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Alexa Connect Kit

So will Amazon Alexa-Sprachsteuerung in der Breite etablieren

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
In den kommenden Monaten wird wohl eine Vielzahl an Geräten mit Voice-basierter Steuerung die Märkte fluten. Hintergrund ist, dass Amazon das Alexa Connect Kit (ACK) angekündigt hat, mit dem Device-Hersteller einfache Sprachschnittstellen zur Bedienung ihrer Geräte umsetzen können.
Wie ernst es Amazon damit ist, die Benutzerschnittstelle mit seiner Alexa-Spracherkennung zu domnieren, zeigte das Unternehmen mit seiner 60-Dollar-Mikrowelle AmazonBasics.
Wie ernst es Amazon damit ist, die Benutzerschnittstelle mit seiner Alexa-Spracherkennung zu domnieren, zeigte das Unternehmen mit seiner 60-Dollar-Mikrowelle AmazonBasics.

Das ACK ist derzeit im Rahmen einer Preview erhältlich, für die sich Interessierte bei Amazon registrieren können. Das auf AWS IoT basierende Development Kit umfasst ein Hardwaremodul, Software und die Nutzungsrechte der Managed Amazon Cloud zu einem geringen Fixpreis über die Lebensdauer des jeweiligen Geräts hinweg. Das soll den Anbietern Sicherheit geben und ihnen die Sorge vor schwankenden Gebühren und den teuren Folgen von unerwarteten Lastspitzen nehmen.

Die Device-Anbieter können aber auch zusätzliche Cloud-Erweiterungsoptionen nutzen, um ihre Geräte mit eigenen mobilen Anwendungen und Cloud-Services sowie mit den Cloud-Services von Drittanbietern zu verknüpfen. Amazon nennt Geräte- und Konsumgüterproduzenten wie Procter & Gamble, Hamilton Beach, Tonly und Midea als Referenzkunden, die Alexa-basierte Geräte bauen. Diese Hersteller ködert der E-Commerce-Gigant mit dem Versprechen, Geräte mit Alexa-Steuerung schnell und kostengünstig bauen und verwalten zu können und dabei eine einfache WLAN-Einrichtung gewährleisten und auch den Dash-Bestellservice integrieren zu können.

Amazon verspricht Einfachheit

Die Hersteller haben laut Amazon den Vorteil, keine Cloud verwalten und keine Alexa-Skills erstellen zu müssen, außerdem müsse keine komplexe Connectivity- und Sicherheits-Firmware geschrieben werden. Stattdessen sollen sie ihrem Gerät das von Amazon verwaltete ACK-Modul hinzufügen, es über eine serielle Schnittstelle mit der Mikrocontroller-Einheit (MCU) ihres Geräts verbinden und deren Firmware einen Schnittstellencode beifügen, der Steuernachrichten vom ACK-Modul interpretieren kann.

Um die Integration einfach zu gestalten, enthält das ACK vorkonfektionierte Codes und Einstellungen, die auf die geräteeigene MCU portiert werden. So soll sich das WLAN für die sichere Verbindung zu Amazons gemanagtem Cloud-Dienst schnell einrichten lassen. Die Alexa-Sprachsteuerung, die Anbindung an den Dash-Service, aber auch all die Metriken und Einstellungen, die das Gerät im Feld steuern sollen, können laut Amazon einfach konfiguriert werden. "Mit dem ACK-Modul auf Ihrem Gerät können Sie sich ganz auf den Bau großartiger Hardware konzentrieren", verspricht Amazon den Industriepartnern.

Alexa-Geräte in 30 Sekunden im WLAN

Amazon kündigte auch "WiFi Simple Setup" für mit Alexa ausgestatteten Geräten an. Die Idee dahinter ist, dass Geräte mit Alexa-Schnittstelle nicht mehr mühsam im WLAN angemeldet werden müssen. Wird ein Gerät in ein "WiFi Simple Setup Network" eingehängt, zieht es sich binnen 30 Sekunden automatisch einen verschlüsselten Berechtigungsnachweis aus dem Network und ist betriebsfertig. Die Technologie wurde zunächst mit den Router-Partnern TP-Link und Eero präsentiert.

Die Ankündigungen, die Amazon mit der Präsentation einer Mikrowelle mit Alexa-Bedienung unterstrich, deuten an, wohin die Entwicklung nun in großen Schritten gehen wird. Unternehmen dürften sich nicht mehr nur auf intelligente Lautsprecher für Privatkunden konzentrieren, sondern Sprachschnittstellen in der Breite ausrollen. Unternehmen bekommen so einen direkten Draht zu ihren Kunden, erfassen ihre persönlichen Daten und Stimmungen und können personalisierte Werbung viel genauer ausrollen.

