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Die Macht der Mitarbeiter

So verändern Arbeitgeber-Bewertungsportale die Arbeitswelt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Vor allem junge Bewerber achten bei der Jobsuche auf Arbeitgeber-Bewertungen. Sie machen ihre Bewerbungen sogar von positiven Unternehmensbewertungen abhängig. Zwei Drittel der Befragten ist jedoch bewusst, dass negative Urteile häufig von unzufriedenen Ex-Mitarbeitern stammen, so das aktuelle Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung von Rundstedt.

Yelp, Jameda, kununu - Bewertungsportale sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Auch auf Arbeitgeberseite gewinnt die Meinung der eigenen Mitarbeiter zunehmend an Wert. Wie viel Bedeutung messen Bewerber negativen Mitarbeiterbewertungen auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen bei und wie sehr schaden diese der Unternehmensreputation und der Mitarbeiterentwicklung? Die Outplacement- und Karriereberatung von Rundstedt hat dies in ihrer jüngsten repräsentativen Talents & Trends-Befragung unter 1000 Teilnehmern ermittelt.

Insbesondere für junge Menschen spielen Bewertungsportale bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber eine große Rolle.
Insbesondere für junge Menschen spielen Bewertungsportale bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber eine große Rolle.
Foto: MonkeyBusiness - Fotolia.com

Negative Ergebnisse auf Bewertungsportalen sollten Unternehmen längst nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Denn 43 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass der derzeitige oder zukünftige Arbeitgeber möglichst positiv bewertet ist. Unter den 18- bis 29-Jährigen bestätigen sogar mehr als die Hälfte (54 Prozent) diese Aussage. Fast ein Drittel der Befragten ist es peinlich, für ein Unternehmen mit überwiegend schlechten Arbeitgeberbewertungen zu arbeiten. Trotzdem geben rund 66 Prozent an, sich darüber im Klaren zu sein, dass sich vor allem unzufriedene Mitarbeiter zu Wort melden, während zufriedene dazu neigen, keine Bewertung abzugeben. Sie sind sich demnach bewusst, dass das Ergebnis durch bewertungsfreudige, frustrierte (Ex-) Mitarbeiter verzerrt werden könnte. 35 Prozent geben an, ihren Arbeitgeber selbst zu bewerten, um potenziellen neuen Kollegen die Chance zu geben, sich ein realistisches Bild vom eigenen Unternehmen machen zu können.

Negative Arbeitgeber-Bewertungen: Stolperstein bei der Mitarbeitergewinnung

Ob Kollegenzusammenhalt, Sozialleistungen oder Gleichberechtigung: Die Online-Bewertung eines Arbeitgebers spielt vor allem bei der Mitarbeitergewinnung eine wichtige Rolle. Ganze 41 Prozent der Befragten geben an, Arbeitgeber-Bewertungsportale wie kununu oder meinchef.de zu Rate zu ziehen, bevor sie sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben. Vor allem junge Menschen (52 Prozent) sind hier gemeinsam mit höher gebildeten Befragten (46 Prozent) Vorreiter. Vor einer Initiativbewerbung informieren sich immerhin 29 Prozent über Bewertungsportale, um erst einmal positiv bewertete Unternehmen herauszufiltern. Bei den 18- bis 29-Jährigen wird schon bei über 40 Prozent vorabselektiert. Sogar jeder Zweite von ihnen (elf Prozent mehr als der Durchschnitt) würde aufgrund von schlechten Unternehmensbewertungen ganz auf eine Bewerbung verzichten. Im Vorstellungsgespräch können Personaler noch punkten: Nur 22 Prozent gaben an, die Informationen aus Arbeitgeberportalen als relevanter einzustufen, als die, die ihr Gegenüber im Gespräch äußert. Doch auch hier sind es junge Talente mit 33 Prozent deutlich kritischer.

Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Wer neue Mitarbeiter locken möchte - vor allem die begehrte Gruppe der Young Professionals - für den ist die Präsenz auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen unerlässlich. Authentische und positive Mitarbeiterbewertungen können das Interesse von Bewerbern wecken. Und nicht nur das: "Sie binden auch die Mitarbeiter an das Unternehmen", sagt Sophia von Rundstedt, CEO bei von Rundstedt. "Firmen dürfen nicht den Fehler machen, diese Portale als unwichtig einzustufen. Denn der Bewerbermarkt hat eine gewisse Eigendynamik. Gerade für junge Menschen sind der Ruf des Unternehmens und dessen Online-Bewertungen wichtig, um eine Entscheidung für oder gegen einen potenziellen Arbeitgeber zu treffen. Hier gilt also: Anpacken und gute Rahmenbedingungen für positive, authentische Bewertungen schaffen, statt wegzusehen."

Transparenz bei der Arbeitgebersuche

Auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie kununu.com oder meinchef.de können Mitarbeiter die Arbeitsverhältnisse in ihrem Unternehmen anonym bewerten. Das schafft Transparenz für Bewerber wie Mitarbeiter und kann somit auch den Blick auf das bewertete Unternehmen beeinflussen.