Gute Noten für die meisten Security-Lösungen

Stiftung Warentest nimmt sich Virenscanner vor



Andreas Th. Fischer ist freier Journalist im Süden von München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany, com! professional und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen IT-Security, Netzwerke und Virtualisierung.
Nahezu alle von der Stiftung Warentest untersuchten Antivirenprogramme dürfen sich mit den Prädikaten „gut“ oder sogar „sehr gut“ schmücken.
Die Stiftung Warentest zeigt sich in ihrem diesjährigen Virenscanner-Test weitgehend zufrieden mit den angebotenen Produkten.
Die Stiftung Warentest zeigt sich in ihrem diesjährigen Virenscanner-Test weitgehend zufrieden mit den angebotenen Produkten.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Die Stiftung Warentest hat sich in ihrer Ausgabe 3/21 erneut mit dem Thema Virenschutz beschäftigt und diesmal insgesamt 28 Antivirenprogramme unter die Lupe genommen. Rund 20 der getesteten Anwendungen schnitten mit dem Ergebnis "gut" ab, weitere 6 erhielten die Note "sehr gut" von den Testern. Bei der Datenschutzerklärung patzten jedoch einige Anbieter. Ihnen wurden zum Teil "gravierende Mängel" attestiert.

So würden BullGuard, Eset und Microsoft gegen Informationspflichten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen und ihre Nutzer unter anderem "zu wenig über die Zwecke der Datenerhebungen" informieren. Bei Sophos gebe es überhaupt keine deutschsprachige Datenschutzerklärung.

Zufriedene Tester

Mit den 19 getesteten Virenscannern für die Windows-Plattform zeigten sich die Tester weitgehend zufrieden. Alle böten einen "guten oder sehr guten Schutz". Das gelte auch für den ins Betriebssystem integrierten Microsoft Defender, der allerdings nicht vor Phishing schütze. Ähnlich gute Ergebnisse erreichten die meisten Programme auch bei den Untersuchungen, die das AV-Test Institut regelmäßig durchführt. Zuletzt erzielten hier die Internet Security Suiten von Avira, Bullguard, Eset, F-Secure, G Data, McAfee, Microsoft, Norton LifeLock, Trend Micro und Vipre die maximal erhältliche Punktzahl.

Bei den Antivirenprogrammen für MacOS gab es dagegen Anlass für Kritik. Hier seien sieben "gut", aber zwei nur "befriedigend". Mac-Nutzer bräuchten sich zwar weniger Sorgen um Schadprogramme machen, "sinnvoll" sei diese Lösungen allerdings auch hier.

Störende Werbung

Die Lösungen von Avast, Avira und AVG fielen mit häufigen Werbeeinblendungen negativ auf. Das gelte vor allem für die von diesen Anbietern erhältlichen Gratisversionen, aber auch die bezahlten Programme versuchten "regelmäßig, den Kunden weitere Upgrades zu verkaufen".

Die Windows-Virenscanner von Bitdefender, F-Secure, Kaspersky, Norton und Trend Micro erhielten die Note "sehr gut". Mit "gut" wurden die Lösungen von Avast, AVG, Bitdefender, G Data, McAfee, Avira, Eset, Sophos, BullGuard und Microsoft bewertet. Bei den MacOS-Versionen erzielten Bitdefender, Kaspersky, Eset, F-Secure, AVG, G Data sowie Avast die Note "gut" und die von Norton und Avira ein "befriedigend". Der vollständige Test kann für 2,50 Euro als PDF bei der Stiftung Warentest erworben werden.

Verwendete Testmethoden

In einem Kasten gehen die Tester auch auf die von ihnen verwendeten Testverfahren ein. Unter anderem wurde eine Sammlung aus rund 40.000 Schadprogrammen und noch einmal so vielen Dateien ohne Schadcode eingesetzt. Außerdem besuchten die Tester jeweils 800 Phishing-Webseiten. Dieser Bereich "Schutz" ging mit 65 Prozent in die Bewertung ein, "Handhabung" mit 25 Prozent und "Rechnerbelastung" mit 10 Prozent. Das AV-Test Institut geht ähnlich vor, indem es die drei Bereiche "Schutzwirkung", "Geschwindigkeit" und "Benutzerbarkeit" bewertet. Aufgrund der guten Ergebnisse dürfte es diesmal wohl nicht, wie gelegentlich in früheren Jahren, zu einem "Sturm der Entrüstung" bei manchen Herstellern kommen.

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