Amazon hatte ja bereits ebenfalls seine Plattform "Alexa for Business" auf den Markt gebracht, die darauf ausgelegt ist, Unternehmen sprachgesteuerte Anwendungen zu ermöglichen. Viele der darauf aufbauenden Konferenzsysteme und Business-Tools sind noch in der Entwicklung, dürften aber im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Mit der Design-Sprache Alexa Presentation Language (APL) für das Erstellen von Sprach-Skills, die auch visuelle Elemente enthalten, konnte Amazon seine Screen-basierenden Alexa-Devices bauen. Auch Google dürfte in den nächsten Tagen eine Version des Home-Speakers mit Display herausbringen. Nicht bestätigte Vorabinformationen besagen, dass es sich um ein Sieben-Zoll-Gerät mit einem Sensor für die Anpassung an Umgebungslicht und Farben sowie einer Spracherkennung auch über größere Distanzen handeln soll.

Amazon hatte sein Development Kit am vergangenen Donnerstag auf einer Veranstaltung in Seattle angekündigt. Dort zeigte das Unternehmen gleich eine ganze Palette an Produkten und Services, darunter auch Updates für seine Echo-Dot- und Echo-Plus-Speaker sowie "Echo Sub", einen Subwoofer für den Echo-Lautsprecher.

Alexa Guard schützt vor Einbrechern

Zu den Highlights zählte ein Feature für Echo-Devices namens "Alexa Guard". Dabei handelt es sich um ein Feature, das Echo-Devices mit smarter Beleuchtung verbindet und den Haus- oder Wohnungsbesitzer auf dem Smartphone warnt, wenn ungewöhnliche Geräusche registriert werden. Er kann dann einen integrierten Sicherheitsdienst informieren. Ist die Beleuchtung eingebunden, kann in unregelmäßigen Abständen ein Licht ein- und ausgeschaltet werden, um Einbrechern zu signalisieren, dass jemand im Hause ist.

Smalltalk mit der Mikrowelle

Noch in diesem Jahr will Amazon eine rund 60 Dollar teure "AmazonBasics"-Mikrowelle herausbringen, die mit einem "Ask-Alexa"- Button ausgestattet ist. Der Benutzer drückt auf den Knopf und gibt ein Kommando ein wie etwa: "Erhitze den Inhalt für 45 Sekunden". Die Mikrowelle enthält zudem Amazons Dash-Button, über den Produkte nachbestellt werden können.

Smart Plug - Alexa via Steckdosenausfatz

Für 25 Dollar verkauft Amazon zudem seinen "Smart Plug" - eine clevere Idee, mit der einfache Haushaltsgeräte eine Alexa-Schnittstelle erhalten. Der smarte Strecker wird zwischen die Steckdose und das daran angeschlossene Gerät gesetzt, so dass Beleuchtung, Kaffeemaschinen oder Klimaanlagen aufs Wort hören. Mit Smart Plugs könnte das Smart Home tatsächlich in großen Schritten näherkommen.

Fire TV Recast - Streamen im WLAN

Eine via Alexa steuerbare TV-Box mit integrierter Aufnahmefunktion ist "Fire TV Recast": Hier werden Videorecorder, TV-Empfänger und Netzwerk-Streamer in einer Box zusammengeführt. Über eine mitgelieferte digital Antenne empfängt das vorerst nur in den USA verfügbare Gerät TV-Signale und kann diese auf andere Geräte im WLAN streamen. Das gilt für den neuen Echo Show 2, alle TVs mit Fire-Stick sowie Smartphones und Tablets mit iOS und Android. Die Geräte enthalten je nach Modell Festplatten für die Aufzeichnung von TV-Sendungen mit 500 MB oder 1TB, die Kosten liegen bei 230 bzw. 280 Dollar.

Echo Auto - Ortsdienste machen's möglich

Dass Amazon mit der Alexa-Sprachsteuerung auch ins Auto möchte, ist wohl keine Überraschung. "Echo Auto" (50 Dollar) ist ein erster Schritt in diese Richtung. Echo Auto wird mit dem vorhandenen Entertainment-System verbunden und soll - dank neuen ortsbasierten Diensten - beispielsweise auf Tankstellen oder gute Restaurants in der Umgebung verweisen.