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"Buy American"

Stürzt Trump die Welt in einen "Handelskrieg"?

23.01.2017
Tiefschwarze Szenarien machen die Runde: Die neue US-Regierung könnte die Welt in einen "Handelskrieg" stürzen - mit ungeahnten Folgen für die zunehmend globalisierte Wirtschaftswelt. Mit seiner ersten Rede als neuer Präsident hat Donald Trump diese Sorgen noch verstärkt.
Will Trump die USA wirklich wirtschaftlich abschotten?
Will Trump die USA wirklich wirtschaftlich abschotten?
Foto: Joseph Sohm - shutterstock.com

"Buy American" lautet das ökonomische Credo des neuen US-Präsidenten Donald Trump - "Kauft Amerikanisch". "Viele Jahrzehnte lang haben wir ausländische Industrien auf Kosten der amerikanischen Industrie reicher gemacht", sagte er bei seinem Amtsantritt. "Wir müssen unsere Grenzen vor den Verwüstungen durch andere Länder schützen, die unsere Produkte herstellen, unsere Firmen klauen, unsere Arbeitsplätze zerstören."

Mit solch markigen Worten bekräftigte Trump, was er schon im Wahlkampf angedeutet hat. Ist das alles nur Rhetorik, oder will er die USA wirklich wirtschaftlich abschotten - und geht das überhaupt? Müssen die Amerikaner auf Haribo Gold Bears oder Mercedes verzichten? Und auf iPhones, die lediglich "designed by Apple in California" sind, aber in China zusammengebaut? Und müssen sich viele Firmen neue Absatzmärkte suchen? Viele Fragen und vorerst nur einige Antworten zum Wirtschafts-Kurs der neuen US-Führung:

Was könnte auf die globalisierte Wirtschaftswelt zukommen?

Solange keine detaillierten Pläne vorliegen, sind nur Mutmaßungen möglich. Im Extremfall, so wird befürchtet, könnte Trump die Idee haben, den amerikanischen Markt mehr oder weniger dicht zu machen für ausländische Produkte oder Waren, die nicht "Made in America" sind. Konkret hat Trump allerdings bislang nur gesagt, dass er einen Rückzug aus der geplanten transpazifischen Partnerschaft (TPP) plant - und das nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) mit Kanada und Mexiko neu verhandeln oder im Notfall kündigen will. Solche Abkommen sollen Hürden für den gegenseitigen Handel beseitigen, etwa indem Zölle abgeschafft werden. Verstöße anderer Länder gegen Handelsabkommen will er "mit allen Mitteln" bekämpfen. Die Welthandelsorganisation WTO, die mit ihren 162 Mitgliedern über die Einhaltung von Handelsregeln wacht, hat Trump bislang nicht infrage gestellt.

Wie begründet Trump seinen Kampf für neue Handelsregeln?

Amerikaner hätten, so argumentiert er, viel zu lange Handelsabkommen akzeptiert, die an den Interessen der arbeitenden Menschen vorbei gingen. "Als Ergebnis, mussten Arbeiterstädte mit ansehen, wie ihre Fabriken geschlossen wurden und gut bezahlte Jobs nach Übersee wanderten - während Amerikaner mit einem wachsenden Handelsdefizit und einem verwüsteten Produktionsstandort konfrontiert sind", schreibt der Präsident auf der Website des Weißen Hauses.

Ist die wirtschaftliche Lage der USA denn wirklich so verheerend?

Nein. Wir reden immer noch von der weltweiten Wirtschaftsmacht Nummer eins. Mit ihren mehr als 320 Millionen Einwohnern stehen die USA für eine Wirtschaftsleistung von mehr als 18 Billionen Dollar. Das ist immer noch weit mehr, als die Nummer zwei China mit ihrer mehr als vier mal so großen Bevölkerung schafft. Auch auf den Weltmärkten spielen die USA in der Topliga: Hinter Exportweltmeister China liegen die USA auf Platz zwei der größten Warenexporteure, seit Jahren sogar vor dem einstigen Spitzenreiter Deutschland.

Aber vielen Leuten geht es doch schlecht?

Nach der Finanzkrise und der verheerenden weltweiten Rezession 2009 lag die Arbeitslosenquote jahrelang über 8 Prozent. So lange waren seit der "Großen Depression" vor mehr als 80 Jahren noch nie so viele Amerikaner ohne Arbeit. Das ist inzwischen überwunden: Die Zahl der Arbeitsplätze steigt ununterbrochen. Die Arbeitslosenquote lag zum Jahresende 2016 bei 4,7 Prozent. Im November hatte sie mit 4,6 Prozent den niedrigsten Stand seit August 2007. Auf der Sonnenseite stehen indes nicht alle Gegenden der USA. Zum Beispiel der Großraum Detroit: Die einstige "Motortown" wurde nach mehreren Krisen zum traurigen Zentrum der verfallenden Schwerindustrie im "Rust Belt" (Rost-Gürtel) der nördlichen USA.

Inhalt dieses Artikels

 

Querschlaeger

Eine Bertelsmann-PR für Globalismus und Konzern-Diktate? Lobbyismus? Also wer den bereits seit Jahren tobenden globalen Handelskrieg nicht erkannt haben will, sollte sich um die Zukunft der Handelsbeziehungen zu den USA besser keine Gedanken machen. Die Gefahr ist nicht Trump sondern die Wall Street, die Gefahr sind gierige, nimmersatte Unternehmen. Detroit ist ein Beispiel für das was auch in Oberhausen, in Bremerhaven und weiteren Städten durch Entsozialisierung und Ghettobildung entsteht. Zerstörte Infrastrukturen nach Art der "Geisterstädte des Goldrauschs".
Es muss nicht besser werden - aber es kann. Ein weiter so, hätte beide Seiten noch näher an einen Bürgerkrieg gerückt und ja, Zölle als Regulator finde ich gut, in den USA als auch für Afrika, Europa oder Asien. Wer nicht regulieren kann, kapituliert insbesondere vor Dumping und Ausbeutung. Beides taugt nicht für ein friedliches Miteinander.

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