Fürs Lösen von Bilderrätseln

Spam-Versender bezahlen Test-Empfänger

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Aufgrund von strengeren Internet-Sicherheitsvorkehrungen hat sich unter Spammern ein neuer Trend entwickelt. Sie bezahlen Menschen in Indien, Bangladesh oder anderen Entwicklungsländern dafür, die vielfach eingesetzten Sicherheitstests - genannt Captchas - für sie zu lösen. Diese dienen dazu - durch die Eingabe von Buchstabenkombinationen - Menschen von automatisierten Computersystemen zu unterscheiden, die in der Regel Spam verbreiten.
Spam-Versender bezahlen Menschen in Entwicklungsländern fürs Lösen von Captcha-Rätseln
Spam-Versender bezahlen Menschen in Entwicklungsländern fürs Lösen von Captcha-Rätseln

Aufgrund von strengeren Internet-Sicherheitsvorkehrungen hat sich unter Spammern ein neuer Trend entwickelt. Sie bezahlen Menschen in Indien, Bangladesh oder anderen Entwicklungsländern dafür, die vielfach eingesetzten Sicherheitstests - genannt Captchas - für sie zu lösen. Diese dienen dazu - durch die Eingabe von Buchstabenkombinationen - Menschen von automatisierten Computersystemen zu unterscheiden, die in der Regel Spam verbreiten.

Wie die New York Times berichtet, wird den "Helfern" zwischen 80 Cent und 1,20 Dollar pro 1.000 eingegebene Kombinationen bezahlt. Experten schätzen, dass in Entwicklungsländern - vorwiegend in Asien - Tausende Menschen mit einer solchen Arbeit ihr Geld verdienen. Die Bezahlung ist gering und das Geschäft für die Dienstleister damit äußerst rentabel. Das bestätigt auch Thorsten Urbanski, Pressesprecher bei G Data.

80 bis 90 Prozent automatisiert geknackt

"Das Phänomen ist bekannt. Allerdings werden 80 bis 90 Prozent der Captchas automatisiert geknackt. Für den Rest werden Leute engagiert, die die Sicherheitseingaben per Hand erledigen", sagt Urbanski. Vor allem in Indien sei dieses Vorgehen weit verbreitet, weil dort auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. "Derzeit gibt es keine wirkliche Alternative zu den Captchas, daher muss das Problem vorerst schlichtweg hingenommen werden", so der .

Juristisch sei dem Vorgehen nur schwer beizukommen, weil meist mehrere Länder dazwischen lägen, in denen wiederum unterschiedliche rechtliche Vorgaben herrschen. "Manche Länder haben dafür überhaupt kein Rechtssystem", sagt Urbanski. Außerdem seien die Personen nur schwer auszumachen und zu fassen.

Internetkonzerne akzeptieren Spammer-Methoden

Große Internetkonzerne wie Google stehen der Problematik recht gelassen gegenüber. Das lösen von Captcha-Abfragen sei ohnehin nur eine von verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen im Web. "Man kann nichts dagegen tun, dass für das Lösen der Sicherheitstests bezahlt werden", so Macduff Hughes, Engineering Director bei Google. "Unser Ziel ist es, die Massenerstellung von Accounts weniger attraktiv für Spammer zu gestalten. Der Umstand, dass Spammer Menschen für das Captcha-Lösen bezahlen müssen, beweist, dass das Tool funktioniert." (pte/rw)

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