ausschau nach Apps, die besonders viel Speicherplatz belegen. Die üblichen Verdächtigen hier sind Podcasts und Fotos & Kamera. Wählen Sie eine App aus, um ihre Inhalte anzuzeigen und wischen Sie bei einem Element, das Sie nicht benötigen, nach links. Bestätigen Sie den Vorgang dann mit „Löschen“. Bei einem aktuellen System können Sie außerdem automatisch nicht benötigte Apps auslagern und große Dateianhänge in Nachrichten auflisten und löschen.

Tipp 3: Neustart

Jetzt, wo Sie Ihr iPad von unnötigem Ballast befreit haben, könnte es einen Neustart vertragen. Damit wird der Speicherplatz aktualisiert und eine Neuverteilung ermöglicht.

Halten Sie den Power-Button so lange gedrückt, bis Sie die Schaltfläche zum Ausschalten sehen – tippen Sie darauf. Starten Sie das iPad danach durch erneutes Drücken des Ein/Aus-Schalters neu.

Tipp 4: App-Aktualisierung ausschalten

Nach den ersten drei Schritten sollte Ihr iPad schon wieder etwas schneller laufen. Wenn Sie ein älteres iPad besitzen, fahren Sie aber nochmals besser damit, wenn Sie einige nicht dringend benötigte Funktionen ausschalten. Zum Beispiel die App-Aktualisierungen, die im Hintergrund ablaufen.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung" und setzen Sie selbige dort auf Aus.

Tipp 5: iOS updaten

Eine Warnung vorweg: Das bestehende iPadOS auf eine komplett neue Version zu aktualisieren kann Nachteile im Hinblick auf die Geschwindigkeit bringen. Denn manches Update führt auch neue Funktionen ein, die ein älteres Gerät überfordern und verlangsamen – zumindest so lange, bis Apple den Fehler mit der Zeit behebt. Je ausgereifter das Betriebssystem ist (also je höher die Versionsnummer), desto eher kann man nämlich davon ausgehen, dass keine Geschwindigkeitsprobleme mehr bestehen. Und wenn die ersten paar Tipps bei Ihnen bisher keinen Erfolg erzielt haben, ist ein Update durchaus einen Versuch wert.

Klicken Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate" und überprüfen Sie, ob eine neue Version ihres iPadOS verfügbar ist.

Tipp 6: Cache löschen

Apples Browser Safari zählt zu denjenigen Apps, bei denen sich Leistungseinbrüche des Geräts am meisten bemerkbar machen. Doch auch ein voller Cache trägt zu der Misere bei. Sie können ihn bereinigen, indem Sie auf "Einstellungen > Safari > "Verlauf und Websitedaten löschen" klicken. Eine genaue Anleitung gibt es hier.

Nach diesem Schritt sollte zumindest die Benutzeroberfläche von Safari schneller reagieren – allerdings könnten nun manche Webseiten geringfügig mehr Zeit zum Laden brauchen (während sich der Cache wieder füllt). Denken Sie daran, dass Sie dies in regelmäßigen Abständen wiederholen sollten!

Tipp 7: Benachrichtigungen ausschalten

Auch das Ausspielen von Benachrichtigungen kann ein iOS- oder iPadOS-Gerät verlangsamen. Schalten Sie sie daher aus, sofern Sie sie nicht dringend benötigen. Klicken Sie dazu auf "Einstellungen > Mitteilungen" und wählen Sie für jede App einzeln, ob sie Benachrichtigungen senden darf oder nicht.

Tipp 8: Standortfunktionen abschalten

Standortdienste laufen im Hintergrund ab und saugen nicht nur den Akku leer, sondern knabbern auch an der Performance. Es kann zwar nützlich sein, Apps wie Karten und Facebook auf Ihren Standort zugreifen zu lassen, doch Sie werden einen gravierenden Unterschied feststellen, wenn Sie sie abschalten. Klicken Sie dazu "Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste" und setzen Sie diese auf Aus.

Tipp 9: Spotlight abschalten

Mit Spotlight lassen sich bequem alle Dinge auf Ihrem iPad finden – doch dafür muss der Dienst auch jede einzelne Datei katalogisieren, was die Dinge mitunter verlangsamt. Schalten Sie den Dienst ab, indem Sie auf "Siri & Suchen" klicken und alle Suchergebnisse auf Aus setzen.

Tipp 10: Bewegung reduzieren

Wenn Sie schon alles andere abgeschaltet haben und immer noch ein wenig mehr Power aus Ihrem iPad kitzeln möchten, können Sie noch einige visuelle Effekte ausschalten. Klicken Sie dazu auf "Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Bewegung reduzieren" und setzen Sie den Schalter auf Ein.

Tipp 11: RAM optimieren

Zum einen geht es relativ einfach mit hauseigenen Mitteln. Dafür drücken Sie den Power-Button auf dem entsperrten Gerät, bis der Regler "Ausschalten" erscheint. Sie betätigen auf dem Bildschirm keine der zwei Optionen, sondern drücken noch den Home-Button oder die Lauter-Taste (ab iPad Pro 2018, iPad Air 4 und iPad Mini 5) dazu. Flackert der Bildschirm kurz, ist der Arbeitsspeicher am iPad neu verteilt. Dies merken Sie daran, dass die Apps neu starten und nicht im Zustand sind, in dem Sie sie geschlossen haben. (Macwelt)

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